NRWZ.de, 1. September 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Lange Wege für Azubis

SPD-Kandidat Witkowski im Gespräch mit Fleischerobermeister Traub

Die Forderungen des Fleischerhandwerks an die künftige Bundespolitik hat der Obermeister der Fleischerinnung Rottweil – Tuttlingen, Matthias Traub, bei einem persönlichen Treffen an den SPD-Bundestagskandidaten Mirko Witkowski übergeben. Getroffen haben sich die beiden in der Metzgerei von Matthias Traub. Nach einem Rundgang durch die Metzgerei berichtete Traub laut einer SPD-Mitteilung über „die gravierenden Probleme der regionalen Lebensmittelerzeugung“. Gleichzeitig überreichte er die Forderungen des Fleischerhandwerks.

In der Metzgerei von Matthias Traub arbeiteten insgesamt 20 Menschen. Sein Vater habe das Geschäft 1972 gekauft. Im kommenden Jahr stehe das 50-jährige Firmenjubiläum an. In dieser Zeit habe sich viel verändert. Heute werde ein Viertel der Bevölkerung über kleine Metzgereien versorgt, drei Viertel über Großmärkte. Seine Arbeit sehe Traub als regionale Verantwortung, weshalb er auch mit festen Landwirten zusammenarbeite.

Sorgen bereite Traub das Thema Ausbildung. In der Berufsschule in VS-Schwenningen gebe es aktuell nur noch rund 50 Auszubildende. Von den vier Berufsschulen im Regierungsbezirk Freiburg, zu dem auch die Landkreise Tuttlingen und Rottweil gehörten, sollten künftig nur noch zwei den schulischen Teil der Fleischerausbildung anbieten. Dies führe zu erheblich längeren Wegen in die Berufsschule. Aus Traubs Sicht könne dies bedeuten, dass die Ausbildung erschwert werde.

Niedrige Löhne

Als Problem sehe er auch die Entlohnung. Selber bezahl er seine Mitarbeiter einen Euro pro Stunde über dem Tariflohn. Dennoch mache er deutlich, dass dieses Geld auch erst einmal verdient sein müsse. Auch die Verrechnung des Lohns von Müttern, die nebenher arbeiteten, mit dem Erziehungsgeld sehe Traub als Thema, das gelöst werden müsse.

Finanziell war der Aufwand bei der Umstellung des Kassensystems auf die neuen Anforderungen. Zwar könne das Finanzamt die Zahlen nun leichter auslesen, für ihn habe dies aber eine Investition von 10.000 Euro bedeutet. Hier hätte sich Traub eine Förderung oder zumindest ein zinsloses Darlehen gewünscht.

Tierschutz

Unter dem Stichwort Forderungen mache Traub deutlich, dass die Exportorientierung Abhängigkeiten schaffe. Der große Kostendruck schaffe die Gefahr von Skandalen. Erfreut zeigte sich der SPD-Bundestagskandidat, dass der Deutsche Fleischerverband das Tierschutzgesetz verschärfen möchte. Auch unterstütze der Sozialdemokrat die Forderung, den Tierschutz in Europa auf hohem Niveau zu vereinheitlichen.

Verständnis habe er für die Forderung, das Handwerk nicht noch mehr zu belasten und ein vernünftiges Tierschutzgesetz statt noch mehr Bürokratie zu schaffen. Einig seien sich Traub und Witkowski auch darin gewesen, dass bei der Schaffung neuer Regeln unbedingt die Erfahrungen aus den bisherigen Bestimmungen mit einbezogen werden müssten, heißt es abschließend.

 

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