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Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum

„Amerikaneruhren weltweit“



Symbol für die Freiheit: Uhrmacherin Raphaela Schneider, OB Thomas Herzog und Museumsleiterin Gisela Lixfeld (von links) mit einer Amerikaner-Uhr an der Freiheitsstatue.
Foto: him










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SCHRAMBERG, 22. Juli (him) - Ein „spannendes Stück Wirtschaftsgeschichte“ ist ab sofort bis Mitte September im Schramberger Stadtmuseum zu bestaunen. In Anwesenheit zahlreicher Uhrenliebhaber, Museumskollegen und Ehrengäste konnte Schrambergs Oberbürgermeister Thomas Herzog am Freitagabend die Ausstellung über Amerikaner-Uhren eröffnen.


Gekommen waren unter anderem Herzogs Vorgänger, Ministerialdirektor Herbert O. Zinell, Niko Junghans aus Ulm, der heutige Eigentümer der Junghans-Uhrenfabrik, Hans-Jochem Steim und Junghans-Geschäftsführer Matthias Stotz, der Präsident des Museumsverbands Baden-Württemberg, Michael Hütt aus Villingen-Schwenningen, als Vertreter des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen, Eduard C. Saluz und für das Uhrenindustriemuseum Schwenningen, Ingeborg Kottmann und Michael Kopp.

Herzog berichtete, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtmuseums das Thema Amerikaner-Uhren bearbeiteten, um Forschungslücken zu schließen auch im Hinblick auf die anstehende Neukonzeption der Dauerausstellungen des Stadtmuseums.

Bei der Uhrenausstellung des vergangenen Jahres anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Schramberger Uhrenfabrik Junghans – "Uhrzeiten – Innovationen in Technik und Design" – hätten sich nämlich Fragen ergeben, die nicht ohne größere Recherche zu lösen waren. "Was bei den Forschungen jetzt herausgekommen ist, überrascht. Die Geschichte der Schwarzwälder Uhrenindustrie repräsentiert ein spannendes Stück Wirtschaftsgeschichte", so Herzog. Der Wissenstransfer von Amerika nach Europa werde in der Ausstellung und im dazugehörigen Begleitbuch aufgerollt.

Erstaunt habe er erfahren, dass mit der Übernahme amerikanischer Fertigungsmethoden nicht allein die Massenproduktion zu uns in den Schwarzwald und nach ganz Europa transportiert worden sei, sondern gewissermaßen gleich der "American way of life". "Amerika – das galt damals schon vielen als Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Unter anderem schielte man interessiert auf die Gewerbefreiheit, während hierzulande noch der Zunftzwang regierte."

Neben zahlreichen Beispielen für amerikanische Originale von Cottage-Uhren und ihren Imitaten (die man dann im Schwarzwald "Kottätschle-Uhren" nannte, wie Eduard Saluz erzählt), ist auch ein auf den ersten Blick unscheinbares Skizzenbuch ausgestellt.

Niko Junghans hatte dem Stadtarchiv ein Notizbuch seines Urgroßvaters als Dauerleihgabe überlassen. Arthur Junghans hatte von 1872 bis 1874 zahlreiche technische Skizzen angefertigt, als er unter falschem Namen in den USA lebte, um die dortige Uhrenindustrie kennen zu lernen und aus zu spionieren. "Es handelt sich dabei um das Schlüsseldokument für den Beginn der Herstellung amerikanischer Uhren im Schwarzwald", so Herzog.

Museumsleiterin Gisela Lixfeld hat anschließend noch auf zahlreiche Aspekte der Amerikaner-Uhrenproduktion hingewiesen, etwa wie schwierig es die Uhrenindustriellen hatten sich gegen das Uhrmacherhandwerk durchzusetzen. Sie berichtet auch, dass viele Symbole aus den USA von den Schwarzwälder Uhrenfabriken übernommen wurden,etwa die Freiheitsstatue, aber auch der Junghans-Stern stammt aus den Stars and Stripes der US-Fahne.



22.07.2012, 12:14:22 Uhr




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