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Ernst Burgbacher (FDP) bei Schuler-Rohstoff in Deißlingen

Kritischer Blick auf neues Gesetz



Über aktuelle Themen der Abfallwirtschaft informierte sich der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher (FDP), bei der Firma Schuler Rohstoff GmbH in Deißlingen. Von links: Ernst Burgbacher, Geschäftsführerin Bettina Schuler-Kargoll und Dr. Dietmar Kargoll.
Foto: Thomas Fink










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DEISSLINGEN, 19. Juli (pm) - Dass das Deißlinger Unternehmen Schuler-Rohstoff momentan „einen Riesenschritt in die Zukunft“ plant und konsequent umsetzt, davon konnte sich jetzt der FDP-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Berliner Wirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher, bei einem Rundgang über das ausgedehnte Betriebsgelände überzeugen. Im Gespräch mit der Geschäftsführung der Firma ging es hauptsächlich um das neu in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz, dessen Auswirkungen von den Entsorgern kritisch gesehen werden.


"Wir mittelständischen Firmen fühlen uns dadurch nicht mehr im freien Wettbewerb", kommentierte Geschäftsführerin Bettina Schuler-Kargoll das Gesetz, das unter anderem den Verkauf von "Abfall" wie Schrott und Altpapier – auch durch Privatpersonen und Vereine – regelt.

Bisher konnten beispielsweise Vereine Sammlungen selbstständig organisieren. Seit 1. Juni müssen Schrottsammlungen von Vereinen bei der unteren Abfallbehörde angezeigt und genehmigt werden und stehen somit im unmittelbaren Interessenskonflikt mit der kommunalen Abfallwirtschaft, die selbst ein hohes Interesse an den Schrottsammlungen hat und mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz im Vorteil ist. Ernst Burgbacher machte deutlich, dass in diesem Zusammenhang die FDP und das Wirtschaftsministerium den privaten Sammlern gerne mehr Rechte einräumen wollte, doch die kommunalen Verbände hätten energisch dagegen Front gemacht und sich letztlich im Bundesrat durchgesetzt.

Bettina Schuler-Kargoll erinnerte daran, dass einst ihr Vater in den 70er Jahren die Vereinssammlungen ins Leben gerufen habe, heute betreue das Unternehmen rund 600 Vereine. Sowohl Burgbacher als auch Bettina Schuler-Kargoll waren überzeugt, dass die Vereine weiterhin ihre Sammlungen durchführen können. Da die Entsorgungssysteme von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich sind, kommen hier auf die Firma Schuler besondere Herausforderungen zu. Burgbacher bat Geschäftsführerin Schuler-Kargoll, die weitere Entwicklung zu beobachten und ihre Erfahrungen ihm mitzuteilen.

18 Millionen Euro investiert Schuler-Rohstoff derzeit in seinen Standort Deißlingen (ein zweiter Betrieb existiert in Singen). 68 000 Quadratmeter umfasst das zwischen B 27 und der Bahnlinie liegende Firmengelände, 34 000 davon werden beziehungsweise wurden hauptsächlich mit neuen, riesigen Lagerhallen bebaut. Von speziell geschulten Leuten werden hier die "Abfälle" sortiert und die verschiedensten Sorten in zahllosen Boxen gelagert, bis sie zu ihrer (Wieder-)Verwertung weiter transportiert werden.

Die Abwässer werden gesammelt und in einer neuen Anlage umweltgerecht aufbereitet. Schuler-Rohstoff beschäftigt in Deißlingen und dem kleineren Standort Singen fast 100 Mitarbeiter, 28 Lkw sind täglich in ganz Baden-Württemberg für das 1919 von August Schuler gegründete Unternehmen unterwegs.

19.07.2012, 17:42:45 Uhr




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