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Rauner & Co. äußern Bedenken gegen gewerbliche Nutzung der Kunstschulräume

Rottweiler Kapuziner: Stadt bekommt Gegenwind von der BI



Um diese Räume geht es, die Kunstschule zieht aus dem Kapuziner aus.
Archiv-Foto: Norbert Luksch, rwbilder.de










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ROTTWEIL, 18. Mai (pm/gg) - Die Bürgerinitiative, die das Mehrgenerationenhaus Kapuziner auf ehrenamtlicher Basis betreibt, macht sich Sorgen - um die Zukunft von Räumen unterm Dach. In diesen war zuletzt eine Kunstschule untergebracht, die aber uneins mit der Stadtverwaltung die Flucht vor angeblich hohen Miet- und Nebenkosten ergriffen hat. Nun sind die Räume ausgeschrieben etwa zur gewerblichen Nutzung, was die Bürgerinitiative (BI) verhindern will.


In einem Offenen Brief wendet sich die BI an die Presse. Unterschrieben hat ihn der Vorsitzende der BI, Henry Rauner. Der Vorstand und die Ausschussmitglieder der Bürgerinitiative Kapuziner hätten mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen, dass die Räumlichkeiten der Kunstschule nun zur Anmietung ausgeschrieben, heißt es in dem Brief. Die Mitglieder der BI Kapuziner hätten erhebliche Bedenken, die Räumlichkeiten etwa als Arztpraxis, Büro und so weiter zu deklarieren. Tatsächlich hat die Stadt unlängst die Räume zur Vermietung ausgeschrieben, der Gemeinderat hatte dem zugestimmt. Die Kunstschule, erste Mieterin der neuen Räume im frisch renovierten Kapuziner, hatte unlängst öffentlichkeitswirksam ihren Auszug angekündigt.

Rauner schreibt weiter: "Die ansprechenden hohen Räume würden völlig ihre Wirkung verlieren, ganz abgesehen von der Denkmalverträglichkeit. Und ganz abgesehen von der fehlenden Funktionalität: es sind keine geeigneten Toilettenräume - etwa auch für Behinderte - auf dem Stockwerk vorhanden."

Im Rahmen des Mehrgenerationenhauses hält es die BI dem Schreiben zufolge für erforderlich, sorgfältig zu überlegen, wie die Räumlichkeiten der Kunstschule, die zum 31. Dezember 2012 frei werden, weiter genutzt werden können. Für die Bürgerinitiative Kapuziner sei klar: "Der Kapuziner ist ein Haus der Bürger und muss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und bleiben! Als ein solches hat die BI ihre Arbeit zur Rettung des Kapuziners immer verstanden, propagiert und daran gearbeitet."

Offenbar geht es auch um Geld: "Die erheblichen Fördermittel wurden zu einem Großteil mit dieser Öffentlichkeit und mit dem bürgerschaftlichen Engagement einer Bürgerinitiative begründet", holt Rauner in dem Offenen Brief aus. Da es sich beim Kapuziner um einen ehemaligen Sakralbau handelt, sollten für eine Nutzung wichtige Grundsätze beachtet werden: Eine sakrale Weiternutzung wäre wünschenswert, die für das Gemeinwesen identitätsstiftende Kraft des Gebäudes solle erhalten bleiben, und eine Nutzung müsse dem Charakter des Gebäudes, der städtebaulichen Prägung sowie dem bürgerschaftlichen Gedanken gerecht werden, so die BI in ihrem Schreiben.

Bei der Weiternutzung der Kunstschule sei also zu überlegen, ob die freiwerdenden Räume einer sozial-bürgerschaftlichen Nutzung zugeführt werden könnten und müssten. Dabei könnte die Stadt als Eigentümerin sowohl der demografischen (Mehrgenerations-Gedanke) als auch der gesellschaftlichen Veränderung (zunehmender Bürgerwille der Einbindung/Mitbestimmung des bürgerschaftlichen Engagements) entgegen kommen und gerecht werden, wird argumentiert.

Abschließend heißt es: "Die Bürgerinitiative Kapuziner bittet deshalb dringendst vor der Vergabe der Räumlichkeiten um Gehör, zumal auch die Grundlagen des Mietvertrages mit der BI bezüglich der Nebenkostenregelung tangiert sind."

Das klingt nicht danach, dass Gespräche zwischen den beiden Bossen der Stadt und der Bürgerinitiative, Ralf Broß und Henry Rauner, stattfinden. Das aber hatte der Oberbürgermeister unlängst gegenüber dem Gemeinderat versichert.

18.05.2012, 21:14:51 Uhr




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