Kostensteigerungen beim Erlebnisbauernhof nicht aufgrund archäologischer Funde

Kostensteigerungen beim Erlebnisbauernhof nicht aufgrund archäologischer Funde

Zu Irritationen und Verärgerung führte die Presseberichterstattung in einer Tageszeitung zur Eröffnung des Erlebnisbauernhofes in Waldmössingen bei Grabungsleiter Thomas Schlipf, als Vertreter des Landesdenkmalamtes. Darin wurden die während der Bauphase entstandenen Zeitverzögerungen und Kostensteigerungen ausschließlich der Archäologie zugeschrieben. Die Sprecherin der Stadt, Susanne Gorgs-Mager stellt nun klar:

Das Gelände des Erlebnisbauernhofes liegt im Grabungsschutzgebiet „Römischer Vicus“. „Die dafür notwendigen Grabungsarbeiten, deren Kosten vertraglich auf 20.500 Euro festgesetzt waren, wurden nicht überschritten“, so Oberbürgermeister Thomas Herzog. Bei einem vor Ort Termin entschuldigt er sich ausdrücklich beim Grabungsleiter für die irritierende Aussage. Herzog betont, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Schlipf und dem Landesdenkmalamt während der Bauphase immer sehr gut und kooperativ war. Das Projekt stand leider von Beginn an unter keinem guten Stern. Viele verschiedene Ursachen, wie beispielsweise notwendige Umplanungen oder auch Pech mit dem Baugrund, spielten bei den zeitlichen Verzögerungen und den deutlich höheren Kosten die Rolle.

Grabungsleiter Thomas Schlipf vor gut einem Jahr auf der Grabung in Waldmössingen. Archiv-Foto: him

Thomas Schlipf erläuterte Oberbürgermeister Herzog und Ortsvorsteherin Claudia Schmid bei dieser Gelegenheit auch kurz die neuen Erkenntnisse, die das Landesdenkmalamt bei den Grabungen gewonnen hat. So wurde im Baufeld des Pferdestalles eine breite Palette von Siedlungsspuren gefunden, die auf mehrere römische Gebäude hinweisen. Das Ergebnis wird im Jahrbuch „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2014“ voraussichtlich Ende Juli der Öffentlichkeit präsentiert.

Jetzt nach der Eröffnung des EU-Leader-Projektes schaut die Stadt Schramberg positiv in Zukunft und freut sich über eine schöne touristische Einrichtung, die als Ausflugziel in die weite Region ausstrahlt. In Kombination mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Abenteuerspielplatz, dem Römerkastell mit Museum und dem Waldmössinger Sportplatz ist hier für alle etwas geboten.

Soweit die Stellungnahme der Stadt.

(Anm. der Red.: Die NRWZ hatte online ebenfalls von der Eröffnungsfeier berichtet und dabei auch auf Grundlage der Rede des Oberbürgermeisters ausgeführt: “Weil das Projekt aber auf einem römischen Dorf steht, mussten die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden, weil die Archäologen Funde machten. Das verzögerte und verteuerte das Projekt. Hinzu kamen Planungsfehler und Pech mit dem Baugrund. Die Kosten für das Projekt waren von ursprünglich geplanten 600.000 Euro auf nunmehr 1,2 Millionen Euro geklettert.” Damit habe ich zwar nicht so krass wie in der örtlichen Tageszeitung, aber doch auch die Archäologen und die Funde für die Kostensteigerungen mitverantwortlich gemacht. Das bedaure ich.

In der Printausgabe steht korrekt folgendes: “Die Kosten für das Prestigeprojekt waren nämlich von ursprünglich geplanten 600.000 Euro über 920 000 Euro auf zuletzt 1,2 Millionen Euro geklettert. Mehrkosten in nahezu allen Gewerken summierten sich zuletzt auf 280.000 Euro. So wurde das WC-Gebäude 40.000 Euro teurer, für die Ställe waren umfangreichere Erdarbeiten nötig als gedacht und bei der Stalleinrichtung hatten sich die Architekten mal eben um fast 40.000 Euro verschätzt. Die Tierhaltung nach Richtlinien des Biolandverbandes kostete 85.000 Euro zusätzlich. Die didaktische Besuchereinrichtung verschlang weitere 36.000 Euro. Vergleichsweise bescheiden nehmen sich dagegen die zusätzlichen Kosten für die Archäologen mit 5300 Euro aus.”  him)

 

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 23. Juni 2015 von NRWZ-Redaktion Schramberg. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/kostensteigerungen-beim-erlebnisbauernhof-nicht-aufgrund-archaeologischer-funde/91898