Dahin soll es kommen, das zusätzliche, zweite Rottweiler Parkhaus: das Hack'sche Gelände an der Bahnhofstraße. Archiv-Foto: Detlef Berndt
Dahin soll es kommen, das zusätzliche, zweite Rottweiler Parkhaus: das Hak'sche Gelände an der Bahnhofstraße. Archiv-Foto: Detlef Berndt

Die Rottweiler Freien Wähler fordern de facto einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge in Rottweil – jedenfalls für den Moment. Rottweil habe sein Soll übererfüllt, habe statt der geforderten Quote von 18 bereits 28 Prozent der Flüchtlinge im Landkreis aufgenommen, argumentiert die Stadtratsfraktion. Jetzt seien andere Kommunen zur Aufnahme verpflichtet. Und: Rottweil müsse jetzt an Parkplätze denken.

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Das schreiben die Freien Wähler im Gemeinderat in einem Antrag, den sie an den Oberbürgermeister der Stadt Rottweil, Ralf Broß gerichtet haben. Darin plädieren sie dafür, das Haus Bahnhofstraße 1 zugunsten künftiger Parkplätze abzureißen. Dieser Abriss ist zuletzt zurückgestellt worden, weil das leer stehende und im städtischen Besitz befindliche Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen bereitgehalten werden sollte.

„Die Stadt Rottweil hat nach dem Verteilungsschlüssel des Landkreises Rottweil 18 Prozent der Flüchtlinge aufzunehmen“, erklären die Freien Wähler nun. Aktuell werde dieses Soll weit übererfüllt mit 550 Flüchtlingen oder einem Anteil von 28 Prozent der auf den Landkreis Rottweil verteilten Flüchtlinge. „Somit“, so die Freien Wähler weiter, „sind nach unserer Ansicht bis auf weiteres andere Gemeinden des Landkreises zur weiteren Aufnahme verpflichtet, bevor überhaupt an weitere Unterbringungen in unserer Stadt zu denken wäre.“

Das Haus Bahnhofstraße 1 hat für die Freien Wähler strategische Bedeutung. Die Stadt Rottweil habe dieses sogenannte Hack’sche Haus mit der Intention gekauft, dort ein Parkhaus zu bauen. Entsprechende Verkehrsgutachten hätten die Notwendigkeit eines solchen Vorhabens gezeigt und den Standort als geeignet befunden. Es nun für die Belegung mit Flüchtlingen vorzuhalten, würde die Stadtentwicklung nachteilig beeinflussen, so die Freien Wähler. Es geht ihnen um Parkplätze. 

Diese Parkplätze sind nach Ansicht der Freien Wähler nicht nur im Hinblick auf die in der Stadt erwarteten Touristenströme zum Testturm und gegebenenfalls zur Hängebrücke nötig. Zeitlich viel näher liegt, dass im Rahmen der Baumaßnahmen an der Villa Duttenhofer Parkplätze im Bereich der Ruhe-Christi-Straße wegfallen werden. Diese müssten „daher jetzt durch Abriß des Hack’schen Hauses und Neuanlage von Parkplätzen ausgeglichen werden“, so die Freien Wähler. Zu bedenken sei dabei auch, dass ausreichender und vor allem objektnaher Parkraum für jeden potenziellen Pächter (der Villa Duttenhofer) „einen harten Standortfaktor“ darstelle.

Folglich stellt die Fraktion der Freien Wähler „den Antrag, das Gebäude Bahnhofstraße 1 umgehend abreißen zu lassen, um das Areal seiner ursprünglichen Bestimmung – der Gewinnung zusätzlicher Parkplätze- zuzuführen.“