Woodstock 1969, Rottweil 2016, das lässt sich doch sehen. Zum Vatertag spielt beim Jazzfest einer der ganz Großen im Blues auf: Taj Mahal mit seinem Trio hat für eine rappelvolle Stallhalle gesorgt. Und mit knapp 75 Jahren stimmlich wie musikalisch noch eine Menge zu bieten.

Blues and more: Taj Mahal hat seit Jahrzehnten unzählige Stilrichtungen in seinen Blues integriert, neben den Bühnen der Welt auch die Kinoleinwand (etwa bei Blues Brothers 2000) beglückt, Alben über Alben eingespielt und sich einen immensen Fanclub erarbeitet.

Entsprechend sind hunderte Zuhörer zum Jazzfest angereist, wo Taj Mahal mit Kester Smith am Schlagzeug und Bill Rich am Bass ein dichtes, klangvolles Set nebst Zugaben spielt. Er selbst großteils an den Gitarren, auch mal an den Tasten, immer ein wenig schalkhaft und überaus imposant.

Kurze, angerissene Licks bauen in Sekundenschnelle Druck auf, präzise unterlegt der Bass ein wuchtiges Fundament, zirkelt das Schlagzeug mal sechs Achtel, mal vier Viertel ab. Tragend dazu die mächtige Stimme Henry St. Clair Fredericks‘, so sein eigentlicher Name, immer wieder im Wechsel mit perlenden Läufen über die Blues-Skala hinaus.

Fesselnd, wie immer wieder das klagende, traurige Element des Blues wechselt mit Fröhlichkeit und Ausgelassenheit, laute und leise Passagen die Dynamik nie missen lassen, Taj Mahal und Gesellen sich auf ein Fundament aus Jahrzehnten musikalischer Erfahrung beziehen. Trotz hohen Besucherandrangs bleibt das Konzert dabei fast intim, sitzen Zuhörer noch vor den Stuhlreihen am Boden, schwelgen und genießen. Zu Recht.

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