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Rettungstag

Schraubenzieher im Bein: Ein realistischer Übungstag für die Dietinger Feuerwehr

Keine leichte Aufgabe: ein 80-Kilo-Dummy die enge Stiege herunter zu schaffen.
Fotos: pm

Keine leichte Aufgabe: ein 80-Kilo-Dummy die enge Stiege herunter zu schaffen.
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KREIS ROTTWEIL, 28. Januar (pm/gg) - Ein Rettungstag unter realistischen Bedingungen: Die Gesamtfeuerwehr Dietingen hatte am vergangenen Samstag alle Hände voll zu tun. Unter Führung von Gesamtkommandant Dominik Weisser von der Feuerwehr und Bernd Kirholzer vom DRK Rottweil haben die Wehrleute verschiedene Workshops zu den Themen Erste Hilfe und Personenrettung besucht. Dabei flossen Schweiß und Kunstblut, aber am Ende waren die Teilnehmer um viel praktische Erfahrung reicher.

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Im Jubiläumsjahr der DRK-Bereitschaft Rottweil fand erstmals ein Ausbildungstag mit allen Kameraden der Gesamtfeuerwehr Dietingen statt. Fünf Themen waren vorbereitet worden: "Schonende Personenrettung aus einem Fahrzeug", "Wundversorgung und Seitenlage", "Personenrettung mittels Rettungsbrett", "Reanimation" sowie eine "Vorstellung spezieller Fahrzeuge des Rettungsdienstes".

Allerdings gings es nicht etwa um trockene Vorträge zu den einzelnen Themen. Vielmehr sind die einzelnen Szenarien mit den insgesamt sieben DRK-Instruktoren erarbeitet worden, erklärt das DRK Rottweil in einer Pressemitteilung. Ebenfalls erklärtes Ziel war es, Maßnahmen zu erlernen und zu üben, die auch im täglichen Arbeits- und Privatleben jederzeit auf die Feuerwehrfrauen- und Männer zukommen können.

Die Gruppen bildeten sich aus Mitgliedern der Abteilungen Dietingen Ort, Irslingen, Böhringen, Gößlingen und Rotenzimmern - und zwar gemischt, um auch die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken, "was mehr als hervorragend funktioniert hat", wie DERK-ler Bernd Kirholzer nun berichtet.

Die Übungsszenarien waren realistisch: Vom Dachboden der Schule Dietingen hatten die Retter ein 80 Kilogramm schweres Personen-Dummy über eine sehr schmale Treppe zu transportieren. Dabei ging es vor allem um Einfallsreichtum, die Sicherung der Helfer und des Patienten. Kaum war diese Aufgabe gelöst, wurde im Chemieraum eine Person ohnmächtig und erlitt einen Herzstillstand - übungshalber, versteht sich. Dennoch hatte alles einen ernsten Hintergrund, denn so übten die Kameraden lebenserhaltende Maßnahmen, Wiederbelebung und Beatmung.

An dieser Station zeigte sich, wie lange und wie schweißtreibend nur wenige Minuten sein können, wenn man auf Hilfe wartet. Aber es war auch eine gute Gelegenheit, früher einmal erlernte Maßnahmen und Methoden aufzufrischen. Und es ging darum, die Selbstsicherheit zu stärken, das Bewusstsein, das Richtige zu tun, so Kirholzer weiter. Alle Übungsteilnehmer konnten so die auch im privaten Bereich so wichtige Herz-Lungen-Wiederbelebung üben.

Nach nur zehn Minuten Pause fanden die Teilnehmer im Technikraum einen schwer verletzten Heizungsmonteur vor, der sich einen Schraubenzieher bis zum Heft in den Oberschenkel gerammt hatte - auch nur übungshalber, was dennoch sehr realistisch dargestellt war. Zeitgleich kam ihnen ein Jugendlicher mit einer real spritzenden Wunde entgegen, den es ebenfalls zu versorgen galt. Auch diese Aufgaben haben die Teilnehmer am Rettungstag mit Bravour gemeistert, die Personen sind sachgerecht versorgt dem Rettungsdienst des DRKs übergeben worden, lobt Kirholzer.

Anschließend war eine schwer verletze Person im Schulhof aus einem Auto zu retten. Hier arbeiteten die Feuerwehrleute sehr eng mit dem eintreffenden Rettungswagenteam zusammen. Und auch hierfür gibt es nun Lob: Die gestellte Aufgabe sei gemeinsam ebenfalls hervorragend gelöst worden, so der Mann vom DRK.

An die "Unfallstelle" brachte das DRK einen Rettungswagen, ein Notarzt-Fahrzeug und das erst vor kurzem in Dienst gestellte Einsatz-Leitungs-Fahrzeug Rettungsdienst mit. Eine Möglichkeit, die drei Wagen und ihre Möglichkeiten im Detail kennen zu lernen.

Bei der Abschlussbesprechung dankte Gesamtkommandant Dominik Weisser den DRK-Instruktoren vom Rettungsdienst, der DRK-Bereitschaft Rottweil und den Helfern, die für die realistische Notfalldarstellung sorgten, für die lehrreichen Tipps und Tricks. Dabei wurde der Wunsch nach einer Wiederholung dieser Ausbildungsform laut. Ein zünftiges Abschlussvesper, bei dem der Tag nochmals in vielen Gesprächen aufgearbeitet wurde, rundete, so Kirholzer, einen erfolgreichen Ausbildungstag ab.


Info: Seit langer Zeit existiert in der Gesamtgemeinde Dietingen das sogenannte "Helfer vor Ort"- oder "First Responder"-System des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Über die enge Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen DRK und Feuerwehr sind somit über die Jahre auch enge Kontakte entstanden, bei denen es zwangsläufig immer wieder zu gemeinsamen Einsätzen kommt. Bernd Kirholzer und auch Dominik Weisser legen großen Wert auf ein professionelles Miteinander, da die Ansprüche an die medizinische und rettungstechnische Ausbildung der allesamt ehrenamtlichen Helfer stetig steigt.

"First Responder" bedeutet Erste Hilfe vor Ort, Ersthelfer und professionelle Nachbarschaftshilfe. Sie sind ein zusätzliches Glied in der Rettungskette. Gut ausgebildete, freiwillige Helfer des DRK überbrücken als Helfer vor Ort die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungsdienstes. Das bedeutet: Wenn bei einem Notfall das nächste Rettungsfahrzeug noch im Einsatz oder der Notfallort durch die ehrenamtlichen Helfer schneller als für den Rettungsdienst zu erreichen ist, alarmiert die zuständige Rettungsleitstelle zusätzlich zum Rettungsdienst den Helfer vor Ort. Dieser fährt mit seinem privaten Auto an den Notfallort und beginnt mit der Versorgung des Patienten bis der Rettungsdienst eintrifft.

Helfer vor Ort führen entsprechende lebenserhaltende Basismaßnahmen durch, wie etwa Herz-Lungen-Wiederbelebung, Lagerung des Patienten, Betreuung, blutstillende Maßnahmen und ähnliches. Eine wichtige Aufgabe ist auch die entsprechende frühe Rückmeldung an die Rettungsleitstelle.

Durch die Zusammenarbeit, das gegenseitige Kennenlernen und gemeinsame Üben von Feuerwehr und DRK kann somit bei gemeinsamen Einsätzen die bestmögliche Versorgung von Unfallopfern oder Notfallpatienten geboten werden, erklärt DRK-ler Kirholzer dazu. Weitere Infos unter www.drk-rottweil.de oder www.dietingen.de.

28.01.2014, 15:28:51 Uhr



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