Deißlinger Narrenräte und die Hage-G’schicht auf Arabisch

Deißlinger Narrenräte und die Hage-G’schicht auf Arabisch

DEISSLINGEN – Damit die vielen Flüchtlinge auch wirklich im Ort ankommen, müssen sie integriert werden. Dazu gehört natürlich auch die Fasnet, und deshalb haben sich Rainer Schmeh und Klaus Kapala von der Narrenzunft am Montag in den Hagestall aufgemacht, wo sich jede Woche die Flüchtlinge mit der Ortsverwaltung und den ehrenamtlichen Helfern treffen, um unter anderem die deutschen Gesetze näher kennen zu lernen.

Nun kennen sie auch die dumme Geschichte der Deißlinger Hageverwürger, die ihnen Rainer Schmeh auf Englisch erklärte und die dann ins Arabische übersetzt wurde. Einen passenderen Ort dafür gibt´s eigentlich nicht, denn hier im Hagestall ist sie passiert, hier findet man sogar noch die Klappe, durch die der arme Stier damals allzu fest gezogen wurde, um seinen Nasenring zu bekommen.

Die Iraker und Syrer jedenfalls hatten einen Riesenspaß am Missgeschick der alten Deißlinger, und der eine oder andere traute sich dann gar, in das schellenbesetzte Kuhfell samt gehörnter Maske zu schlüpfen, allen voran der kleine Murad. „Ihr seht also, Ihr braucht keine Angst zu haben, in anderen Orten gibt’s viel gefährlichere Narren!“ beruhigte Schmeh.

Und übte dann mit den Anwesenden gleich lautstark den Narrenruf, sodass ein vielstimmiges „Hage-Muh“ durch den Stall hallte. Auch die Hemdglonker kennen die Flüchtlinge jetzt und sie wissen, dass ab Fasnetssamstag nicht mehr der Schultes, sondern der Zunftmeister Chef im Ort ist – insofern dürfte da nichts mehr schiefgehen an der Fasnet.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 19. Januar 2016 von Moni Marcel (mm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/deisslinger-narrenraete-und-die-hage-geschichte-auf-arabisch/107142