ROTTWEIL, 25. Januar - Durchaus deutliche Worte, allerseits: Nachdem die FDP unlängst vorgeschlagen hatte, das Feckenhausener Feuerwehrhaus nicht wieder aufzubauen und das Geld der Brandschutzversicherung stattdessen dem Rottweiler Teilort für andere Dinge zugute kommen zu lassen, hatte Stadtbrandmeister Müller indirekt über "diese Politik" geschimpft, "die sich am Ehrenamt versündigt." FDP-Sprecher Aden schimpfte nun am Mittwoch zurück. Anschließend: Versöhnung.
Es sei nunmal die Aufgabe des Gemeinderats, "die gesamte kommunalpolitische Bühne zu beleuchten", erklärte Dr. Gerhard Aden am Mittwoch im Rahmen der Haushaltsberatungen. Und zwar "so, wie es Aufgabe der Feuerwehr ... ist, mit allen Mitteln für ihre eigenen Interessen zu kämpfen." Daraus allerdings zu schließen, dass "irgendein Mitglied des Gemeinderats etwas gegen die Feuerwehr habe, ist eine böswillige Unterstellung und missversteht die Aufgabe eines jeden Gemeinderats."
Aden las damit Rainer Müller, dem Stadtbrandmeister, die Leviten. Dieser hatte unlängst im Rahmen einer Abteilungsversammlung gesagt: "Es geht hier nicht um Euros, es geht um die Sicherheit der Bürger. Ich bin diese Politik satt, die sich am Ehrenamt versündigt."
Am Mittwoch dann kam es zum Showdown - Müller hörte als Mitglied der Stadtverwaltung Adens Ausführungen persönlich. Und traf nachher direkt auf ihn, nahm gleich den Weg quer durch den Sitzungssaal - um einem bärig lachenden Aden mittellaut zu erklären: "Ist ok, das kann man jetzt so stehen lassen." So sieht Versöhnung aus.
Die Vorgeschichte dieses reinigenden Gewitters: FDP-Sprecher Aden war im Rahmen der angelaufenen Haushaltsberatungen und beim Teilortfeuerwehrthema vor einigen Tagen mal wieder ganz grundsätzlich geworden. Jetzt, wo das Feckenhausener Feuerwehrgerätehaus nunmal abgebrannt sei - schlimm genug -, könne man doch überlegen, ob man es wirklich wieder aufbauen müsse. Ob die Feckenhausener Wehrleute nicht besser nach Göllsdorf oder Neukirch gingen, von dort aus ausrücken wollten. Ob das Geld, das die Versicherung fürs abgebrannte Gebäude zahlte, nicht anderweitig verwendet werden solle, für die Verbesserung der Infrastruktur Feckenhausens, fragte Aden.
Er bekam keine Mehrheit, später allerdings die Schelte vom Feuerwehrchef. Feckenhausen wird sein Feuerwehrhaus wieder bekommen. Der Streit zwischen Müller und Aden scheint nun beigelegt.
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