Zum Bauamts-Chef in Quedlinburg gewählt: Thomas Burzan.
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ROTTWEIL, 27. Januar - Ein neuer Anlauf für Thomas Burzan: Der in Baden-Württembergs ältester Stadt nach fünf Jahren gescheiterte Fachbereichsleiter kann nun Bauamts-Chef in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt werden. Der dortige Stadtrat hat ihn nach offiziell noch nicht bestätigten Informationen der NRWZ aus drei verbliebenen Kandidaten in der Endrunde Mitte Januar gewählt.
Burzan hat sich den NRWZ-Informationen zufolge gegen eine junge Juristin und einen Mitarbeiter des Sachsen-Anhaltischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie durchgesetzt. In der Sache ging es um den Job des Leiters des Fachbereichs Bauen, dieselbe Position, die Burzan bereits in Rottweil innehatte.
Es wartet eine reizvolle Aufgabe auf Burzan: Quedlinburg im Landkreis Harz ist eines
der bedeutendsten Flächendenkmale Deutschlands. Es gilt mit mehr als 1300 Fachwerkbauten aus
acht Jahrhunderten, einer Reihe von Jugendstilbauten und dem historischen Stadtgrundriss als
außergewöhnliches Beispiel für eine gut erhaltene mittelalterliche Stadt. Mit gut 28.000 Einwohnern ist sie etwas größer als Rottweil.
Quedlinburg ist Weltkulturerbe der UNESCO mit seinen 90 Hektar Welterbegebiet, 180 Hektar Sanierungs- und 250 Hektar Erhaltungsgebiet. Der neue Bauamtsleiter arbeitet laut Stellenbeschreibung federführend am Leitbild der Stadt mit und prägt damit die städtische
Entwicklung "an entscheidender Stelle mit", wie es in der gut einseitigen Ausschreibung heißt. Die Erstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplan für die
Stadt und ihre drei neuen Ortsteile ist ein Aufgabenschwerpunkt wie die Weiterführung der Sanierung der historischen Altstadt. Die Stelle ist im Stellenplan der Stadt Quedlinburg als Vollzeitstelle in der Besoldungsgruppe
A14 ausgewiesen. Im Quedlinburger Bauamt arbeiten 84 Menschen. Deren Chef kann Burzan nun werden.
Offiziell ist allerdings noch nichts. Nach seiner Wahl durch den Stadtrat hat Burzan offenbar noch Zeit, sich zu entscheiden. Die NRWZ hat die Stadtverwaltung Quedlinburg um eine Stellungnahme gebeten.
Bis in diese Tage hinein ist Burzan geblieben, hat die örtlichen Cafés und Kneipen besucht, hin und wieder in Begleitung städtischer Mitarbeiter und immer mit schwarzer Kappe.
Burzan musste während seiner Zeit in Rottweil mit Kritik am Bauamt, aber auch an seiner Person leben. Zuletzt galt der gebürtige Rostocker als unnahbar und etwas selbstgefällig. Entsprechende Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern im Gemeinderat sind Legende.
Doch weht dem gebürtigen Rostocker auch in Quedlinburg bereits der Wind ins Gesicht. Örtlichen Quellen zufolge gilt er nicht als der Lieblingskandidat des Oberbürgermeisters. Dieser hatte angeblich noch vor der entscheidenden Wahl versucht, seine Kandidatin, die junge Juristin, vorab telefonisch den wählenden Stadträten schmackhaft zu machen. Die Dame soll knapp gescheitert sein. Nun fordert der Quedlinburger Thomas Wellnitz in einem örtlichen Internet-Blog: " In Anbetracht des geschilderten Anrufs des Oberbürgermeisters und der geringen Beteiligung der Stadträte bei der Personalauswahl wäre es nach einer kommunalaufsichtlichen Prüfung durch den Landkreis und das Landesverwaltungsamt gegebenenfalls möglich, die Personalentscheidung aufzuschieben oder einen komplett neuen rechtmäßigen Bewerbungsvorgang einzuleiten. Eine über 1000-jährige Stadt würde sich sicher freuen!"
Und auch aus Rottweil wird Burzan weiter beobachtet. Im selben Blog schreibt "Städtlegucker aus RW": "Und dass er keine Ahnung vom Denkmalschutz – und vor allem kein Interesse daran hat – konnte er beweisen, bevor er in Rottweil gehen musste! Wir sind froh, dass er weg ist. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Chef!"
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