“Aus der Hoffnung handeln und leben”

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Ein Podiumsgespräch eröffnete die 11. Rottweiler Reihe Religionen im türkisch-islamischen Gemeindehaus. Eingeladen hatte die türkisch-islamische Gemeinde Rottweil, die evangelische Kirchengemeinde, die katholische und eangelische Erwachsenenbildung, sowie die israelitische Kultusgemeinde Rottweil/Villingen-Schwenningen.

Unter dem Titel „Und dennoch… – was gibt uns Hoffnung?“ sprachen Kübra Kısa, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Islamische Theologie Tübingen, Pfarrer Jochen Maurer, Evangelisches Pfarramt für das Gespräch zwischen Christen und Juden und Veronika Besenfelder, Religionspädagogin am spirituellen Zentrum Kapellenkirche miteinander. Michael Malafy von der israelitischen Kultusgemeinde konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen.

Die Podiumsteilnehmenden definierten, was der Begriff Hoffnung für sie bedeutet und erzählten eigene Hoffnungsgeschichten. Von ganz persönlichen, in denen Menschen sich ohne Vorurteile begegnen, bis zu weltpolitischen, wie dem Fall der Mauer. Braucht es den Glauben, um Hoffen zu können?, war eine der Fragen, denen sie sich anschließend stellten. Jochen Maurer erklärte, dass gerade in der hebräischen Bibel, viele Texte von großen Katastrophen berichten. Gleichzeitig fordern sie dazu auf, nach der Katastrophe weiterzumachen. „Gott ist mittendrin, gerade auch in aussichtslosen Situationen,“ betonte Maurer. “Wir können Hoffnung verbreiten, indem wir uns selbst als Vorbild für ein friedliches Miteinander begreifen, aus unserer Hoffnung handeln und leben,” erläuterte Kısa.

Die Geschichte von Elija (1. Kön 19) ist zentral für Besenfelders Verständnis von Hoffnung. Sie betonte, wie wichtig es ist, dass wir bereit sind, unser Inneres zu prüfen und unsere Welt achtsam wahrzunehmen. Unser Gegenüber in seiner Würde anzuerkennen, ist für sie grundlegend für eine gelingende Zukunft.

In der Hinleitung zum Gespräch und in den anschließenden Fragen aus dem Publikum wurde die aktuelle Lage im Nahen Osten thematisiert und es kam zur Sprache, inwiefern es der Konflikt schwer macht „und dennoch“ zu sagen. „Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten den Menschen in Israel,“ betonte Pfarrerin Anja Forberg im Namen der Veranstalter. „Wir denken auch an die palästinensische Zivilbevölkerung, die unter dem Krieg, den Israel jetzt mit der Hamas führt, leidet,“ fügte sie hinzu. „Wie begegnen wir nun der hoffnungslosen Lage im Nahen Osten, der Polarisierung und dem Populismus?“, fragte ein Gast.

Sich kennenlernen, aufeinander zugehen, voneinander und miteinander lernen, hilft, Polarisierung zu überwinden, so Kısa. Als Beispiel nannte sie das jüdisch-islamische Begegnungsprojekt Shalom-Salam in Stuttgart. Mustafa Keskinsoy ergänzte, dass ihm, als Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde, die Begegnung und das Miteinander mit allen Menschen und Religionen in Rottweil wichtig ist und dass dieser Grundsatz sein Handeln bestimmt.

Die Aufforderung, Gesicht zu zeigen und Solidarität auszudrücken mit Menschen in unserem Land, die wegen des Krieges im Gazastreifen angegriffen werden, sowie Haltung gegen jegliche Form des Antisemitismus und Rassismus zu zeigen, setzt den Schlusspunkt unter einen intensiven Abend.

Die Rottweiler Reihe Religionen geht weiter am Dienstag, 7. November im Central Kino in Rottweil um 19:30 Uhr mit dem Film, „Nicht ganz koscher: Eine göttliche Komödie.“

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