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08.02.2010

Zu unserem Artikel '800 Bürger protestieren gegen Großgefängnis - und verbuchen ersten Erfolg' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Wer in Zepfenhan wohnt liebt die Ruhe

Es geht hier nicht um die grundsätzliche Frage: Braucht man Gefängnisse oder nicht? Man braucht einen verträglichen Standort. Dass es sich um einen Megaknast handelt, der so groß ist wie 21 Fußballfelder, macht die Sache erst richtig zum Problem. Das Bitzwäldle ist, wie auch die Gemeinderäte sagen, nicht der ideale Standort.

Trotzdem will man diesen auf Biegen und Brechen dem Land anbieten. Wir wohnen in unmittelbarer Nähe dieses Gebiets, das heißt, wenn wir vor unserem Haus stehen, haben wir den Blick zum Wald. Dies soll dann ja bald vorbei sein. Mauern, Zäune, pausenlose Beleuchtung, Verkehr usw. wird dann Einzug halten. Und ja, Angst brauchen wir keine zu haben, es passiert ja nur hin und wieder etwas.

Von einem Tag auf den anderen haben wir in Zepfenhan dann mehr Häftlinge wie Einwohner. Dies steht in keiner Relation. Wenn wir die Verdoppelung der Einwohnerzahl wollten, würden wir in der Stadt wohnen und nicht auf dem Land. Wer in Zepfenhan wohnt liebt Dorf, Landschaft und die Ruhe. Leider können wir unsere Häuser nicht einfach zur Seite schieben.

Ja, ich weiß, es geht um Geld, viel Geld. Aber ist dies alles was noch zählt? Der ideale Platz meiner Meinung nach ist in Autobahnnähe, in Angliederung eines Gewerbegebietes, zu suchen, wo sowieso schon Verkehr besteht und die Bürger nicht in nächster Nähe wohnen. Aber nicht in einem Naherholungsgebiet, wo erst noch der Wald plattgemacht werden muss.

Es stellt sich ohnehin die Frage, ob Rottweil groß genug für diese Dimension ist. Und dann will man in nur wenigen Wochen eine Entscheidung treffen, die unser Leben total verändern wird, wo doch schon viele Jahre vergangen sind.

Aufgrund des Drucks von Villingendorf wurde der Standort "Esch" zu den Akten gelegt. Wieviel Druck werden wir noch brauchen? Wir kämpfen für uns und die Kinder, die hier leben.

Lieber Herr Oberbürgermeister, liebe Gemeinderäte, Sie sind die Vertreter, die wir gewählt haben. Wir haben Ihnen unser Vertrauen geschenkt. Es gibt Fehler, die kann man einfach nie wieder gutmachen. An dem Tag, an dem Sie das Bitzwäldle dem Land vorschlagen, wollen wir uns nicht mehr zu den Teilorten Rottweils zählen. Dabei sind unsere Wünsche nicht groß, wir wollen hier nur so weiterleben dürfen, wie bisher.

Leider kann ich an Ihre Einsicht nicht wirklich glauben, da sie weit genug von allem entfernt sind. Es bleibt die Hoffnung, dass spätestens das Land einsieht, dass dieser Standort nicht der perfekte ist.

Noch eine kleine Anmerkung: Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Broß. Sie sagen, dass Sie in Bruchsal auch mit einem Gefängnis gelebt haben. Dies ist genau der Punkt. Zepfenhan hat 500 Einwohner, Bruchsal über 42.000! Und dieses Gefängnis soll sogar noch größer werden.

Tanja Higlister, Zepfenhan












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