20.01.2012, 07:39:30 Uhr

Die „Oberhex“ tritt zurück, die übrigen Hexen schweigen

Krach unter den Hexen?


ROTTWEIL, 20. Januar (mm) - Ein anonymer Briefeschreiber fand, das sollte die NRWZ wissen: Der Vorsitzende der "Reichstetthexen", die in Rottweil das Blut der alteingesessenen Narren zur Wallung gebracht haben, ist zurückgetreten.


"Oberhex" Ralf Kopf hat sein Amt mit sofortiger Wirkung abgegeben und ist seitdem nicht für die Presse zu erreichen. Die Reichstetthexen waren 2008 als preisgünstige und provokante Alternative zu Gschell, Biss und Co. angetreten, damals noch mit dem Ziel, in Rottweil einen eigenen Auftritt während der Fasnet zu installieren, waren davon aber abgekommen.

So beschloss man bereits im Oktober 2008, „freiwillig auf die Teilnahme am Sonntagsumzug in Rottweil zu verzichten, um unsere guten Absichten zu erklären“, wie es auf der Homepage des Vereins nachzulesen ist. Zu sehen waren die Hexen daher nur bei verschiedenen Narrrentreffen in der Region. In Rottweil eines schönen Fasnetstages aufzutreten, hatten sie immer im Hinterkopf.

Auch Kopfs ehemalige Mitstreiter halten sich bedeckt, wollen erklärtermaßen der Presse keine Auskunft geben. Immerhin eins steht fest: Der geplante Hexenball am 11. Februar in der Stadthalle ist abgesagt.

„Die Reichstetthexen hatten einen Termin in der Halle reserviert. Sie haben den Termin nun von sich aus wieder aufgehoben, ohne dass die Stadt Rottweil in irgendeiner Weise Einfluss darauf genommen hätte“, teilt Pressesprecher Tobias Hermann mit. Hintergrund: Hartnäckigen Gerüchten zufolge sollen Dritte das Gespräch mit der Stadtverwaltung aufgenommen haben, weil die den Hexen die Stadthalle zur Verfügung stellte. Bürgermeister Werner Guhl bestätigt das. Da es sich aber um einen eingetragenen Verein handle, könne die Stadt gar nicht anders. Guhl: „Wir sind nicht so dumm, dessen Anliegen ganz plump abzulehnen.“ Die Absage gehe, das schwört Guhl, auf eine Entscheidung der Hexen zurück.

Diese lassen über ihre „Schreibhex“ Stephanie Struhs derweil mitteilen: „Wir möchten kein Interview bzw. Kommentar abgeben“.


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