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08.02.2010

Zu unserem Artikel '800 Bürger protestieren gegen Großgefängnis - und verbuchen ersten Erfolg' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Rottweiler Meinungsbildungsprozess

Es war schon ein eigenartiges Bild, das sich da letzten Mittwoch im Rottweiler Sitzungssaal bei der gemeinsamen Sitzung des Rottweiler Gemeinderates mit den Neukirchern und Zepfenhaner Ortschaftsräten darbot:

In der Mitte die Ortschaftsräte, eingekreist wie Schafe auf drei Seiten durch die 26 Rottweiler Gemeinderäte und an der Stirnseite die Verwaltung, angeführt durch Herrn Oberbürgermeister Broß. Und so ähnlich mussten sich die Ortschaftsräte denn wohl auch vorgekommen sein.

Trotzdem wurden aus der Mitte von den Ortschaftsräten, aber auch von den anwesenden Bürgern, viele konkrete und durchdachte Fragen gestellt, die in der Vielzahl nicht oder nur rudimentär beantwortet werden konnten. Und dies, obwohl sie sich nach eigener Aussage noch in der Schockphase befanden. Kaum zu glauben dass man sich seit knapp 30 Jahren mit dem Thema befasst und doch so wenig konkrete Antworten geben konnte.

OB Broß wiederholte fast gebetsmühlenartig seine Aussage, man befinde sich erst in der Meinungsbildungsphase, was wir ihm auch gerne glauben möchten. Aber das Bild, das sich da zeigte, war ein anderes: 26 Gemeindräte, gewohnt untereinander zu streiten wie Hund und Katze, in schöner Einmütigkeit gegen die da drinnen im Kreis.

Immer wieder wurde von Seiten der Verwaltung und den Gemeinderäten betont, das „Für und Wider“ noch abzuwägen seien, dass viele Fragen noch von Experten zu klären seien, dass noch keine Entscheidung gefallen ist. Unverständlich dann, dass einzelne Fraktionen (Forum für Rottweil, FFR ) ihre Entscheidung schon vor dieser Sitzung getroffen und publik gemacht hatten. In der Sitzung wurde auch von dieser Fraktion betont die Sachlage noch nicht genau zu kennen und den Meinungsbildungsprozess erst nach Kenntnis aller Fakten abzuschließen.

Herr Burger, das war wohl ein Schuss ins Knie. So werden Sie unglaubwürdig. Insgesamt drängte sich jedem, der dabei war, der Eindruck auf dass die Entscheidung längst gefallen ist.

Interessant ist auch die Aussage von Herrn Dr. Aden, der das Großgefängnis mit dem Rottenmünster verglich, daran habe man sich ja schließlich auch gewöhnt. Nicht wirklich beruhigend ist auch seine Aussage: „Wir werden euch schon beschützen.“ Lieber Herr Dr. Aden, im Rottenmünster werden kranke Menschen behandelt, im Großgefängnis sitzen straffällig gewordene Menschen ein. Das ist ein Unterschied!!!

Rottweil ist eine Stadt mit Gerichtsstandort und wird es sicher auch ohne Großgefängnis bleiben. Rottweil ist aber auch eine weithin bekannte und anerkannte Schulstadt. Unser Vorschlag: Bauen Sie diesen Bildungsstandort Rottweil weiter aus, versuchen Sie Fachhochschulen oder Berufsakademien nach Rottweil zu bekommen. Bildung verhindert Straftaten! Sorgen wir für Prävention, auch das ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Rottweil bekommt neue Einwohner und die zukünftigen Generationen werden es ihnen danken.

Edith und Peter Waschke, Zepfenhan












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