Eschbronn setzt auf Gas und Glas

Eschbronn setzt auf Gas und Glas

ESCHBRONN (pm) — Als „einmalige Chance für alle Gebäudeeigentümer“ erkannten Gemeinderat Wolfgang Auber und Thomas Weber die Initiative „Gas und Glas“, die die Gemeinde Eschbronn gemeinsam mit der EGT auf den Weg bringen will. Im Zuge der Erschließung der Gemeinde mit Erdgasleitungen soll dabei auch Vorsorge für eine zukunftsfähige Breitbandversorgung getroffen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde.

Die EGT hat sich dabei auf Drängen der Gemeinde breit erklärt, zu einem günstigen Preis mit der Gasversorgung zusammen Pipes in die einzelnen Häuser zu verlegen. Neben dem überzeugenden Kostenargument spielt eine wesentliche Rolle, dass Hofflächen und Vorgärten für eine künftige Breitbandversorgung nicht mehr beeinträchtigt werden müssen.

Bürgermeister Franz Moser informierte die interessierten Bürger über zunehmende Anforderungen an die Breitbandversorgung. Eschbronn habe im Moment eine überdurchschnittlich gute Breitbandversorgung. Allerdings werde der Fortschritt in der Kommunikationstechnologie sehr schnell dafür sorgen, dass der jetzige Standard nicht mehr ausreichend sei. Man müsse bereits jetzt Vorkehrungen für eine Anpassung an künftige Notwendigkeiten treffen.

Wenn man sich im ländlichen Raum auf den Markt verlasse, werde man gnadenlos abgehängt. Es wäre sträflich, wenn man sich im Rahmen der anstehenden Tiefbauarbeiten nicht um den Breitbandausbau kümmern würde. Dies gelte für die Gemeinde in gleichem Maß wie für die Gebäudeeigentümer. Gemeinderat Wolfgang Auber verwies darauf, dass mit den Tiefbaumaßnahmen die einmalige Chance bestehe, mit einem Gasanschluss und der Vorkehrung für einen Glasfaseranschluss einen wesentlichen Beitrag zum Werterhalt der Gebäude zu leisten.

Denn, so Bürgermeister Franz Moser, spätestens die heute junge Generation werde den Wert eines Wohnhauses ganz wesentlich nach der Breitbandanbindung bemessen. Ein Haus ohne ordentlichen Breitbandanschluss werde wie ein Haus ohne Wasserversorgung und Stromanschluss betrachtet werden. Als sachkundiger Bürger zeigte Bernhard Ginter in der Informationsveranstaltung die einzelnen Ausbaustandards zur Breitbandversorgung auf. Auch er verwies darauf, dass Vorsorge getroffen werden müsse, um im ländlichen Raum die Chance zu bekommen, mit der Entwicklung der Breitbandversorgung Schritt zu halten.

Aus Kostengründen, aber auch zum Schutz von Investitionen der Gemeinde, sei es nur schwer vorstellbar, dass nachträglich die erforderlichen Tiefbauarbeiten zum Ausbau des Breitbandnetzes angegangen werden. Er warb dafür, die jetzigen Tiefbauarbeiten zu nutzen, um Leerrohrstrukturen bis in die einzelnen Gebäude hinein zu schaffen. Die Kooperation mit der EGT sei eine hervorragende Sache. Günstiger werde man vermutlich nie mehr an ein Leerrohr bis ins Haus hinein kommen. Wenn Strukturen geschaffen seien, werde es auch einfacher werden Telekommunikationsanbieter für einen Ausbau des Netzes zu gewinnen.

Der Stellvertretende Geschäftsführer der EGT, Erik Hugel, und Rohrnetzmeister Helmut Fleig zeigten die neueste Technik für die Verlegung von Leerrohren in die einzelnen Gebäude auf. Die Gemeinde wolle aktuell zusammen mit der Gasversorgung Leerrohre vom Ortseingang aus Richtung Hardt über die Moosgasse bis zum Ortsende Locherhofer Straße verlegen. Sie sei auf die EGT zugekommen, mit der Bitte um eine Lösung für eine Anbindung zwischen dieser durchgehenden Leerrohrverbindung in die einzelnen Gebäude, weil man nicht wolle, dass später, wenn die Technik eine Glasfaseranbindung in jedes Haus erfordere, erneut aufgegraben werden müsse.

Die EGT hat eine Technik ausfindig gemacht, die eine kostengünstige und zuverlässige Einführung gemeinsam mit der Gasleitung ermöglicht. Durch die unkomplizierte Mitverlegung ergeben sich erhebliche Kostenvorteile, die die EGT an die Gebäudeeigentümer weiter gebe. Die vorgestellte Technik hat die anwesenden Gebäudeeigentümer genauso überzeugt, wie der günstige Preis der Mitverlegung vor Leerrohren. Interessant für die Anwesenden war auch das große Interesse an einer Gasversorgung. An der Ausbaustrecke Moosgasse, Lange Gasse, Hauptstraße, Locherhofer Straße waren nur wenige „weiße Flecken“ zu erkennen. Insofern ist die Koppelung zwischen Gas- und Glasfaseranbindung ideal.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 17. Juli 2015 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/eschbronn-setzt-auf-gas-und-glas/94016