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Sein Amt erledige schlicht die gestellten Aufgaben. Seine Mitarbeiter täten ihre Pflicht. Sie handelten alternativlos. Da mag das Volk gerne anders denken. Dr. Wolf-Rüdiger Michel ist mit dieser Haltung ganz offenbar ein Landrat alter Schule. Aus einer Zeit, als so alte Schulen noch auf jedem Dorf zu finden waren, als das Fernsehen noch schwarz-weiß sendete und als Bürger nicht gefragt wurden. Ja, aber geht es denn darum? Den Beifall der Bürger zu bekommen? Oder geht es vielmehr darum, sachlich richtige, nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen und sich dennoch nicht über den deutlich erklärten, mehrheitlichen Willen der betroffenen Bürger hinweg zu setzen? Und wenn man schon glaubt, sich über den Volkswillen hinweg setzen zu müssen, weil es ja keine Alternative gibt - wäre es dann nicht sinnvoll, ein politisches Votum einzuholen? Etwa einen Kreistagsbeschluss? In den vom Landrat zitierten Gesetzestexten, mit denen er seine Position stützen will, steht jedenfalls nichts davon, dass es keinen Kreistagsbeschluss geben durfte. Michel konnte demnach den Kreistag einbinden, musste das aber nicht, und tat dies deshalb auch nicht. So wirkt er wie ein trotziger Bub, der erklärt, alles richtig gemacht zu haben, und wenn, dann sind die anderen Schuld. "Alte Schule", das mag imponieren, das sieht aus gewissen Blickwinkeln auch nach Rückgrat aus. Danach, dass sich hier einer reinen Gewissens vor seine Mitarbeiter stellt. Dass einer die ankommende Kritik abwehrt wie ein Tennisspieler den gegnerischen Aufschlag. Dennoch ist "alte Schule" deutlich von gestern. Die Direktwahl des Landrats, die kommt auch hierzulande. Und eine gewisse Nähe zum Wahlvolk und ein Verständnis für dessen Sorgen und Wünsche, das hat noch keinem Politiker geschadet. 04.07.2012, 11:06:45 Uhr Anzeige
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