Frederike Funk nach Bolivien verabschiedet

Frederike Funk nach Bolivien verabschiedet

ROTTWEIL (pm) -Am 8. August  verlässt Frederike Funk  für ein Jahr die deutsche bürgerliche Sicherheit  und taucht. in eine fremde Welt ein:die langjährige Ministrantin und Jugendleiterin in der Rottweiler Kirchengemeinde Auferstehung Christi wird für ein Jahr als Freiwillige nach La Paz fliegen, um in der fondacion „arco iris“ mitzuhelfen, dass Straßenkinder eine Zukunft haben.

Die Stiftung „arco iris“ — zu deutsch: Regenbogen – wurde vor mehr als 20 Jahren von dem hiesigen Pfarrer Josef M. Neuenhofer ins Leben gerufen, um den „Wegwerfkindern“, wie die Kinder ohne Heimat und Familie in La Paz genannt werden,  gesundheitliche Versorgung, eine Heimstatt, Bildung und Perspektive zu geben. Am Anfang stand für Pater Neuenhofer ebenfalls ein Schritt ins Ungewisse, damals konnte er hoffen, aber nicht wissen, dass aus seinem Gottvertrauen einmal eine Stiftung mit sieben Einrichtungen und Hunderten von Mitarbeitern werden würde. Doch auch heute noch kommt Neuenhofer alle zwei Jahre nach Deutschland auf „Betteltour“, um in Gemeinden, Schulen, ja sogar im Fernsehen für seine Stiftung „arco iris“ zu werben.

Aus Dankbarkeit für ihren langjährigen Dienst in Auferstehung Christi – Funk war über  zehn Jahre als Ministrantin tätig – und um sie des Rückhalts ihrer Kirchengemeinde zu versichern wurde die 19-jährige in einem feierlichen Gottesdienst verabschiedet.

Gemeindereferent Martin Hensel gelang es, in seiner anschaulichen Predigt zur Aussendung der Jünger „ohne zweites Paar Sandalen und ohne Geld“ einen Bogen zu schlagen zu dem, was die junge Erwachsene nach ihrer Schulausbildung nun tut. Es gehe nicht darum, wider die Vernunft auf Lebensnotwendiges zu verzichten, sondern es gehe darum, für eine Zeitlang aus der Sicherheit des deutschen Alltags auszusteigen und sich im Vertrauen auf Gott auf Neues einzulassen.

So wie Jesus seine Jünger gesendet habe, werde auch sie gesendet, weil die Stiftung „arco iris“ ihr zutraut, die Aufgaben zu bewältigen, die sie dort erwarten. „Was ich genau tun muss, das weiß ich noch gar nicht, das wird dann dort entschieden, je nachdem, was gerade gebraucht wird.“ Mit diesen Worten umschreibt Frederike dann auch in herzerfrischender Art das Wagnis, auf das sie sich einlässt.

Sie gehört damit zu einer wachsenden Zahl von Jugendlichen, die die Zeit nach dem Abitur nutzen, um vor dem Beginn eines Studiums oder einer Berufsausbildung das Angebot der Kirchen wahrzunehmen, ein Jahr im Ausland in einer sozialen Einrichtung wie „arco iris“ oder einer Missionsstation, einer Schule oder ähnlichem zu verbringen, um Erfahrungen zu sammeln, die sie ihr gesamtes weiteres Leben begleiten werden.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 16. Juli 2015 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/frederike-funk-nach-bolivien-verabschiedet/93864