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    Die Angst vor dem Verlust des Wohlstands, oder: Wie die Flüchtlingsaufgabe Gemeinde und Gesellschaft spaltet

    Ein Bürgermeister über "besorgte Bürger", einen RTL II guckenden Syrer, die "Bringschuld Integration" und die Folgen des "Wir schaffen das"

    Die Flüchtlinge sind da. Niemand habe sie wirklich gerufen, sie seien schlicht nicht aufzuhalten gewesen. Nun entstehe entweder ein Wettbewerb zwischen den teils leistungsbereiten Neuankömmlingen und den teils lethargischen Einheimischen, oder ein Konflikt, der nicht immer nur mit Worten ausgetragen werde. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, dass es nicht zu diesem Kampf komme. Flüchtlinge wie Deutsche. So sieht es der Bürgermeister der beschaulichen Gemeinde Deißlingen im Süden der Republik.

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    Wer sagte nochmal „Wir schaffen das“? Bob, der Baumeister? Ja, der auch. Nachhaltiger die Folgen, nachdem Kanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das“ Mitte 2015 angesichts eines anrückenden Flüchtlingsstroms gesagt hat. Es ist ein Satz „für ganz große Projekte“, findet Ralf Ulbrich. Der Bürgermeister hat sich mit dem Satz der Kanzlerin beschäftigt. In einem Beitrag für einen Blog hat er sich weit darüber hinaus mit der Spaltung seiner Gemeinde und der Gesellschaft beschäftigt, mit einer „Trennlinie mitten durch Familien, Vereine, Freundeskreise und Arbeitskollegen.“ Ulbrich schreibt über die 1,5 Prozent Bevölkerung, die 100 Flüchtlinge, für die er zuständig ist, über die Pflicht zur Integration, den Preis für das gut versorgte Leben hier und über den mitunter mangelnden Biss bei den eigenen Landsleuten. 

    Ralf Ulbrich. Foto: mm
    Ralf Ulbrich. Foto: mm

    „Das Thema treibt mich um“, sagte Ralf Ulbrich schon im April auf die Frage, warum er sich in der Flüchtlingsfrage so engagiert und auch auf Facebook immer wieder Dinge klarstellt und kommentiert. Denn inzwischen sei eine Spaltung zu spüren, „das tut fast weh.“ Eine Spaltung der Gesellschaft in diejenigen, die für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen sind und diejenigen, die das ablehnen. Ein Schwarzweißdenken.

    Man kann sagen, Ulbrich sei gut einen Monat später nicht weiter. Die Flüchtlingsfrage treibt ihn weiterhin um, die Folgen der Zuwanderung auch, die Spaltung, die er wahrnimmt, ohnehin. Aber der Bürgermeister hat sich die Mühe gemacht, seine Gedanken in einem Aufsatz aufzuschreiben. Er hat einen Beitrag für den noch jungen Blog „Mein Gesicht / meine Geschichte“ verfasst. Die Website befasst sich offenbar seit kurzem mit „Massen von Vertriebenen, die nach Deutschland strömen“, und will der „Versuch einer Individualisierung“ sein.

    In dem Aufsatz schreibt Ulbrich davon, dass er einen gesunden Wettbewerb erhoffe, „der unsere jungen aus ihrer Lethargie erwachen lässt und für beide Seiten ein mehr an Leistung bewirkt und unserer Gesellschaft zugute kommt.“ Als Alternative dazu sieht der Bürgermeister „einen Konflikt, der nicht immer nur mit Worten ausgetragen wird.“

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    Beide Seiten müssten „etwas leisten“, so der Bürgermeister. Die Deutschen – die auf Wohlstandsschollen säßen – müssten die Entwicklung gestalten und lenken. Die Flüchtlinge müssten sich integrieren. Basta.

    Integration ist für mich zunächst eine Bringschuld unserer Gesellschaft. Aber dann sind die Flüchtlinge gefordert – unsere Werte wie Toleranz, Religions- und Meinungsfreiheit, Demokratie und die Gleichheit von Mann und Frau sind nicht verhandelbar und sind der Preis für ein Leben in Deutschland. In meinen Augen kein sehr hoher Preis.

    NRWZ.de bringt den Aufsatz des Bürgermeisters der Gemeinde Deißlingen in voller Länge.

    Innen-an-sichten

    Ralf Ubrich. Archiv-Foto: nrwz
    Ralf Ubrich. Archiv-Foto: nrwz

    Es ist ein Satz, den alle Eltern kennen, die Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter haben. Ein Satz, den ihnen bevorzugt ihre männlichen Sprösslinge immer wieder gerne entgegen schmettern, wenn im Sandkasten die ganz großen Projekte angegangen werden, man ihnen die Abenteuer von Bob und Wendy vorliest oder sie eben jene Protagonisten auf irgendwelchen unsäglichen Verpackungen, Devotionalien oder im allerschlimmsten Fall im Fernsehprogramm entdecken. Ein Satz, der im September unsere bis dahin bekannte Welt verändert hat: Das schaffen wir! Ähhh – ja, ohne das sonst üblicherweise vorangestellte „Yo!“ und nicht aus dem Mund von Bob Baumeister, sondern einer nicht minder bekannten Person der Zeitgeschichte, von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein Satz, der bei aller Oberflächlichkeit in den vergangenen Monaten in der Tat Tiefgang entwickelt hat und der seither die Gesellschaft nicht mehr in Kinderlose und Jung-Eltern spaltet, sondern eine ganz neue Trennlinie mitten durch Familien, Vereine, Freundeskreise und Arbeitskollegen gezogen hat. Auf der einen Seite diejenigen, denen dieser Satz zum Dogma und Lebensinhalt wurde und auf der anderen Seite diejenigen, die seither die Welt und am allerwenigsten die auf der anderen Seite und allen voran unsere Kanzlerin verstehen. Dazwischen gibt es nur noch wenige handverlesene, die wiederum beide Seiten verstehen können und sich doch keinen Reim darauf machen können, wie es im 21. Jahrhundert in einer Gesellschaft wie der unseren überhaupt zu solch einer Lagerbildung kommen konnte. Ich will von diesem einsamen Platz aus einen Blick in beide Lager wagen, nicht um einen Erklärungsversuch zu geben, sondern vielmehr um einen ganz und gar subjektiven Zustandsbericht unseres Gemeinwesens abzugeben, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebt.

    Nüchtern betrachtet haben sich die Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft seit dem Sommer 2015 kaum verändert. In vielen Regionen Deutschlands herrscht Vollbeschäftigung, die Politik arbeitet sich an den üblichen Themen ab, drei Landtagswahlen haben teils veränderte Regierungskoalitionen mit sich gebracht und der FC Bayern dominiert nach wie vor die Bundesliga. Ach ja, und unsere Bevölkerung ist nach einigen Jahren Schrumpfung unerwartet um sage und schreibe rund 1,5 % gestiegen. Und das bei einer sogar noch leichten Verbesserung unserer demografischen Daten; haben diese 1,5 % Deutschland sogar noch etwas verjüngt. Dennoch scheiden sich an diesen 1,5 % die Geister. Für die einen – links der Trennlinie – sind sie eine willkommene Frischzellenkur für unsere erstarrte und sich in Vergreisung befindender Gesellschaft , für die auf der rechten Seite dieser Linie sind sie der Untergang des Abendlandes, unseres Wohlstands und überhaupt von allem, was uns lieb und teuer ist.

    Auch die Gemeinde, der ich vorstehen darf, hat einen Zuwachs von 1,5 % erfahren und das sind bei uns ziemlich genau 100 Menschen. Es sind Menschen im Altern von wenigen Wochen bis knapp 60, Männlein und Weiblein und was ihren gesellschaftlichen Hintergrund angeht ein ziemlich guter Querschnitt durch alle Schichten. Da sind Menschen wie Ali, der sich bei uns nicht nur ein sicheres und besseres Leben als in Damaskus erhofft hat, sondern auch medizinische Heilung eines ärztlichen Kunstfehlers, der ihm im nicht mehr existenten syrischen Gesundheitssystem wiederfahren ist. Dieser Kunstfehler lässt ihn seinen rechten Arm nach einer Verletzung zwar noch als Teil seines Körpers, aber als nicht mehr zu gebrauchendes Anhängsel wahrnehmen, das nicht einmal mehr in der Lage ist, eine volle Teekanne festzuhalten. Diesem jungen Mann Mitte 20 gibt nun eines der besten Gesundheitssysteme dieser Welt in aller Deutlichkeit zu verstehen, dass aus seinem Arm auch nichts mehr werden wird. Dass man ihm nicht helfen kann, weder im Rottweiler Krankenhaus, noch in der Berliner Charité. Seither verbringt er frustriert und enttäuscht seinen Alltag auf dem Sofa mit RTL2 und Co. und fragt sich, was er hier eigentlich sucht oder vorgehabt hatte zu finden.

    Oder Menschen wie Muhadi, der aus dem syrischen Hinterland stammt und mit seiner kompletten Familie – Eltern, Frau und eigene Kinder – hier angekommen ist. Angekommen allerdings im wahrsten Sinne des Wortes. Die ganze Familie, landwirtschaftlich geprägt und in ihrem früheren Leben nicht gerade unzufrieden, kann weder lesen noch schreiben, weil sie es in diesem früheren Leben nicht mussten oder auch die Zeit neben der Landwirtschaft einfach nicht da war, um es zu lernen. Nun ist Zeit im Überfluss vorhanden, weil das tägliche Brot nicht auf dem Acker wächst, sondern von 359,- € Hartz IV im örtlichen Supermarkt besorgt werden kann. Die Familie merkt aber schnell, dass sie die Zeit nutzen muss, wollen sie sich doch hier eine neue Existenz aufbauen. Auch wenn man Analphabeten leichtfertig einen fehlenden Intellekt unterstellt, hat diese Familie mit als erste kapiert, dass sie schleunigst nicht nur lesen und schreiben, sondern vor allen Dingen Deutsch lernen muss – und tut dies mit Erfolg. Muhadi hat jetzt, nach einem halben Jahr in Deutschland, bereits seinen ersten Job. Zwar auf 450,- €-Basis, aber immerhin. Und er will mehr erreichen; für sich und seine Familie.

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    Wieso spalten Menschen wir Ali oder Muhadi unsere Gesellschaft, ja unsere Dorfgemeinschaft derart? Zwei Biografien, die zumindest im Fall von Ali ‚zig tausendfach auch unter unseren Landsleuten vorkommen und bislang niemanden wirklich verängstigt oder verärgert haben. Es ist wohl zum einen die Dimension der Aufgabe, die manche von uns verängstigt: Da werden Bilder von endlosen Flüchtlingstrecks in den Medien auf und abgespielt, vermischt mit Gewaltszenen an Grenzen oder in Auffanglagern. Und die alle sollen wir aufnehmen? Und auch noch in unserer Nachbarschaft?

    Und da ist zum zweiten und viel mächtiger eine weitere Angst, die wohl viele umtreibt. Die Angst vor dem Verlust. Vor dem Verlust des eigenen, bescheidenen Wohlstands. Vor dem Verlust des unsicheren, weil nicht gerade anspruchsvollen Arbeitsplatzes. Vor dem Verlust der Scholle, auf der wir es uns in den vergangenen Jahren bequem gemacht haben. Die Reaktion darauf ist allzu bekannt und allzu menschlich: Runter von meiner Scholle, sonst kippt sie oder geht gar noch mit uns beiden unter.

    Diesen beiden Denkmustern liegen mehrere Fehler zugrunde und es wäre wichtig für uns, sich diese vor Augen zu führen und sich damit auseinanderzusetzen. Ja, die Zahl derer die kommen, ist kein Pappenstiel. Und nein, wir werden nicht alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen und vor allen Dingen integrieren können. Aber sie sind nun einmal hier, vor unserer Haustür, in unserer Nachbarschaft. Und liebe „besorgte Bürger“: Sie wären auch ohne Einladung unserer Kanzlerin gekommen. Glaubt jemand ernsthaft, dass sich ein Mensch, der Krieg und Terror, Kriminelle und Schlepperbanden, Wüste, Meer und eine wochenlange Odyssee hinter sich hat, sich von einem Grenzzaun aufhalten lässt? Ausbremsen ja, aber nicht aufhalten und schon gar zurückschicken. Wir werden das in den kommenden Monaten in Idomeni mit erleben können. Wir sehen aber jetzt schon Bilder von dort, die kaum zu ertragen sind und die viele nachdenklich werden lassen. Aber zurück zu denen, die tatsächlich schon hier sind:

    Es sind wie oben ausgeführt ganz normale Menschen, mit Zielen und Vorstellungen, die nun hier versuchen, ihren Weg zu machen. Es sind derzeit rund anderthalb Prozent unserer Bevölkerung, was nicht wirklich viel ist, aber es werden mehr werden. Es sind aber genau diese paar Prozentpunkte, die unserer Gesellschaft gut tun und die wir eigentlich auch dringend brauchen. Deutschland altert und schrumpft zunehmend und unsere sozialen Systeme sind zumindest auf eine stabile Bevölkerungsentwicklung ausgelegt. Natürlich bräuchten wir sie ausschließlich als Fachkräfte, aber sie stellen eben genauso einen Querschnitt aller Gesellschaftsschichten dar, wie unsere eigene Gesellschaft auch. Gisela Erler, baden-württembergische Staatssekretarin für Zivilgesellschaft, hat vor einigen Wochen hierzu zwei Sätze formuliert, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht: „Wir werden mindestens 10 Jahre in die Flüchtlinge investieren müssen, bis sie wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft werden. Aber wir werden in die Kinder, die heute geboren werden 20 Jahren investieren müssen und erhalten ebenfalls keine Erfolgsgarantie“. Ich bin der festen Überzeugung, dass nicht alle Kindergartenfreunde meiner Kinder in 20 Jahren wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft und gesuchte Fachkräfte sein werden.

    Das wäre wiederum die Überleitung zur erwarteten Verdrängung: Ich erlebe tatsächlich, dass unter unseren Flüchtlingen Menschen sind, die wie Muhadi einen unbändigen Lern- und Integrationswillen haben. Die Biss haben – jenen Biss, der unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen heutzutage zunehmend abgeht. Diesen Biss vermisse ich bisweilen schmerzlich. Und es ist bezeichnend, wenn die diesjährige Shell-Jugendstudie der heutigen Jugend-Generation genau das auch noch wissenschaftlich bescheinigt: Sie seien zwar nicht uninteressiert, aber sie seien angepasst. So angepasst, wie keine Generation vor ihnen. Um mich nicht falsch zu verstehen: Angepasst sein halte ich zunächst einmal für nichts negatives. Aber wenn Angepasstsein bedeutet, bequem zu sein, dann kann es ein Problem werden. Und letzteres ist es in meinen Augen bereits. Wir haben in unserer Wohlstandsgesellschaft keinen Grund mehr zu kämpfen, um nach oben zu gelangen. Die oben genannte Scholle ist für die allermeisten unserer Gesellschaft groß genug, zumal im reichen und vergleichsweise sorglosen Baden-Württemberg. Auf diese Schollenbewohner treffen nun Flüchtlinge und wollen mit aller Macht, mit Motivation und unbändigem Willen auch so eine. Eine Scholle, die die Flüchtlinge in dieser Form bislang noch nie gekannt haben und die ihnen erstmals in greifbarer Nähe erscheint. Das kann zweierlei auslösen: Einen gesunden Wettbewerb, der unsere jungen aus ihrer Lethargie erwachen lässt und für beide Seiten ein mehr an Leistung bewirkt und unserer Gesellschaft zugute kommt. Oder einen Konflikt, der nicht immer nur mit Worten ausgetragen wird. Hoffen wir aus ersteres. Letzteres wird unschön sein; ich kann es aber nicht ausschließen, dass es auch soweit kommen wird. Wir, jeder einzelne von uns kann diese Entwicklung aber mit gestalten und lenken. Es ist jeder aufgefordert, seinen Teil hierzu zu leisten.

    Etwas müssen unsere Flüchtlinge aber leisten, und diese Haltung vertrete ich ohne Kompromiss: Sie müssen sich integrieren, wenn sie für sich eine dauerhafte Zukunft in Deutschland sehen. Selbstverständlich müssen wir ihnen zuerst beibringen, was das für uns heißt und sie dabei an die Hand nehmen und viel, sehr viel erklären. Integration ist für mich zunächst eine Bringschuld unserer Gesellschaft. Aber dann sind die Flüchtlinge gefordert – unsere Werte wie Toleranz, Religions- und Meinungsfreiheit, Demokratie und die Gleichheit von Mann und Frau sind nicht verhandelbar und sind der Preis für ein Leben in Deutschland. In meinen Augen kein sehr hoher Preis.

    Mein Name ist Ralf Ulbrich und ich bin seit 2009 Bürgermeister der Gemeinde Deißlingen (Lkr. Rottweil/Baden-Württemberg). Die Flüchtlingsthematik betrifft mich unmittelbar beruflich, da die Kommunen die Hauptlast der Unterbringung und Integration tragen. Sie treibt mich aber auch privat um, weil diese Entwicklung in meinen Augen unsere Gesellschaft in vielen Belangen verändern wird, wie kaum eine andere zuvor.

     

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