Die „Oberhex“ tritt zurück, die übrigen Hexen schweigen
Krach unter den Hexen?
ROTTWEIL, 20. Januar (mm) - Ein anonymer
Briefeschreiber
fand, das sollte die NRWZ
wissen: Der Vorsitzende
der "Reichstetthexen", die in
Rottweil das Blut der alteingesessenen
Narren zur
Wallung gebracht haben,
ist zurückgetreten.
"Oberhex" Ralf Kopf
hat sein Amt mit sofortiger
Wirkung abgegeben und ist
seitdem nicht für die Presse zu
erreichen. Die Reichstetthexen
waren 2008 als preisgünstige
und provokante Alternative
zu Gschell, Biss und Co.
angetreten, damals noch mit
dem Ziel, in Rottweil einen
eigenen Auftritt während der
Fasnet zu installieren, waren
davon aber abgekommen.
So
beschloss man bereits im Oktober
2008, „freiwillig auf die
Teilnahme am Sonntagsumzug
in Rottweil zu verzichten, um
unsere guten Absichten zu erklären“,
wie es auf der Homepage
des Vereins nachzulesen
ist. Zu sehen waren die Hexen
daher nur bei verschiedenen
Narrrentreffen in der Region.
In Rottweil eines schönen Fasnetstages
aufzutreten, hatten
sie immer im Hinterkopf.
Auch Kopfs ehemalige Mitstreiter
halten sich bedeckt,
wollen erklärtermaßen der
Presse keine Auskunft geben.
Immerhin eins steht fest: Der
geplante Hexenball am 11.
Februar in der Stadthalle ist
abgesagt.
„Die Reichstetthexen
hatten einen Termin in
der Halle reserviert. Sie haben
den Termin nun von sich
aus wieder aufgehoben, ohne
dass die Stadt Rottweil in irgendeiner
Weise Einfluss darauf
genommen hätte“, teilt
Pressesprecher Tobias Hermann
mit. Hintergrund: Hartnäckigen
Gerüchten zufolge
sollen Dritte das Gespräch
mit der Stadtverwaltung aufgenommen
haben, weil die
den Hexen die Stadthalle zur
Verfügung stellte. Bürgermeister
Werner Guhl bestätigt
das. Da es sich aber um einen
eingetragenen Verein handle,
könne die Stadt gar nicht anders.
Guhl: „Wir sind nicht so
dumm, dessen Anliegen ganz
plump abzulehnen.“ Die Absage
gehe, das schwört Guhl, auf
eine Entscheidung der Hexen
zurück.
Diese lassen über ihre
„Schreibhex“ Stephanie Struhs
derweil mitteilen: „Wir möchten
kein Interview bzw. Kommentar
abgeben“.
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