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HOMEPAGE > GLOSSE 24.07.2009, 08:33:21 Uhr GLOSSE Van Gogh vollautomatischSchwestern-Kulturwochenende, auf dem Programm steht die van Gogh-Ausstellung in Basel. Schon im Eingangsbereich der Kunsthalle tauchen wir ab in eine längst vergangene Zeit – seine Zeit. Toll konzipierter Einstieg in die Ausstellung: Vincents Leben in Bild und Ton auf einer überdimensionalen, kreisrunden Leinwand, dreisprachig, fürs internationale Publikum. Wir sind nicht die einzigen, die sich im vorgegebenen Zeitfenster in van Goghs Werke vertiefen möchten. Die Andacht wird leicht gestört durch hundert andere Kunsthungrige, von denen – das ist Ausstellungsgesetz - immer mindestens zwei bis drei mit der Nase direkt am Bild stehen, so dass das übrige Publikum statt aufs Gemälde, auf mehr oder minder breite Rücken stiert. Aber mit Geduld und etwas Beweglichkeit gelingt es doch einen Blick auf jedes Exponat zu erhaschen. Noch ganz versunken in den Geist vergangener Zeiten, stehen wir hernach am Rheinufer und warten träumerisch auf den Fährmann, der uns stilecht von Großbasel nach Kleinbasel befördert. Kurze Zeit später checken wir in Basels höchster und modernster Herberge ein und landen abrupt im 21. Jahrhundert. Man heißt uns herzlich willkommen und überreicht nonchalant eine Magnetkarte, welche uns Einlass in die Tiefgarage gewährt, und noch eine Magnetkarte, die uns – im günstigsten Fall – Einlass in unser Zimmer gewähren sollte. Es lebe das Zeitalter des Fortschritts, das Kartenlesegerät der Tiefgarage konnten wir spielend davon überzeugen, dass unser Zutritt rechtens sei. Schwieriger wurde die Sache beim Aufzug: Weit und breit kein Knopf zum drücken. Auch hier mussten die Dienste der Magnetkarte zum Einsatz kommen. Wildes Karten-Gefummel vor dem digitalen Schaltbrett konnte die Technik schließlich dazu bewegen das gewünschte Stockwerk zu erfragen und man ist gut beraten, wenn man hier auf Anhieb das Richtige eingibt, Korrekturen werden ignoriert und erneutes Gefummel ist angesagt. Schließlich stehen wir leicht ermattet vor unserem Gemach im siebten Stock und nur noch Kartenlesegerät Nummero drei trennt uns von einem weichen Bett. Hoffnungsfroh schieben wir die Karte in den dafür vorgesehenen Schlitz: hochkant/Vorderseite – nichts; hochkant/Hinterseite – nichts; hochkant/gedreht – nichts; hochkant/andersrum – wieder nichts. Ein rotes Licht signalisiert immerhin zwischendurch dass noch Leben im Gerät herrscht. Das grüne Licht, welches eine unverschlossene Zimmertür signalisiert, leuchtet im Sekundentakt neckisch auf, worauf wir uns jeweils vereint auf die Klinke werfen – ohne nennbaren Erfolg. Das Spielchen treiben wir ein ganzes Wochenende, wann immer wir ins Zimmer wollen und weder Schmeicheln, noch Drohen, noch wieherndes Gelächter vor der Zimmertür beschleunigen den Vorgang. Schon haben wir den Umstand selbstkritisch der Unfähigkeit von Landeiern zugeschrieben, als beim Auschecken die nette junge Dame an der Rezeption fragt ob alles zu unserer Zufriedenheit gewesen sei .“Die Zimmer waren fantastisch, wenn man denn mal drin war,“ bemerkten wir süffisant. Seufzend schüttelt sie das junge Haupt: “Wir haben die ganzen Magnetkarten kürzlich gegen neue ausgetauscht – ohne Erfolg.“ Es lebe das Zeitalter des Fortschritts oder doch lieber die solide Handwerkskunst des guten alten Schlossers! |
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