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KREIS ROTTWEIL, 18. Juli (pm) - Mehr als 40 Prozent der Berufstätigen in Baden-Württemberg arbeiten außerhalb des Kreises, in dem sie wohnen. Allein aus dem Kreis Rottweil pendeln laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit jeden Tag über 15.000 Menschen. Damit verlässt fast jeder dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte den Kreis, um seinen Arbeitsplatz zu erreichen. Dem gegenüber kommen täglich über 13.000 Arbeitnehmer von außerhalb in den Kreis Rottweil, um hier zu arbeiten. Das Ergebnis: volle Züge, verstopfte Autobahnen, lange Schlangen an den Ampeln. Auch wenn Berufspendler tendenziell widerstandsfähiger sind, zehrt das an ihren Nerven. Zu diesem Schluss kommt die Techniker Krankenkasse (TK) bei der Auswertung ihres aktuellen Gesundheitsreports. Pendler verzeichnen hier durchschnittlich 2,3 und 1,5 Fehltage. Das sind neun beziehungsweise zwölf Prozent weniger als bei den Nichtpendlern. Bei wohnortnahen Erwerbstätigen scheint jedoch die Psyche stabiler zu sein. Sie verzeichnen hier nur 1,9 Krankheitstage, die Pendler mit 2,2 Tagen rund 14 Prozent mehr. "Entscheidend ist nicht, wie lang der Weg ins Büro ist, sondern vielmehr die Ohnmacht im Stau oder der Frust über verspätete Züge", sagt Ellen Basner, Diplom-Psychologin bei der TK, "Wer morgens und abends regelmäßig unter Strom steht, leidet psychisch." Sie rät Pendlern, die Zeit unterwegs möglichst gezielt für sich zu nutzen. Schon ein paar einfache Tricks können helfen, damit der tägliche Arbeitsweg nicht zur Stressfalle wird. "Im Auto kann ein Sprachkurs zum Mitsprechen oder ein Hörspiel der Zeit Wert geben. Eine Bahnfahrt lässt sich für Lektüre und sogar für einfache Entspannungsübungen wie etwa die Progressive Muskelrelaxation nutzen", so die Expertin. Wichtig sei auch, nach Feierabend und am Wochenende für einen bewegten Ausgleich zum langen Stillsitzen zu sorgen. Eine aktuelle amerikanische Studie hatte gezeigt, dass Teilnehmer, die täglich 15 Kilometer und mehr zur Arbeit zurücklegten, einen höheren Blutdruck hatten als kürzer pendelnde Berufstätige. Diejenigen, die 24 und mehr Kilometer zur Arbeit brauchten, seien zudem häufig übergewichtig gewesen. 18.07.2012, 22:18:23 Uhr Anzeige
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