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Gedenkfeier der Initiative Gedenkstätte Eckerwald

Besondere Stimmung schlägt Besucher in Bann



Unter den Gäste bei der Gedenkfeier vor dem Mahnmal im Eckerwald waren neben Ministerin Silke Krebs der Europaabgeordnete Michael Theurer, die Landtagsabgeordneten Günther-Martin Pauli und Stefan Teufel, der Rottweiler Landrat Dr. Michel , Oberbürgermeister Broß aus Rottweil, Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger, Ortsvorsteher Josef Rissler sowie Vertreter des Katholischen Dekanats Balingen und des Kulturbereichs.
Foto: Siegfried Seeburger










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ROTTWEIL, 16. Mai (pm) - Das Eintreten für die Menschenrechte braucht die Erinnerung - dieses Motto durchzog sämtliche Veranstaltungen der diesjährigen Gedenktage der Initiative Gedenkstätte Eckerwald. Die Gedenkfeier am vergangenen Sonntag zog viele Menschen an den Gedächtnisort im Eckerwald.


Außer den Überlebenden und deren Angehörigen waren auch interessierte Besucher aus weiterer Entfernung in das Ruinenfeld der "Wüste-10-Werke" gekommen An diesem kühlen, aber sonnigen Morgen schlug die besondere Stimmung in der von Menschenhand gegrabenen Grube bei der Bronzeskulptur des "Geschundenen" von Siegfried Haas die Besucher wieder in Bann – unterstrichen noch durch den anrührenden vierstimmigen Gesang eines Ensembles der Königsfelder Zinzendorfschulen.

Wie immer kamen ehemalige Häftlinge zu Wort. Dieses Mal aus fünf Ländern: aus Frankreich, Luxembourg, den Niederlanden, Norwegen und Polen. Eine ganz junge Stimme war zu hören, die der neunjährigen Cassiel aus Frankreich, die für ihren Großvater Serge Lampin – langjähriger Freund der Initiative, der im Lager Dautmergen ein grausames Martyrium durchleiden musste, sprach und in seinem Sinn die Erinnerung beschwor. Zwei alte Menschen Kari Riis aus Norwegen und Jacek Zielniewics aus Polen sprachen mit brüchiger Stimme ihr Grußwort: ein starker, doch hoffnungsvoller Gegensatz.

Die beiden Hauptreferate wurden von Staatsministerin Silke Krebs und dem Europa-Abgeordneten Michael Theurer (FDP) gehalten. Beide betonten die große Bedeutung derartiger Gedenkorte; die Ministerin hob hervor, dass die Untaten der Nazis in Dokumentationen, durch pädagogische Projekte, aber auch in Kunstwerken auf diese Weise am besten an die nächsten Generationen weitergegeben würden und eine große Hilfe gegen das Vergessen böten. Auch im Hinblick auf Europa sei dies unerlässlich.

Der ökumenische Gottesdienst am Nachmittag in der KZ-Kapelle Schörzingen nahm das Thema "Erinnern" nochmals auf. Pfarrer Oelze verband es mit der alttestamentlichen Aussage , dass das Menschenrecht auf Leben nie gebeugt werden dürfe. Einen besonderen Akzent setzte der Lebensbericht der Familie Salacinski, deren Sohn Edward im Oktober 1944 im Schörzinger Lager neunzehnjährig gestorben und dessen Name sowie der seines Freundes Stefan auf der Gedenktafel in der Kapelle verzeichnet war.

Sein Bruder und Neffe waren nach langwierigen Recherchen dabei und drückten bewegt ihre Freude über die nun ans Ziel gekommene Suche aus. Auch auf dem Schömberger KZ-Friedhof fand eine kleine Gedenkfeier für diejenigen statt, deren Angehörige auf dem dortigen Mahnmal beziehungsweise auf dem Namenwürfel des Lernorts verzeichnet sind.

16.05.2012, 15:33:09 Uhr




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