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15.06.2007, 07:45:56 Uhr

AUS DER NRWZ ZUM WOCHENENDE
Volvo-Studie beweist den Nutzen spezieller Rückhaltesysteme

Kindersitze: Rückwärts kann Fortschritt sein


Von Ernst Bauer, www.eba-auto.de

Rottweil " Autokindersitze werden immer sicherer " so steht es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift " test" .

Das Ergebnis des von den Berliner Warentestern in Zusammenarbeit mit dem ADAC und anderen Autoclubs und Verbraucherorganisationen sieht sogar erstmals einen Testsieger mit " sehr gut" " allerdings nur bei der " Babyschale Gruppe 0 bis 13 kg. Wer den " test" -Bericht jedoch genauer liest " und dies sollte die Zielgruppe Eltern unbedingt vor dem Kauf tun " wird sich wundern. Es sind nicht nur drastische Preisunterschiede bei vergleichbar guten Produkten. Zehn von 27 geprüften Sitzen haben nur " befriedigend" oder " ausreichend" erhalten, ein Sitz für 9 bis 36 kg schwere Kinder (also ein " Mitwachsender" ) fiel sogar mit der Note " mangelhaft" (5,5) durch.

Entscheidend für die Sicherheit der kleinen Passagiere ist zudem die Art der Befestigung der Sitze im Auto. Hier punkten die Sitze, die über das einheitliche Haltesystem " Isofix" fest ans Fahrzeug gekoppelt sind. Diese Konstruktion schützt deutlich besser als die Fixierung mit dem serienmäßigen Dreipunktgurt.

Nach Lesart der Stiftung Warentest, die seit Jahren von den Autoclubs verbreitet wird, braucht man zunächst im ersten Lebensjahr eine Babyschale (99 bis 268 Euro), danach einen Sitz für Ein- bis Vierjährige (139 bis 340 Euro, abhängig vom Bezugsstoff und Modell) und für die letzte Phase einen Sitz, der das Kind bis zum zwölften Geburtstag oder bis zu 1,50 Meter Größe in den Gurten des Fahrzeugs schützt. Die Investitionen für solche Modelle bewegen sich zwischen 95 und 180 Euro, - allerdings kaufen viele Eltern nach einigen Jahren Ersatzmodelle, weil die alten zu abgenutzt aussehen.

Andere Sicherheitsüberlegungen haben die Unfallforscher bei Volvo in Schweden. Dort wurden Unfälle auf schwedischen (also tempolimitierten) Straßen mit 5500 Kindern ausgewertet. Die von Volvo angepriesenen Kindersitze werden rückwärts auf den Beifahrersitz gestellt, eine fast halbkugelförmige Schale schützt das Kind, - Fahrer oder Fahrerin haben zudem leichten Blickkontakt. Natürlich ist der Beifahrerairbag bei solchen Sitzen deaktiviert.

Das Verletzungsrisiko bei solchen Sitzen ist um 90 Prozent geringer als beim Verzicht auf einen Kindersitz, sagt Volvo. Kinder sind nach den Erkenntnissen der Göteborger Unfallforscher " keine kleinen Erwachsenen" . Sie benötigten ein spezielles Rückhaltesystem. Die schwedische Versicherungsgruppe Folksam hat mit ihren Unfalluntersuchungen bewiesen, dass das Risiko kleiner Kinder, bei einem Unfall getötet oder schwer verletzt zu werden, in vorwärts gerichteten Sitzen fünfmal größer ist als in rückwärts orientierten. Entwickelt hat dieses System übrigens schon in den 60er-Jahren der Göteborger Professor Bertil Aldman, der sich an den Gemini-Raumfahrern orientierte. Sein Gedanke geht davon aus, dass nicht nur der sehr empfindliche Kinderhals, sondern der gesamte Rücken den Aufprall aufnehmen muss.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden 2006 rund 11.200 in Autos mitfahrende Kinder bis zu 15 Jahren bei Unfällen verletzt, 52 davon tödlich. Nach der Volvo-Philosophie können Kinder ab dem vierten Lebensjahr mit Sicherheitskissen sehr gut geschützt werden. Das erhöht ihre Sitzposition. Der untere Teil des Dreipunktgurtes wird über das Becken geführt, der Schultergurt verläuft diagonal über die Brust. Neuere Volvo-Modelle sollen zwei höhenverstellbare Kindersitze auf den beiden äußeren Plätzen der Rückbank erhalten, die bei Bedarf herausgeklappt und in zwei Stufen angepasst werden können.





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