Die Primtalbrücke. Foto: rwbilder

Die Primtalbrücke bei Rottweil ist verkauft worden. Für 1000 Euro ging die alte Bahnbrücke über den Tisch des Auktionshauses Karhausen. Seit 2013 war die marode Brücke im Angebot.

Rottweil (mm,gg). 1000 Euro für eine kaputte, abgesperrte, nicht mehr befahrene Eisenbahnbrücke – wer der Käufer ist und was mit dem Bauwerk nun geschieht, da hält sich Bahnsprecher Martin Schmolke bedeckt. Man habe entsprechende Verträge mit dem Käufer und könne daher nichts dazu sagen.

Sie ist marode, auf ihr wächst längst Gras, ein Zug fuhr schon lange nicht mehr darüber: Seit 2013 steht die denkmalgeschützte Primtalbrücke zum Verkauf. Die nun einstige Inhaberin, die DB Services Immobilien GmbH, Niederlassung Karlsruhe, eine Tochter der Bahn AG, will sich schon lange von ihr trennen, gegen Höchstgebot, wie sie vor zwei Jahren schon mitteilte.

„Die Brücke wurde im Jahr 1968 stillgelegt und ist das bedeutendste Überbleibsel der ehemaligen Bahnlinie Rottweil-Schömberg“, erklärte das Exposé der Bahn zu dieser ungewöhnlichen Immobilie. 1984 sei die Brücke vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in die Liste der Kulturdenkmale aufgenommen worden. Eine Provision verlangt die Bahn im Verkaufsfalle nicht.

2013 war die Brücke auch deshalb in den Schlagzeilen: Damals hat die Stadt Rottweil den Weg unter der Brücke wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Seinerzeit gingen die Behörden davon aus, dass die Bahn bemüht sei, „das Bauwerk zügig zu sanieren, um die Öffnung des Weges baldmöglichst zu ermöglichen.“