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Studie eines bayerischen Unternehmens sieht die Stadt am Neckar auf Platz eins von 128

"Kundenspiegel": Rottweil ist die allerfreundlichste Einkaufsstadt überhaupt

Von Peter Arnegger


Freundliches Rottweil: Hier ist gut einkaufen, sagt eine Studie.
Foto: gg










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ROTTWEIL, 18. Mai - Besser geht's nicht: Der zweite Rottweiler "Kundenspiegel", eine Studie eines bayerischen Unternehmens, kürt die Stadt als die freundlichste aller 128 untersuchten. "Rottweil ist neuer, alleiniger Tabellenführer", heißt es in der Studie. Bisher war das Balingen - neun Jahre lang -, gefolgt von Albstadt. Weit abgeschlagen: Villingen-Schwenningen auf Platz 109, den es sich mit Wolfsburg teilt. Eine namentlich noch nicht genannte Bäckerei in Rottweil gilt nun als die freundlichste ganz Deutschlands.


Ziemlich sensationelle 87,8 Prozent der 907 Befragten halten die Rottweiler Einzelhändler laut der Studie für sehr freundlich. Vorbei offenbar die Zeiten, in denen die hiesigen Händler als muffig und patzig galten, als sie zu Kunden auch mal sagten: "Das können Sie sich nicht leisten", oder "In Ihrer Größe führen wir leider nichts."

Wobei: Die Mode- und Bekleidungsgeschäfte kommen nicht ganz so super weg, "mussten leider im Ergebnis leicht Federn lassen", heißt es in der Studie, die da noch keine Einzelheiten nennt, weil sie sich über die Siegerunternehmen finanzieren will, die die Werbebotschaften der Studie kaufen sollen. 2009 ist Rottweil von dem bayerischen Unternehmen erstmals untersucht worden.

Die Firma will bei den gut 900 Befragten herausgefunden haben: Es gibt einzelne Top-Geschäfte. Den besten Wert im Bereich Freundlichkeit weise 2012 eine Bäckerei mit dem Traumergebnis von 97 Prozent Zufriedenheitsgrad auf. "Dies ist das beste Ergebnis, das 2009 und 2012 in Rottweil je von einer Firma erreicht worden ist und das beste Ergebnis einer Bäckerei in Deutschland. Fabelhaft", loben die Studienmacher.

Es folgen knapp dahinter eine Apotheke mit 96,3 Prozent, ein einheimischer Optiker mit 96,2, ein Modegeschäft mit 95,9, ein Geldinstitut mit 95,0, eine Kfz- Vertragswerkstatt mit 94,1, ein Fitnesscenter mit 93,2 und ein Elektrogeschäft mit 92,4 Prozent Zufriedenheitsgrad, so die Studie.

Die Apotheken hätten in Rottweil im Vergleich zu anderen Städten beim "Kundenspiegel" einen phänomenal positives Bild hinterlassen. In kaum einer anderen deutschen Stadt werden die Apotheken in ihrer Freundlichkeit und auch in der Beratungsqualität so positiv beurteilt wie in Rottweil.

Auch das Preis/Leistungsverhältnis sei in den genannten Geschäften von den regionalen Kunden mit einem hohen Zufriedenheitsgrad bedacht worden. "Diesen Ausstrahlungseffekt kann man schon seit längerem in ganz Deutschland beobachten. Geschäfte, die eine sehr hohe Zufriedenheit bei der wahrgenommenen Freundlichkeit, dem 'Türöffner zum Kunden' aufweisen, werden sehr oft auch überdurchschnittlich positiv bei der Beratungskompetenz und dem Preis/Leistungsverhältnis beurteilt", so die bayerische Studie.

Die bedenklichsten Ergebnisse beim Merkmal Freundlichkeit quittierten allerdings eine Bank mit 68,9 und ein Schuhgeschäft mit nur 67,5 Zufriedenheitsgrad.

Das Anspruchsdenken gegenüber dem Facheinzelhandel in den Innenstädten sei in den vergangenen acht bis zehn Jahren enorm gestiegen, so die Studienmacher. Seit viele Kunden sich vermeintlich günstiger und unpersönlich im Internet mit Waren versorgen könnten, erwarte man vom stationären Einzelhändler noch mehr als früher. Eine freundliche und kompetente Beratung würden zur Standarderwartung. Können die gestiegenen Erwartungen nicht erfüllt werden, mache sich Enttäuschung breit.

Betrachte man die firmenspezifischen Resultate genauer, sei zu erkennen, dass einzelne (Fach-)Geschäfte, die vor drei Jahren bereits eher gut beurteilt wurden, sich weiter verbessern konnten oder zumindest stabil geblieben sind. Allerdings: "Einige als kritisch eingeschätzte Händler verloren in der Kundenmeinung, vor allem bei der Freundlichkeit weiter schwer an Boden", so die Studie. Es sei auffällig, dass gerade die inhabergeführten Geschäfte, zumindest zu einem größeren Teil, überdurchschnittlich gute Werte aufweisen. Es sei jedoch festzustellen, dass auch in Rottweil eine sehr breite Spanne zwischen guten beziehungsweise sehr guten, und weniger guten Geschäften bei der Freundlichkeit aus Sicht der Kunden bestehe. "Dies ist sicher kein Zufall und wurde in den letzten Jahren auch schon in vielen anderen Städten beobachtet. Die steigende Polarisierung bei der Zufriedenheit mit der Freundlichkeit wird nach meiner Meinung in Zukunft sogar noch zunehmen. Die Zahl der extremen Ausreißer nach unten hat sich in Rottweil in den letzten drei Jahren stark gesenkt und ist weit unter dem nationalen Durchschnitt. Die Kluft zwischen Geschäften mit einem hohen Zufriedenheitsgrad bei Freundlichkeit von über 90 Prozent und Firmen mit einem Anteil von weit weniger als 70 Prozent zufriedener Kunden hat sich in einigen Bereichen in den letzten drei Jahren etwas geweitet."

Am kommenden Montag sollen alle eingebundenen Firmen nähere Informationen zum Aufbau der Untersuchung und ein Angebot zum Erwerb ihrer Marktforschungsergebnisse im direkten Vergleich zu ihren lokalen Branchenmitanbietern erhalten. Über diese Erlöse finanziert sich die Studie. Käuflich im übertragenen Sinne, so hat man der NRWZ im Vorfeld versichert, seien die Untersuchungsergebnisse allerdings nicht.

128 Städte hat das bayerische Unternehmen untersucht, auf dem letzten Platz landet zurzeit Fulda, knapp vor Kassel und Lüneburg.

18.05.2012, 11:19:21 Uhr




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