REGION (pm) – Nach der jüngsten Bekanntgabe der neuen Umlagesätze zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) und für einen verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Stromnetz (Offshore-Haftungsumlage) haben die Übertragungsnetzbetreiber nun auch weitere Umlagen für das kommende Jahr veröffentlicht. Dazu äußert sich die IHK in einer Pressemitteilung:

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Während die sogenannte KWK- und die sogenannte §19-Umlage leicht sinken, steigt die Umlage für die abschaltbaren Lasten leicht an.

Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg bedeutet das zumindest einen kleinen Schritt in die richtige Richtung: „Insgesamt ist bei den Umlagen damit für das kommende Jahr ein ganz leichter Rückgang eingetreten. Gerade die Stromzusatzkosten, bestehend aus diesen Umlagen und der Stromsteuer, sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, was sich langsam aber sicher zu einem Standortnachteil für Deutschland entwickelt hat“, sagt IHK-Energiereferent Marcel Trogisch.

Eine jüngst von der IHK durchgeführten Umfrage unter Unternehmen sämtlicher Größen und Branchen zur Einschätzung der Energiewende hatte gezeigt, dass sich in Folge der hohen Stromkosten bereits jedes zwanzigste Industrieunternehmen in Deutschland Gedanken über Produktionseinschränkungen oder gar einer Verlagerung macht, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

So haben die Ergebnisse auch aufgedeckt, dass einzelne regional ansässige Unternehmen zwischenzeitlich ernsthaft solche Maßnahmen in Erwägung ziehen oder sogar schon realisiert haben. Daher sollte aus Sicht der IHK von Seiten der neuen Bundesregierung über weitere Entlastungen beim Strompreis im Sinne einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft nachgedacht werden.

„Insbesondere die Stromsteuer sollte aus unserer Sicht auf den Prüfstand: Sie wurde vor Jahren eingeführt, um eine ökologische Lenkungswirkung hin zu einem geringeren Stromeinsatz zu erzielen. Aus energiepolitischer Sicht ist sie unserer Meinung nach zwischenzeitlich obsolet, weil die Strompreise seit ihrer Einführung eben deutlich gestiegen sind und sie damit keine lenkende Funktion mehr hat. Zwischen den derzeitigen Steuersätzen und dem von Europa vergebenen Mindestmaß von 0,05 Cent/kWh gibt es unserer Meinung nach zwischenzeitlich Spielraum für eine deutliche Absenkung. Der deutsche Regelsteuersatz liegt 40 Mal höher und selbst die Unternehmen, die Entlastungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen können, bezahlen deutlich mehr“, so Trogisch weiter.