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Mittwoch, 30. September 2020

Geballte Kraft aus Aichhalden und Rötenberg

Zwei grundverschiedene Orte sind zu einem zusammengewachsen

(NRWZ Ortsporträt / Anzeige). Im Jahr 1974 fusionierte das katholische Aichhalden mit dem evangelischen Rötenberg, Arbeiterort traf auf landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Nach 44 Jahren kann man sagen: Eine Erfolgsgeschichte.

Will man von Aichhalden nach Rötenberg, so muss man kurvige vier Kilometer fahren, größtenteils durch den Wald. Zwei Orte, zwei Schulen, zwei Festhallen, zwei Kindergärten. „Die Entscheidung war damals, beide Standorte zu stärken“, erzählt Michael Lehrer, Bürgermeister von Aichhalden. „Und im Nachhinein war das sicherlich die richtige Entscheidung“. Auch wenn das hieß, zwei Schulen, zwei Kindergärten, zwei Festhallen zu unterhalten.

Doch das sei machbar – auch dank verschiedener Industrie-, Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die in Aichhalden und Rötenberg ihren Sitz haben, darunter sogenannte „hidden Champions“, die namentlich zwar nicht sehr bekannt, aber sehr innovativ und weltweit tätig sind. Das Gewerbesteueraufkommen beträgt rund vier Millionen Euro pro Jahr. „Der Fokus liegt auf Jugend und Kindern“, so Lehrer. Er sei sehr zufrieden mit der Entwicklung des Schulcampus in Aichhalden: Kindergarten, Schule, Lehrschwimmbecken, eine Festhalle, die derzeit um eine Drei-Feld-Sporthalle erweitert wird – alles auf einem Fleck. Allerdings seien die Krippenplätze knapp – „neue Krippenplätze schaffen in Aichhalden und in Rötenberg“, das sei ein wichtiges Projekt für die nächsten Jahre.

Wie sich die Investitionsmittel zwischen Aichhalden und Rötenberg aufteilen, dafür wurden vor Jahren schon die Weichen gestellt. Damals war der heutige Bürgermeister noch als Gemeinderat in Aichhalden aktiv.

Anstatt jeden Cent zwischen Aichhalden und Rötenberg aufzurechnen, habe man vor Jahren eine Liste von Projekten aufgestellt und diese gewichtet. So sei klar gewesen, dass während der Sanierung der Rötenberger Ortsmitte nicht viel in Aichhalden investiert werden könne. Andersrum wird derzeit die Erweiterung der Egon-Merz-Halle gebaut. So lange müssen andere Großprojekte warten.

Starke Unternehmen in Aichhalden-Rötenberg

Neues Pflegeheim: Baubeginn

Auf einem großen Grundstück mitten in Aichhalden war jüngst Baubeginn: Es entsteht ein neues Seniorenzentrum mit 78 Pflegeplätzen, einer Sozialstation und Kurzzeitpflegeplätzen. Der Investor ist die auf Pflegeimmobilien spezialisierte Carestone Group GmbH aus Garbsen bei Hannover. Betrieben werden soll die Pflegeeinrichtung dann von der MENetatis GmbH aus Bergheim bei Köln.

Zwei Ortsteile, zwei Baugebiete

Aichhalden wächst, und passend dazu wurden in beiden Ortsteilen Neubaugebiete ausgewiesen. Das Baugebiet „Sonnenäcker“ in Rötenberg ist erschlossen, es stehen aktuell Bauplätze zum Verkauf. Stolz ist Bürgermeister Michael Lehrer auf das innovative Energiekonzept des neuen Baugebiets Güntershöhe II in Aichhalden. Hier wird alte Technik innovativ genutzt: per „kalter Nahwärme“ wird das gesamte Neubaugebiet mit Warmwasser versorgt.

Handel und Gastronomie: noch gut

Gastronomisch gibt es die große Lücke, die der Leerstand des „Engel“ gerissen hat. Aber mit jeweils zwei gastronomischen Anlaufstellen je Ortsteil könne man noch zufrieden sein, findet Lehrer. Auch die Nahversorgung passt soweit: Bäcker, Metzger, Discounter sind vorhanden – und noch mehr: Glücklich sind die Rötenberger mit ihrem kleinen, aber feinen Supermarkt, der viel regionale Lebensmittel bietet, wann immer möglich ohne Plastikverpackung, und im Sommer zusätzlich zum Eiscafé mutiert.

Kommunales Kulturprogramm

Auch eine Verwaltung dürfe als Veranstalter tätig werden, findet Bürgermeister Lehrer. Bei Kultur gehe es nicht nur um Oper und sogenannte „Hochklassigkeit“, sondern jeder solle Anteil haben können, auch auf dem Land. In Aichhalden war schon mehrmals das Regionentheater mit Kabarett und Theatervorstellungen vor Ort.

Die nächste Veranstaltung ist „Karlsson vom Dach“, ein Stück für Kinder ab fünf Jahren aufwärts bis ins hohe Alter, das am morgigen Sonntag, 8. März, um 16 Uhr in der Josef-Merz-Halle aufgeführt wird. Karten dafür sind im Rathaus Aichhalden, der Ortsverwaltung Rötenberg und bei der Kreissparkasse Aichhalden sowie an der Tageskasse erhältlich.

Aichhalden geht mit der Zeit

Beim Stichwort „Digitalisierung“ kann Aichhalden ebenfalls punkten: Seit ungefähr einem halben Jahr gibt es die Aichhalden App, die in einschlägigen Download-Portalen heruntergeladen werden kann. Mit ihr sind die Aichhaldener und Rötenberger auf dem neuesten Stand, was Termine angeht. Außerdem gibt es den „Schadensmelder“: Mit der App können per Foto und GPS-Ortung ganz leicht Schäden, zum Beispiel eine defekte Sitzbank, an die Gemeindeverwaltung gemeldet werden. Auch die Push-Funktion sei sehr nützlich – so kann die Verwaltung beispielsweise bei kurzfristigen Straßensperrungen informieren.

Vieles gibt es in Aichhalden-Rötenberg also zweimal – und manches „nur“ noch einmal. So spielen die Jungen längst gemeinsam Fußball, das DRK und die Feuerwehr sind ebenfalls unter einem Hut, ebenso das Akkordeonorchester. „Man nimmt sich auch mal auf die Schippe und macht Scherzle übereinander“, meint Susen Krämer, Vorsitzende des Vereinsrings Rötenberg. „Ansonsten sind wir aber meistens eine große Familie, auch wenn‘s mal Reibereien gibt. Und natürlich helfen wir uns gegenseitig!“

Selbst wenn also Aichhalden und Rötenberg durch einen Wald getrennt sind: Die Ortsteile Aichhalden und Rötenberg sind, das kann man nach 44 Jahren feststellen, zusammengewachsen.