Erneut mussten die Rottweiler Feuerwehr und weitere Rettungskräfte zum Flüchtlingsheim Vaihinger Hof ausrücken. Wie schon drei Tage zuvor, am Mittwochabend, ist ein Brandmelder mutwillig ausgelöst worden. Damit ist das der vierte Einsatz für die Rettungskräfte in der abgelegenen Flüchtlingsunterkunft innerhalb eines Monats. Zweimal wurde der Alarm vorsätzlich ausgelöst.

In der Nacht zu Sonntag, um 1.56 Uhr ist die Rottweiler Feuerwehr alarmiert worden. Wie schon am Mittwochabend, hatte ein Brandmelder ausgelöst. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein optischer Rauchmelder im Erdgeschoss des Gebäudes mutwillig von der Decke heruntergeschlagen worden war. Das erklärte Rottweils Stadtbrandmeister Frank Müller am Sonntagmorgen auf Nachfrage.

- Anzeige -

Am vergangenen Mittwoch waren er und weitere Retter zweimal in Vaihingerhof, am Mittag hatte ein Brandmelder angeschlagen. Dieser soll aber durch den Rauch einer unachtsam angezündeten Zigarette ausgelöst worden sein. Das war dann bereits der dritte Einsatz dieser Art in der am 26. Januar mit den ersten Menschen belegten Flüchtlingsunterkunft auf dem Vaihingerhof. 52 Menschen sind dort zurzeit untergebracht. Es soll sich der Bestimmung nach um Frauen und Kinder aus Kriegsgebieten handeln. Der NRWZ liegen Hinweise vor, dass auch Männer vor Ort sind.

Die Brandmelder dort sind mit der Leitstelle in Rottweil direkt gekoppelt. Der Alarm läuft in Echtzeit ein und die Retter machen sich auf den Weg.

Im Einsatz waren in der Nacht auf Sonntag nun 26 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit vier Fahrzeugen, ein Rettungswagen sowie der Notarzt und die Polizei. Erste vor Ort sind jeweils die Teilortwehren aus Neukirch und Zepfenhan. Da die Retter immer von einem Ernstfall ausgehen müssen, der in eine Katastrophe münden kann, ist dieses Aufgebot an Einsatzkräften Standard, so Müller am Mittwoch zur NRWZ.

Ob er, der Einsatzleiter, von dieser Häufung an Falschalarmen genervt ist? Müller antwortet am Sonntagmorgen: „Was soll ich da sagen – ‚Nein‘, wäre gelogen. Und ‚Ja‘ wird derzeit nicht gerne wahrgenommen.“ Eher schicksalsergeben hofft er, dass es am heutigen Sonntag ruhig bleibt. 

Müller will nun weiterhin darauf drängen, dass den Menschen in der Flüchtlingsunterkunft klar gemacht wird, dass sie ein Notfallsystem missbrauchen. Sie sollten verstehen, dass Feuermelder eben für den Ernstfall da sind und nicht, um großes Kino im abgelegenen Weiler auszulösen, wie es vereinzelt Feuerwehrleute vermuten.