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Muss sich vermehrt gegen interne Kritiker durchsetzen: der Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder. Foto: pm |
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REGION ROTTWEIL, 11. Juli (sl) - Es ist fast zwei Jahre her, dass Siegfried Kauder auf kuriose Weise in die Schlagzeilen geriet. Er, der Verfechter einer starken Copyright-Politik, musste sich vorwerfen lassen, Urheberrechte verletzt zu haben. Kritiker hielten ihm Bilder ohne Bildtext beziehungsweise Copyright-Hinweise auf seiner Homepage vor. Eine Antwort blieb der Abgeordnete schuldig, die fraglichen Fotos ließ er kommentarlos entfernen. Und als der Gerichtstermin näher rückte, gab er sich versöhnlich: "Den Bären hatte ich ganz vergessen", erklärte Siegfried Kauder - und zahlte für den Problembären. Ähnliche irritierende Auftritte haben sich gehäuft in letzter Zeit, dem Vernehmen nach auch in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die sein Bruder Volker führt. Mutmaßungen über die Ursache Das brachte das Fass zum Überlaufen: Es meldeten sich immer mehr Parteimitglieder, die Siegfried Kauder einen selbstherrlichen Führungsstil vorwarfen. Er informiere seine Kollegen im Vorstand nicht, antworte auf Fragen nicht, sei kaum ansprechbar, habe den Kontakt zur Basis verloren, verweigere Gespräche, schotte sich ab. Und bei Terminen wirke der 61-Jährige immer wieder abwesend. Lange wurde über die mutmaßlichen Gründe nur hinter vorgehaltener Hand geredet, bis Bezirksschatzmeisterin Traudel Zimmermann öffentlich sagte, was viele denken: "Er ist krank." Man habe den angeschlagenen Kreisvorsitzenden auch schon von Sitzungen nach Hause fahren müssen, hieß es, und es sei fraglich, ob er eine weitere Legislaturperiode im Bundestag durchhalte. Der leidenschaftliche Marathon-Läufer verwies derweil immer wieder auf seine lädierte Achillessehne, die ihm zu schaffen mache. Andere Probleme ließ er nicht an sich heran. Doch die Kritiker gaben nicht auf und drängten darauf, die für den 17. Juli in St. Georgen vorgesehene Nominierung für die Bundestagswahl 2013 zu verschieben und darüber zu diskutieren. Beides lehnte Kauder ab. Und so kam der Fall vor das Schiedsgericht des CDU-Bezirksverbandes Südbaden. Dabei erklärte sich Kauder schließlich zu einer Aussprache mit seinen Vorstandskollegen bereit. Diese fand am Montagabend statt. Zweieinhalb Stunden diskutierten die Kontrahenten in Hornberg-Niederwasser hinter verschlossenen Türen. Am Ende stand ein klares Abstimmungsergebnis: Mit 14. Zu sechs Stimmen, bei zwei Enthaltungen, sprach sich der Vorstand dafür aus, es bei dem vorgesehenen Nominierungstermin am 17. Juli zu belassen. Siegfried Kauder verließ das Tagungshotel sichtlich abgespannt und genervt. Ein zugesagtes Interviews ließ er platzen, und auf die Frage, was besprochen wurde, sagte er nur ein Wort: "Viel!" Und spätestens an diesem Abend zeigte sich auch, wie gespalten der Kreisverband ist. Während Klaus Panther, der Ehrenvorsitzende, dem Kreisvorsitzenden und Abgeordneten eine "hervorragende Arbeit" bescheinigte, zeigte sich Kai Palme von der Jungen Union "unglaublich enttäuscht". Kauder sei fast den Teilnehmern alle Antworten schuldig geblieben. Noch vor einem Jahr hatte die Junge Union Siegfried Kauder in den höchsten Tönen gelobt. Siegfried Kauder war gestern den ganzen Tag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Info: Siegfried Kauder (61), der jüngere Bruder von Volker Kauder (62), dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, trat 1967 als 17-Jähriger in die Junge Union ein. Seit 1993 ist er CDU-Kreisvorsitzender Schwarzwald-Baar und seit 2002 Mitglied des Bundestags, wo der Rechtsanwalt Vorsitzender des BND-Untersuchungsausschusses war. 2009 wurde er Vorsitzender des Rechtsausschusses. Er ist seit einem Jahr in zweiter Ehe mit Isolde Kauder, geborene Böhlefeld, aus Triberg verheiratet. Kauder hat zahlreiche Ehrenämter, unter anderem bei der Feldner Mühle (Förderverein für Jugendliche), beim Weißen Ring (für Verbrechensopfer) sowie als Präsident des FC 08 Villingen und der Stadtharmonie Villingen. 11.07.2012, 16:50:50 Uhr Anzeige
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