Der Fasnetsdienstagmorgen: Ein Prachtsprung bei Prachtwetter.
Foto: Wolf-Dieter Bojus und Moni Marcel
ROTTWEIL, 21. Februar - Das war mal wieder so richtig was fürs Rottweiler Herz: Ein saukalter Dienstagmorgen, ein strahlend blauer Himmel, eine funktionierende Uhr am Schwarzen Tor, eine überschaubare Zuschauermenge und herrlich gut gelaunte Narren - der Sprung am Dienstagmorgen ist halt einfach der schönste.
Da machten sogar die eingefrorenen Füße nichts mehr aus: Bei soviel Witz und Charme, Sprungkraft und Klepfergewalt und köstlichen Anekdötle aus dem Leben der Rottweiler wurde einem wieder richtig warm ums Herz. Und Sachen hatten sie dabei: Grassamen zum Begrünen der Innenstadt, Ostereier, Laptops in schwarz-gelb und sogar Segenssprüche - "Gott mit Dir Du Stadt der Narren" wünschte ein Schantle auf seinem Narrenbuch.
Sogar die kleinsten Narrole strengten sich mächtig an, ließen schnupfen oder scharrten wie die großen Federahannes - früh übt sich, was mal ein richtiger wilder Hannes werden will.
Dabei hielt sich beileibe nicht jeder an die von der altehrwürdigen Narrenzunft vorgegebenen Regeln, aber was macht das schon. Die Fasnet lebt von den Narren, nicht von strengen Vorschriften.
So hatte so manch Lärvle keine Plakette - oder gar eine selbstgebastelte, es gab Schantle mit Federahannes-Ambitionen und die wiederum hatten teilweise Rössle-Gelüste, der Guller wurde vom Rössle gejagt und am Ende wars wieder ganz besonders schee, als sich alle auf dem Friedrichsplatz versammelten, die Spiegele in der Sonne glänzten und drunter die Narrengesichter vermutlich vor Schweiß.
Nachdem kaum die letzten Rössle unten das Hauptkreuz passiert hatten, war es auch schon wieder Zeit für die Stadtkapelle auf dem Podium vor dem Rathaus Aufstellung zu nehmen und den letzten Elzacher, Oberndorfer und Überlinger Narrenmarsch zu spielen, das Publikum den letzten Schneewalzer schunkeln zu lassen und den allerletzten Rottweiler Narrenmarsch des Jahres verklingen zu lassen. Schön war sie wieder, die Fasnet 2012!
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