Junghans-Museum im Terrassenbau schon 2017?

Junghans-Museum im Terrassenbau schon 2017?

Schon in zwei Jahren könnte der berühmte Terrassenbau auf dem Junghansareal ein bedeutendes Uhrenmuseum beherbergen. Initiator Hans-Jochem Steim: „Wir halten es für vernünftig, machbar, und damit auch für finanzierbar.“

SCHRAMBERG (him) — Wie auf NRWZ online berichtet, hat der Junghans-Eigentümer Steim eine bedeutende Schwarzwald-Uhrensammlung erworben, die er gemeinsam mit der Sammlung der Firma Junghans im 1917 errichteten „Terrassenbau“ ausstellen möchte.

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Terrassenbau vom City-Hochhaus aus gesehen.

Neben etwa 300 historischen Schwarzwalduhren hat Sammler Heinrich Engelmann ihm auch etliche Pianolas, Spieluhren und Orchestrien verkauft. Auch eine Ausstellung über die Schramberger Federnfabriken von Hugo Kern, Pfaff &Schlauder, über Carl Haas, Junghans Lehengericht bis King wäre denkbar, so Steim bei einem Pressegespräch. Schließlich soll auf einer Etage der Werksverkauf angesiedelt werden.

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Junghans-Geschäftsführer Matthias Stotz mit einem historischen Plan des Terrassenbaus.

Die Herausforderung bestehe darin, die Ziele des Denkmalschutzes und des barrierefreien Zugangs zu erreichen: „Wir müssen einen Kompromiss finden, um das Wahrzeichen der Stadt zu erhalten und sinnvoll zu nutzen.“ Steim hatte den Terrassenbau und mehrere weitere Gebäude auf dem Junghansgelände vom Münchner Immobilienhändler Michael Auer erworben. In zwei Gebäuden fertigt Junghans wieder hochwertige Armbanduhren. „Ich werde immer wieder von Besuchern gefragt, ‚was geschieht mit dem Terrassenbau?‘“, berichtet Junghans-Geschäftsführer Matthias Stotz. Es sei ein Bau von europäischen, vielleicht sogar von Weltrang, hatte Stadtarchivar Carsten Kohlmann versichert.

Um eine Lösung zu finden, hat Steim bereits mit wichtigen Akteuren vor Ort verhandelt. Der Präsident des Landesdenkmalamtes, Professor Michael Goer, Landrat Wolf-Rüdiger Michel, Vertreter der Stadt Schramberg seien mit Architekt Jürgen Bihlmaier, Geschäftsführer Stotz und ihm vor Ort gewesen, um zu sehen, was machbar wäre. „Professor Goer war begeistert und will sich persönlich des Projektes annehmen“, so Steim. Geprüft habe man auch schon die Feuerschutzproblematik, wobei Kreisbrandmeister Mario Rumpf laut Steim überrascht war, dass die Bauherren vor 100 Jahren auch schon an sehr viel gedacht hätten.

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An der Südseite des Terrassenbaus soll ein Schräglift gebaut werden.

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Steht im Weg und soll für Busparkplätze abgerissen werden: Fischer-Kantine

Der Zugang soll über einen neuen Haupteingang geschaffen werden, über einen Schrägaufzug sollen die Besucher barrierefrei bis auf zwei Terrassen erreichen können. Dafür soll die Fischerkantine abgerissen werden, sobald der derzeitige Pächter mit seinem Betrieb auf den Sulgen umgezogen ist.

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Viel Platz, aber auch viel Arbeit für die Sanierer: Eine der neun Terrassen.

Auch schon vorher könnte im Terrassenbau gearbeitet werden, die Heizung erneuert, Fenster ausgetauscht werden. Er gehe davon aus, dass Ende 2017  eröffnet werden könnte, so Steim. Derzeit sucht die Firma Junghans, die später das Museum betreiben wird nach einem geeigneten Museumsleiter, der auch den Aufbau konzipiert: „Ein Traumjob“, wie Stotz glaubt.

Die Immobilienfirma der Familie Steim wird den Umbau finanzieren, wobei Steim Unterstützung der öffentlichen Hand erwartet, schließlich nutze das Museum später allen. Zu den Kosten wollte Steim sich nicht äußern, denn das Projekt stehe erst am Anfang. Nur eben, dass es finanzierbar sei. Und: “Wenn wir es nicht machen, müssten wir es abreißen.“ Die Kanzlerin würde sagen: „Alternativlos.“

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 1. Juli 2015 von NRWZ-Redaktion Schramberg. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/junghans-museum-im-terrassenbau-schon-2017/92665