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Ein Scheich in Schramberg

Das Geheimnis des grünen Lasers



Show-Laser für Mekka: Laser-Tests auf dem Sulgen vor einem Jahr.
Foto: Trumpf-Laser










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SCHRAMBERG, 25. Juli (him) - Ein saudi-arabischer Scheich hat vor einem Jahr in Schramberg ein Hightech Unternehmen besucht und sich über modernste Lasertechnologie informiert. Die NRWZ tischt Ihnen kein Märchen aus „Tausend und einer Nacht“ auf, sondern eine wahre Geschichte um das zweithöchste Gebäude der Welt, die heilige Stadt der Muslime, eine kleine Ingenieurfirma aus Osnabrück, einen Stararchitekten und Trumpf Laser aus Schramberg.


Vor genau einem Jahr testeten Mitarbeiter von Trumpf Laser nächtens einen neuen Hochleistungslaser.

Das besondere: Der Laser strahlte grün. Alles war streng geheim und die NRWZ zitierte damals den Trumpf-Laser-Geschäftsführer Klaus Wallmeroth: "Wir haben mit den Interessenten eine Geheimhaltungsvereinbarung getroffen und daran halten wir uns." Auch über den möglichen Verwendungszweck schwieg er sich aus. Alles Bohren und Nachhaken half nichts. In den Medien wurde wild spekuliert, wofür die grünen Laser dienen könnten: Discolichter, Science Fiction, militärische Geheimwaffe, alles schien möglich.

Schließlich erfuhr die NRWZ, dass der Laser für ein gigantisches Hotelprojekt in Saudi-Arabien gedacht ist: an der Spitze des Mekka Royal Clock Tower Hotels, des zweithöchsten Gebäudes der Welt, sollten die Laser aus Schramberg, die die Firma Lightline-Lasertechnik in Osnabrück für diesen Zweck weiterentwickelt hat, grün in den nächtlichen Himmel strahlen. Grün ist bekanntlich die Farbe des Islam. Das riesige Hotel mit 120 Etagen und weit mehr als 800 Suiten gehört der Saudi Binladin Group. Diese wird heute von Bakr bin Laden, geleitet.

Zu den Tests im Juli vergangenen Jahres reiste der Chef der Saudi Binladin Group mit zahlreichen Familienmitgliedern über Stuttgart nach Schramberg. "Ganz locker" sei er drauf gewesen, erzählt man sich. Marco Stümpel, der Chef von Lightline, hat ihm die Laser-Technik erklärt und etwas small talk betrieben. Ein "sehr angenehmer Zeitgenosse, nett und höflich" sei Herr bin Laden gewesen.

Zustande gekommen war die Geschäftsverbindung von Mekka über Osnabrück und Schramberg über das Internet. Stümpel hatte auf einer Fachmesse in Frankfurt seinen gemeinsam mit Trumpf Laser entwickelten grünen Laser vorgestellt und im Internet dafür geworben. Dort war ein Architekt aus dem Raum Stuttgart, der am Bau des Mekka Royal Clock Tower Hotels beteiligt war, auf die neue Technik gestoßen, hatte die dem Bauherrn als weitere Attraktion empfohlen und den Kontakt angebahnt.

Natürlich wollte Bin Laden erst sehen, ob das Ganze auch tatsächlich funktioniert. Und so arrangierte man die Testserie und den Besuch des saudischen Multi-Milliardärs mit dem berühmt-berüchtigten Namen im Schwarzwald. Bin Laden war von den einzigen derartigen Laserstrahlern weltweit gleich begeistert und bestellte vier für sein Hotel. 30 Kilometer reichen die gebündelten Laserstrahlen senkrecht in den saudischen Nachthimmel. "Bis 50 Kilometer weit, sind sie zu sehen", schätzt Entwickler Stümpel. Nur zu besonderen Gelegenheiten werden die Bin Ladens sie einschalten.

Inzwischen sind auf dem - dem Londoner Big Ben nachempfundenen - Turm des Hotels in Mekka vier der Laserstrahler aus Schramberg installiert. Sie seien noch im Probebetrieb, erzählt Stümpel: "Erstmals zum Ende des Ramadan am 19. August werden sie offiziell erstrahlen."



25.07.2012, 09:25:23 Uhr




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