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HOMEPAGE > ARCHIV 24.02.2010, 21:40:24 Uhr Stadtratsfraktion will gesicherte Antworten, um auf Fragen vorbereitet zu sein Großgefängnis: SPD bringt FragenkatalogROTTWEIL, 24. Februar - Sie häufen sich - die Argumente für oder gegen das bei Rottweil, nun bei Zepfenhan geplante Großgefängnis. Doch scheinen es mitunter Scheinargumente zu sein, dachte sich die Rottweiler Stadtrats-SPD um ihren Vorsitzenden Winfried Wössner. Sie will eindeutige, gesicherte Antworten auf konkrete Fragen zur neuen Justizvollzugsanstalt, um daraus später stichhaltige Argumente erst entwickeln zu können. Wössner und Co. haben daher einen umfangreichen Fragenkatalog zur JVA vorgelegt, den NRWZ online ungekürzt veröffentlicht. Die Stadtrats-SPD schreibt: "Die Diskussion um den Standort einer JVA in Rottweil muss versachlicht werden, selbst wenn diffuse und irrationale Ängste trotz Versachlichung bleiben werden. Bei unseren vielen Gesprächen und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt wurden viele Fragen und Ängste angesprochen, für die es bisher noch keine eindeutigen, gesicherten Antworten gegeben hat. Bei der künftigen Bürgeranhörung werden sicher wieder Fragen auftauchen, auf die man vorbereitet sein muss, wenn nicht der Eindruck entstehen soll, Verwaltung und Gemeinderat wüssten wenig, seien aber auf dem Weg der Durchsetzung, koste es, was es wolle. Daher meinen wir, dass die Verwaltung sich auf diese Fragen vorbereiten sollte um bei der Bürgeranhörung entsprechend glaubwürdige und gesicherte, fundierte Antworten von entsprechenden Fachleuten geben zu können." Folgende Fragen hat die SPD gesammelt und nach Themen kategorisiert:
1.Sicherheit/Größe :
1.1. Welche Zahl von Häftlingen und Vollzugspersonal ist konkret geplant? 1.2. Wie ausbruchssicher ist eine JVA? 1.3. Haben Freigänger anderswo Probleme in den umliegenden Orten / Wohn- Quartieren verursacht? 1.4. Was für Häftlinge werden nach sicherer Planung in RW untergebracht? 1.5. Werden Sexualstraftäter in RW untergebracht?
2. Belästigung:
2.1. Wie viel Freigänger sind geplant? 2.2. Wer kommt als Freigänger in Frage? 2.3. Wie ist der Tagesablauf eines Freigängers? Wie werden Freigänger betreut?
2.4. Darf ein Freigänger nach der Arbeit den Abend in Wirtschaften, Kino o.ä. Verbringen oder muss er direkt zurück ins Freigängerheim? Kann er Sport- veranstaltungen o.ä. an Wochenenden besuchen? 2.5. Wie kommt ein Freigänger an seine Arbeitsstelle? 2.6. Muss das Freigängerheim direkt vor der JVA stehen? Kann nicht auch das „alte Gefängnis dafür genutzt werden? 2.7. Gibt es genügend Arbeitsplätze für Freigänger in RW? Welche Arbeitsplätze? 2.8. Mit welcher Belästigung durch die nächtliche Beleuchtung ist zu rechnen? 2.9. Mit welcher Belästigung ist durch Häftlingsbesucher zu rechnen? (Angehörige, etc) 2.10. Mit welcher Belästigung durch Besuche von Justizmitgliedern ist zu rechnen? 2.11. Mit welcher Belästigung ist durch Anlieferungs- und Transportverkehr zu rechnen? 2.12. Welche Auswirkungen auf Spaziergänger, Jogger und Wanderer wird eine JVA haben? 2.13. Welche Belästigung haben Anwohner von Zepfenhan und Neukirch beim Blick aus dem Fenster zu fürchten? 2.14. Wo lassen sich Häftlinge nach Verbüßung ihrer Haftstrafe nieder? Etwa rund um die JVA, wie schon behauptet?
3. Wertverlust von Immobilien
3.1. Gibt es Vergleichsbeispiele für Immobilienpreise an neuen JVA’s? Welche? 3.2. Muss ein Zepfenhaner / Neukircher mit einem Wertverlust seiner Immobilien rechnen? 3.3. Wie glaubhaft sind die Behauptungen, wonach bereits die jetzige Diskussion Einen Wertverfall der Immobilien gebracht hat?
4. Wirtschaftliche Auswirkungen
4.1. Lässt sich der erhoffte Positiveffekt einer neuen JVA in RW hinsichtlich des Wirtschaftsstandorts RW und des Arbeitsmarkts konkretisieren? 4.2. Welchen Effekt auf die Einwohnerzahl und die damit verbundenen Mittelzuweisungen an RW wird man haben? 4.3. Wird durch Billiglöhne in der JVA eine Wettbewerbsverzerrung zu den Heimischen Betrieben eintreten? (siehe auch 4.4.) 4.4. Welche Sorte Arbeit ist in der RW-JVA geplant? 4.5. Welches Lohnniveau ist üblich – konkret:: was muss eine Firma bezahlen, wenn die JVA verlängerte Werkbank ist? 4.6. Kann es zu einem Imageverlust von RW kommen? 4.7. Wie belastbar ist die Behauptung, ohne JVA sei der Justizstandort RW in Gefahr? 4.8. Kann das örtliche Handwerk beim Bau der JVA profitieren oder geht der Bau an ein Großunternehmen? 4.9. Wie sieht es für das heimische Handwerk/Dienstleistung mit Aufträgen aus der JVA im laufenden Betrieb aus? 4.10. Welche örtlichen Unternehmen können überhaupt profitieren? 4.11. Welchen Einfluss auf die örtliche Wirtschaft hat der privatwirtschaftlich betriebene Teil der JVA konkret? 4.12. Übernehmen Freigänger bestehende sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze? 4.13. Wieviel zusätzliche Arbeitsplätze werden neu geschaffen? Beamte? Sonstige? Einkommensstruktur?
5. Größenverhältnis JVA/Umland
5.1. Welche Antwort gibt es auf die Behauptung, eine derart große JVA passe nicht zu 2 mal 600 Einwohner in Zepfenhan und Neukirch? 5.2. Welche Antwort gibt es auf die Behauptung, eine solche JVA passe nicht zur Größe von Rottweil?
Wir wären für belastbare Antworten und Belegen aus anderen Städten dankbar. Liebe Leser, vermissen Sie eine Frage? Suchen Sie eine Antwort, und die entscheidende Frage dazu wird in dem obigen Katalog nicht gestellt? dann teilen Sie uns die Frage bitte mit. E-Mail an redaktion@NRWZ.de genügt. Bitte nennen Sie uns, wie bei Leserbriefen in der NRWZ üblich, Ihren Namen und Ihre Anschrift. |
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