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07.02.2010 Zu unserem Artikel '800 Bürger protestieren gegen Großgefängnis - und verbuchen ersten Erfolg' hat uns die folgende Zuschrift erreicht: Höchste Betriebs- und Ausbruchssicherheit gewährleistet Nun mal ehrlich !
Mit dem Bau der JVA in Rottweil würde eine „Verwahranstalt“ geschaffen bei der es mit modernsten Elektronikeinrichtungen sicher gelingt höchste Betriebs- und Ausbruchsicherheit zu gewährleisten.
Übrigens wie beispielsweise bei den vielen hoch gesicherten Bundeswehr- und Militäreinrichtungen der US-Army , unseren Flughäfen oder bei all den vielen Industriesicherheitsbereichen und den Hochsicherheitstrakten in Forschung und Wissenschaft.
Eine absolute Sicherheit jedoch wird es auch hier nicht geben können. Und doch gilt, in der Realität ist meistens dort das Risiko am geringsten wo extrem hoch überwacht wird. Für Verhinderung von Missständen gilt diese Logik ebenso.
Was die Gefängnisanlage als Bauobjekt selbst angeht so ist ein Vergleich mit Industrieobjekten nicht unzulässig. Besonders auch was den Umweltschutz im weitesten Sinne betrifft.
Die bauliche Anlage einer JVA ist da sicher nicht im Nachteil gegenüber Industrieobjekten, Agrargroßbetrieben und/oder der Konzentration von Energiebauern mit ihren Monofarmen über ganze Markungen hinweg.
Und, wenn beim Bau der JVA selbstverständlich die neuesten ökologischen Erkenntnisse verwirklicht werden, wie beispielseweise ausschließlich „Gründächer“ mit auch Baum- und Strauchbepflanzungen (Sauerstoffneuproduktion.) , Flächenversickerung anfallender Oberflächenwasser (Grundwasserneubildung), Jagdverbot usw., und, wenn nicht zuletzt dazu die üblichen Erschließungsverhältnisse optimal sind (Verkehr, Wasser-, Gasversorgung und Abwasserbeseitigung), warum dann ein derartiger Aufschrei ???
Denn auch die finanziellen Aspekte für unsere Stadt sind da ja auch nicht „Ohne“!
Trotz Allem aber gibt es einen Punkt der uns Allen sehr zu schaffen macht.
Die Freigängersituation!
Sie ist bei Wirtschaftskriminellen oder Steuerhinterzieher wohl kaum problematisch. Was aber ist mit den
eventuell „ frei gehenden“ Gewalt- oder gar Triebtätern ??? Solche Freigänger hier in der Kleinstadt Rottweil akzeptieren zu sollen halte ich für unmöglich! Trotz aller Gefangenenbetreuung durch Psychiater, Psychotherapeuten, Ärzte oder Gefangenenseelsorger. Fehlbeurteilungen sind da einfach das Damoklesschwert die viele unserer Bürger latent stark psychisch bedrücken.
Die nachvollziehbar großen Ängste und Bedenken vieler unserer Bürger können da nur ausgeräumt werden, wenn
„ Freigängerverkehr“ von Trieb- und Gewalttäter in einer Kleinstadt wie Rottweil ausgeschlossen bleibt.
Ich bin überzeugt, wenn sichergestellt ist, dass es eine Freigängerschaft für einen solchen Täterkreis in unserer Kleinstadt Rottweil nicht gibt, weil für solche „ Freiheitskontakte“ sich besser die Anonymität größerer Städte anbietet ( wie in Stuttgart, Freiburg, Tübingen, Ulm usw.) wird die Akzeptanz des Neubaus der JVA auf Rottweiler Gebiet erheblich verbessert.
Den Vorwurf, dann aber nach Floriansprinzip zu handeln brauchen die Rottweiler sich bei dieser Forderung nicht gefallen zu lassen, handelt es sich dabei nur um die Verteilung von sonst einseitig drohenden Gefahren.
Jedem Rottweiler bleibt selbstverständlich dabei bewusst, dass die Risiken und Gefahren aus einer neuen JVA auf Rottweiler Markung trotz einer solchen Risikoverteilung erheblich bleiben und nicht klein geredet werden dürfen.
Meiner Meinung nach muss deshalb das Land, gemeinsam mit dem Bund für einen Nachteilsausgleich für die unmittelbar benachbarten Ortsteile Rottweils sorgen.
Im Klartext: Endlich muss verwirklicht werden was jahrzehntelang immer nur hohles Versprechen, nur inhaltsleere Lippenbekenntnisse waren. Die „Unterführung Neukirchs“ durch die Tieferlegung und Deckelung der B27 nämlich zu schaffen, kurzfristig den Kreisverkehranschluss des bestehenden Industriegebiets an die B27 herzustellen und eine angemessene Erweiterung des Industriegebietes nicht weiter abzulehnen. Und, dies nicht etwa irgendwann am St.Nimmerleinstag mal vorzusehen, sondern insgesamt vor Inbetriebnahme der neuen JVA verwirklicht zu haben.
Gustav Dorn,
Rottweil
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