Der Rottweiler AfD-Landtagsabgeordnete Emil Sänze hat in der Facebookaffäre Stellung zu den Angriffen der Kreis-SPD bezogen. „Bevor der SPD- Kreisverband meint, den Mistkübel über der AfD auslehren zu müssen, sollten sie sich besser der eigenen (Un-)taten rühmen“, so Sänze. Zugleich hat sich der von ihm geführte Kreisverband Anfang der Woche jenes Mitglied seines Amtes enthoben, das auf der Facebookseite der Kreis-AfD veröffentlicht hatte, dass Migranten ersaufen mögen.

Am 29. Juli erschien auf der Facebook-Seite des Kreisverbands Rottweil-Tuttlingen ein Beitrag, „der Flüchtlinge, die in unsicheren Booten über das Mittelmeer zu uns kommen, in unangemessener menschenfeindlicher Weise anprangerte“, erklärte der AfD-Kreisverband gestern. Dieses Posting sei schnellstmöglich gelöscht worden.

Um den Fall zu klären, habe der Kreisverband unverzüglich reagiert und sowohl eigene Untersuchungen eingeleitet, als auch mit der Staatsanwaltschaft Rottweil Kontakt wegen einer möglichen Strafanzeige aufgenommen, so die Mitteilung der Kreis-AfD weiter. Nachdem aufgedeckt worden sei, dass ein Mitglied des erweiterten Vorstands gepostet hatte, wurde dieses Mitglied des Kreisvorstandes umgehend beurlaubt und nach einer außerordentlichen Sitzung einstimmig seines Amtes enthoben. Laut dem Kreisvorstandssprecher und AfD-Landtagsabgeordneten Emil Sänze werde ein Parteiordnungsverfahren gegen dieses Mitglied eingeleitet.

In der Nacht nach breiterem Bekanntwerden des Postings – und entsprechenden Reaktionen – hatte Michael Bock, aus Rottweil stammender Beisitzer im AfD-Kreisvorstand sein Mandat per sofort niedergelegt. Bock gehörte diesem Vorstand seit November 2013 an.

Ein weiterer Name taucht im neuen Vorstand nicht mehr auf: Christian Bauer. Ist dieser der Urheber des umstrittenen Postings? Die AfD macht dazu „aus personenschutzrechtlichen Gründen“, wie es heißt, keine Angaben. Sie bezieht sich dabei auf „die gängige Praxis der Medien, Betroffene zu anonymisieren, um möglichen Angriffe auf diese Person keinen Vorschub zu leisten.“

Zu einem Leserbrief der Kreis-SPD, unterzeichnet von Torsten Stumpf, Elke Ringl-Klank und Mirko Witkowsk, hat AfD-Mann Sänze ebenfalls gegenüber der NRWZ Stellung bezogen. In dem Leserbrief schrieben die SPDer: „AfD ist eine Schande für Rottweil und Tuttlingen“. Sänze antwortet:

„Hold your Horses“ oder besser auf gut Deutsch: „Immer langsam mit den jungen Pferden“.  Bevor der SPD- Kreisverband meint, den Mistkübel über der AfD ausleeren zu müssen, sollten sie sich besser der eigenen (Un-)taten rühmen. Jedenfalls kenne ich bei der AfD keine Mitglieder, wie Frau Hinze, die jahrelang unter falscher Vita Professionalität vorgegaukelt hat, auch gibt es bei uns keinen ehemaligen Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, der während seiner Abgeordnetenzeit Jura studierte und irgendwie seinen Doktor gebastelt hat. Pädophilie wird in unsere Partei ebenfalls nicht geduldet – davor schützt auch kein indischer Migrationshintergrund, ebenso hat Sarrazinscher Rassenhass keine Chance, der in einem billigen Versuch die genetische Abhängigkeit von Bildung und Herkunft erklärt.

Die Liste der Namen kann bei der SPD ins Unendliche fortgeführt werden, aber ich darf daran erinnern, dass es in unseren Reihen auch keine Gazprom-Direktoren gibt, die dicke Cohibas rauchen und sich auf Kosten der SPD Wähler ihr schönes Leben finanzieren.

Bevor sich die Damen und die Herren der Kreis-SPD echauffieren und die Bekämpfung der Flüchtlingshilfe vor Ort als Lösung vorschlagen, sollten sie ihre SPD-Granden in der Regierung fragen, warum sich die Flüchtlingshilfe seit Jahren im Rückwärtsgang befindet und Deutschland in dieser Zeit zum drittgrößten Rüstungsexporteure der Welt wurde?! Auch könnten sie sich die Frage stellen, warum wir die Freiheit Deutschlands am Kundus verteidigen und diese Milliardenbeträge nicht in den aktiven Aufbau der betroffenen Länder stecken?!

Um aktuell zu bleiben, fragen sie Herrn Gabriel, warum er per Sondererlaubnis der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka zugestimmt hat? Der gute Mann von der SPD wollte Arbeitsplätze schonen, hat nur leider als Wirtschaftsminister noch nicht mitbekommen, dass durch Konzentration Arbeitsplätze wegfallen und sich nicht vermehren.

Bei diesen Fragestellungen geht nicht allein der Kreis-SPD die Luft aus, denn sie müsste Lösungen liefern und das ist weitaus schwieriger als die moralische Keule zu schwingen. Wir sind uns im Übrigen sicher, dass nicht wir bei der nächsten Wahl die Quittung bekommen werden, sondern die SPD.

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