Alles kaputt: Heinrich Zinell vor den durch einen Erdrutsch zerstörten Taubenschlägen.
Fotos: him
SCHRAMBERG, 7. Januar (him) - Ein Erdrutsch hat am späten Donnerstagnachmittag oberhalb des Seilerwegles eine Taubenzuchtanlage von Heinrich Zinell total zerstört.
Nur dank zweier, von Efeu umrankter Fichten blieb ein Wohnhaus unterhalb der Taubenschläge verschont. Die beiden Bäume hatten den Erdrutsch gestoppt und verhindert, dass Erde Steine, Sand und mitgerissene Bäume das Haus Seilerwegle 50/2 erreichen. Petra Schmälter hatte erst am Freitag mitbekommen, wie knapp sie einem Unglück in ihrem Haus entgangen war. „Sonst hätte ich in der Nacht nicht so gut geschlafen.“
Am Freitag waren dann Helfer vom THW angerückt und hätten die beiden Bäume gegen weiteres Abrutschen gesichert. Karl Pröbstle von der Stadt sei ebenfalls gekommen. Er habe ein Spezialunternehmen beauftragt, die beiden Bäume zu fällen, weil sie drohten, auf das Haus zu stürzen, wenn der Hang weiter abrutscht oder es weiter regnet oder schneit.
„Wir haben das Machbare gemacht“, so Pröbstle über die Aktion des THW am Feiertag. Acht Helfer hätten in fünf Stunden daumendicke Stahlseile von den Bäumen weg an sichere Stellen im Hang gespannt, sodass die Bäume nicht auf das Schmältersche Haus stürzen können. Bei der gegenwärtigen Wetterlage und nach dem Erdrutsch wäre es für die THWler viel zu gefährlich gewesen, die Bäume zu fällen. Er habe deshalb Spezialisten angefordert, die in den kommenden Tagen die beiden Fichten „Stück für Stück abtragen“ sollen.
Taubenzüchter Heinrich Zinell hat durch den Erdrutsch seinen gesamten Bestand an älteren Zuchttauben verloren. Mindestens 25 seiner wertvollen Tiere verendeten, zehn habe er retten können. „Jahrzehntelange Zuchtarbeit ist zerstört“, klagt er.
Ursachen für den Hangrutsch sind für ihn der Dauerregen und der vor anderthalb Jahren neu angelegte Holzabfuhrweg mit seinem Einschnitt in den Hang: „Es war doch klar, dass da das Geröll abgeht.“ Seiner Meinung nach wurde auch das Wasser unsachgemäß abgeleitet. Es lief teilweise nicht in die bestehenden Gräben, sondern durch ein Drainagerohr direkt auf den noch unbewachsenen Hang unterhalb des Weges.
Ein Fachmann für Wegebau hat NRWZ online bestätigt, dass der Bau eines Waldwegs an dieser Stelle sehr problematisch sei. Zum einen mache der Sand den Untergrund instabil. Zum anderen gebe es „temporäre Wasseradern“ im Hang. Diese führten nur im Winter Wasser. Wenn man den Weg im Sommer anlege, bemerke man die Wasseradern unter Umständen gar nicht.
Wenige Meter vom bereits abgerutschten Wegestück haben sich bereits weitere gefährliche Risse an der Wegkante gebildet. Auch hier droht der Hang abzurutschen.
Gegen den Bau des Weges hatten sich vor etwa drei Jahren Vertreter des Naturschutzes gewandt.
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