16.04.2008, 08:55:00 Uhr
Zecken: Impfung mit Nebenwirkungen

Gesundheitsamt rät zur FSME-Impfung


KREIS ROTTWEIL, 16. April (pm/red) - Die ersten Frühlingstage laden wieder zum Picknicken, Wandern, Radfahren und vielen anderen Aktivitäten im Freien ein. Wer denkt da schon gern an so unangenehme Dinge, wie die Gefahr eines Zeckenstiches, der man sich damit aussetzt? Das Gesundheitsamt des Kreises rät jetzt zur Zeckenimpfung, die allerdings nur vor der FSME schützt, und dies nicht immer hundertprozentig. Eine Schutzimpfung für Borreliose gibt es nicht.


Zwei Arten von Krankheitserregern können die achtbeinigen Blutsauger mit ihrem Stich auf den Menschen übertragen: Bakterien, welche die sogenannte Borreliose auslösen können und Viren, die für die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME; verantwortlich sind.

Als erstes Anzeichen einer Borreliose zeigt sich häufig rund um die Einstichstelle eine ringförmige Hautrötung. Diese sogenannte Wanderröte kann ab dem fünften bis zehnten Tag bis zu zwölf Wochen nach einem Zeckenstich auftreten. Eine vorbeugende Impfung gegen Borreliose ist derzeit in Europa noch nicht möglich. Diese bakteriell verursachte Erkrankung kann vor allem im frühen Stadium gut mit Antibiotika gut behandelt werden.

Bei der FSME ist der Erreger ein Virus und wird durch den Speichel der Zecke übertragen. Die ersten Anzeichen der Erkrankung sind ähnlich der einer Sommergrippe, mit Fieber, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach Abklingen dieser ersten Symptome ist die FSME oftmals bereits wieder überstanden. Es kann aber im weiteren Verlauf der Erkrankung zur Hirnhautentzündung und zur Entzündung des Gehirns kommen. Auch bleibende Schäden sind bei schwereren Fällen nicht auszuschließen.

Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen? Beim Spaziergang durch Wald und Flur oder bei der Gartenarbeit sollte in Risikogebieten geschlossene Kleidung getragen werden. Auch ätherische Öle können vor einem Zeckebnbiss schützen. Ist man von einer Zecke gebissen worden, sollte sie baldmöglichst entfernt werden. Wichtig ist es, dass die Zecke mit einer spitzen Pinzette so nahe wie möglich an der Haut gegriffen und entfernt wird. Dabei sollte die Zecke nicht zerdrückt werden, damit nicht infizierter Speichel an die Stichstelle gelangt.

Als zuverlässige Schutzmaßnahme gegen eine FSME-Erkrankung wird die Impfung. Die Impfung gegen FSME ist in Baden- Württemberg ohne geographische Einschränkung öffentlich empfohlen. Wie notwendig sie wirklich ist und welche Nebenwirkungen ausftreten können, kann in untenstehendem Link nachgelesen werden.

Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten sind drei Teilimpfungen notwendig, wobei die 3. Teilimpfung nach 9 bis 12 Monaten erfolgt. Eine Auffrischimpfung sollte nach etwa drei Jahren erfolgen. Auch für Kinder gibt es einen wirksamen und gut verträglichen Impfstoff gegen FSME.

Das Gesundheitsamt rät auch zur Impfschutzkontrolle und empfiehlt die Schutzimpfung gegen FSME, die von den Hausärzten angeboten wird. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung.

Kritik an der Zeckenimpfung und den zahlreichen Warnungen vor Zecken üben unter anderem auch viele Ärzte, unter anderem wegen der Nebenwirkungen der Impfung und der "Panikmache" der Ständigen Impfkommission (STIKO), die die Impfempfehlungen herausgibt, deren Neutralität jedoch angezweifelt wird. Mehr dazu unter: http://www.individuelle-impfentscheidung.de/index.php?option=com_content&task=view&id=31&Itemid=14

http://www.aegis.ch/neu/fsme.html

Bei weiteren Fragen stehen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Rottweil gerne zur Verfügung. Das Gesundheitsamt ist telefonisch erreichbar unter 0741/174450.


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