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Mittwoch, 23. September 2020

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Rückenstärkung für Angela Merkel

Distler schreibt Brief an die Kanzlerin

SCHRAMBERG (him) – Solidarität aus einer ungewohnte Ecke erfährt die Bundeskanzlerin: Beate Distler, Mitglied der Politischen Vereinigung Buntspecht sammelt Unterschriften unter einen Brief an die Bundeskanzlerin. Die Diplom-Sozialpädagogin Distler schreibt dazu: „Angesichts des immer größer werdenden Drucks auf die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise finde ich es wichtig, dass sich die Leute zu Wort melden, die ihre Politik hierbei gut finden.“ In ihrem Brief schreibt Distler unter anderem:

„Aus Hochachtung vor Ihrer klaren Haltung in der Flüchtlingskrise ist es mir ein inneres Bedürfnis, Ihnen für Ihre tagtägliche Leistung bei diesem Thema zu danken. Angesichts immer stärkerer Kritik an Ihrem Kurs, eine europäische Lösung zu finden, und der Alleingänge einzelner Länder halte ich es für notwendig, dass Menschen, die Ihre Politik richtig finden, das öffentlich bekunden.“ Schweigen und abwarten reichten nicht mehr aus.

Es erschüttere sie immer wieder, wie sehr Politiker und ganze Parteien betonten, dass es wichtig sei, „die Angst unserer Mitbürger vor Überforderung durch die Flüchtlinge ernst zu nehmen. Ich frage mich dabei, wer die Angst der Flüchtlinge vor Krieg, Verfolgung, Hunger, Tod und Perspektivlosigkeit ernst nimmt? Die Angst vor Überforderung wird massiv geschürt und heraufbeschworen. Vielleicht liegt das daran, dass sich viele nicht mehr vorstellen können, wie es ist, wirklich in Lebensgefahr zu sein.“

Sie könne jeden Menschen verstehen, der sich auf den Weg macht, um in eine sichere Lebenslage zu gelangen, in der es eine gestaltbare Zukunft gibt. Die Menschen, die zu uns flöhen, seien für die Situation in ihren Herkunftsländern nicht verantwortlich. „Genauso wenig, wie jeder Einzelne von uns dafür verantwortlich ist, dass wir in Reichtum und Sicherheit leben dürfen“, schreibt Distler. Und weiter: „Dass Deutschland nicht die ganze Welt retten kann, ist für Sie selbstverständlich, deshalb versuchen Sie pausenlos eine europäische Lösung zu finden.“ Sie sei froh, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann öffentlich zu Merkel halte und sich in dieser wichtigen Frage nicht von parteipolitischen Interessen leiten lasse.

„Wenn es uns gelingt, die vielen Menschen zu integrieren, können wir nur gewinnen. Ich glaube auch, dass wir das schaffen. Wir brauchen Arbeitskräfte, Rentenzahler und vor allem Menschen, die uns vor Augen führen, dass es nicht reicht, selbst satt und sauber zu sein.“

Sie fühle sich als Christin in der Pflicht, Menschen in Not zu helfen.“ Jesus sagt, was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan. Wir haben als Christen jetzt die große Chance, der Welt zu zeigen, wie sich Christen verhalten und was Christsein bedeutet. Das ist etwas ganz anderes, als die Angst vor Islamisierung zu schüren. Wir müssen unseren Glauben nicht verteidigen, sondern sollen ihn leben. Das ist der Unterschied. Christen sind nicht daran zu erkennen, dass sie sich fürchten, sondern daran, dass sie in schwierigen Situationen mutig und vertrauensvoll vorangehen und ihren Nächsten lieben wie sich selbst.“

Distler schließt mit dem Wunsch, dass die Kanzlerin „sich bei allem Gegenwind nicht von Ihrem Kurs abbringen lassen und weiterhin genügend Unterstützer und Unterstützerinnen haben.“

Info:
Wer den Brief unterstützen will, kann sich bei Beate Distler in Schramberg E-Mail beate.distler@web.de oder über www.beate-distler.de näher informieren.

 

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