Leserbrief: „Zurück zur D-Mark“ führt zu Massenarbeitslosigkeit

Leserbrief: „Zurück zur D-Mark“ führt zu Massenarbeitslosigkeit

Man muss auch mal den nicht-rassistischen Teil des AfD-Parteiprogramms angucken: Da ist ein zentraler Punkt der mehr oder weniger sofortige Ausstieg aus dem Euro.
Die Produktion im Ländle geht zu 60 Prozent in den Export. Davon wiederum 60 Prozent in die Euro-Zone.

Ein „Zurück zur D-Mark“ ist allerdings gleichzusetzen mit einer etwa 45-prozentigen Aufwertung, was einen sofortigen Zusammenbruch des Exports zur Folge hätte. Dies würde hier eine Massenarbeitslosigkeit bedeuten. Beispiel Schweiz: Nach Freigabe des Wechselkurses und einer 25-prozentigen Aufwertung des Franken war der Maschinenbau tot. Den Schweizern war das jedoch egal, weil sie Export-unabhängig sind.

Was die AfD verschweigt: Niemand profitiert neben Bayern so exorbitant von der Unterbewertung des Euro wie Baden-Württemberg. Als Schäuble vom Grexit sprach, riskierte er das Zerbrechen des Euro. Wäre es zum Grexit gekommen, hätte das Finanzkapital sofort angefangen auf die Pesete und die Italienische Lira zu spekulieren. Damit machte Schäuble die Euro-Ausstiegs-Fantasien der AfD hoffähig.

Die Massenarbeitslosigkeit, die der Euro-Zerfall nach sich zöge, träfe zu allererst die untere Mittelschicht, die stärkste AfD-affine Wählergruppe (wohl gemerkt: Nicht alle), weil sie in „den“ Flüchtlingen ihre größte Sozialkonkurrenz fürchten, was völlig unbegründet ist. Wer ist so dumm zu glauben, für sie bliebe mehr, selbst wenn man alle Flüchtlinge „rausschmeißt“, wie das die AfD-Granden so gerne formulieren.
Fakt ist: Wer AfD wählt, wählt in Baden-Württemberg die Massenarbeitslosigkeit. Oder um es mit meinem alten Freund Anton Brenner zu sagen: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.

Stefan Dreher, Landtagskandidat der Linken, Horb a.N.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 19. Januar 2016 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/leserbrief/107115