18.01.2012, 19:41:41 Uhr

Stadtrat Posselt contra Stadtverwaltung

Neue Rottweiler Innenstadt: Streit um Schnellfahrer und Falschparker

Von Peter Arnegger



Oktober 2010: Die Markierung für die neue Zwanzigerzone in Rottweils Hochbrücktorstraße ist aufgemalt. Auch Monate später aber dengeln Fahrer noch zu schnell drüber hinweg, hat ein CDU-Stadtrat herausgefunden.
Foto: Norbert Luksch, rwbilder.de
ROTTWEIL, 18. Januar - Eine Straße, zwei Wahrnehmungen: Während der CDU-Stadtrat Günter Posselt Schnellfahrer und Falschparker in der Hochbrücktorstraße in Rottweils neuer Mitte ausgemacht hat, während er sich ziemlich aufregt darüber, dass die Stadt nicht durchgreift, sieht die Verwaltung kein Problem.


Posselt war am Mittwoch bereits kurz nach Beginn der Gemeinderatssitzung ziemlich aufgebracht: "Die zwanzig Stundenkilometer in der Hochbrücktorstraße interessieren niemanden, wirklich niemanden", schimpfte er. So sei das, was die Stadtväter und Stadträte mit dem Umbau von Rottweils neuer Mitte eigentlich unter anderem bezwecken wollten, nicht möglich: das leichte Überqueren der Straße für Fußgänger an so ziemlich jeder Stelle.

Damit nicht genug: Auf dem Weg von seiner Kanzlei ins Neue Rathaus will der Anwalt Posselt am Mittwoch nachmittag satte sieben Falschparker gesichtet haben. Leute, die ihre Karre irgendwo abstellen, nur nicht auf den markierten Flächen. Die Verwaltung müsse durchgreifen, das locke sonst nur Nachahmer an, empfahl er.

Oberbürgermeister Ralf Broß zeigte sich verwundert. "Ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht", sagte er. Und dass es deutliche Verbesserungen gebe zu den anfänglichen Problemen in Rottweils Mitte, als sie samt neuer Zwanzigerzone im Oktober vergangenen Jahres gerade eingeweiht war. "Das nächste Mal bringe ich Bilder mit", konterte Posselt daraufhin.

Broß bekam Rückendeckung von seinem Fachbereichsleiter Bernd Pfaff. "Die Vollzugsbeamten sind sensibilisiert", erklärte dieser. Wer falsch parke laufe durchaus Gefahr, einen Strafzettel zu kassieren. Außerdem handele es sich meist um sehr kurzfristige Aktionen, nur kurzzeitiges Falschparken - "die Fluktuation ist in dem Bereich sehr hoch", so Pfaff. Will heißen: Durchaus möglich, dass auf der einen Seite der Straße gerade falsch geparkt wird, während Stadtsheriff oder Politesse gerade die andere Seite abgehen. Kommen sie dann auf der einen Seite wieder zurück, ist der Falschparker auch schon wieder weg.

Pfaff gab aber auch zu: Die Leutre sind mitunter zu flott unterwegs. "Die Hochbrücktorstraße ist nach wie vor lang und gerade. Da kann auch schneller gefahren werden, wenn es der Verkehrsfluss zulässt." Sei die Verkehrsdichte dagegen hoch, sei die Geschwindigkeit deutlich reduziert, so Pfaff.

Er versprach, dass seine Ordnungsamtsmitarbeiter weiterhin ein Auge auf den Kernbereich der Stadt hätten, sowohl Falschparker als auch Schnellfahrer kontrollieren wollten. Auch die Tafel, die die aktuell gefahrene Geschwindigkeit anzeigt, und die an irgend einem anderen Brennpunkt der Stadt zurzeit im Einsatz ist, soll in der Hochbrücktorstraße bald wieder aufgehängt werden.

Derweil der Anwalt Posselt möglicherweise schon Fotos sammelt von den Verkehrssündern.


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