NRWZ.de, 7. September 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Maßnahmen zum Hochwasserschutz

SPD-Bundestagskandidat besucht Firma Glatthaar Starwalls in Waldmössingen

Welche Möglichkeiten haben wir, uns vor Hochwasser und Starkregenereignissen besser zu schützen? Darüber informierte sich der SPD-Bundestagskandidat Mirko Witkowski bei der Firma Glatthaar Starwalls in Waldmössingen. Die Firma setze auf Fertigelemente im Hochwasserschutz, im Infrastrukturbau und im Landschafts- und Gartenbau, so die SPD in einer Pressemitteilung.

Sehr anschaulich und ausführlich habe Geschäftsführer Mark Biesalski am Beispiel einer Karte mit aufgeführten Stark- und Extremwettereignissen erläutert, dass ein Großteil dieser Wetterlagen durch die Menschen selbst verursacht seien. Beispielsweise durch Flussbegradigungen und die Versiegelung von immer mehr Flächen könne Wasser in größeren Mengen nicht mehr auf natürlichem Weg abfließen und suche sich andere Wege. Durch den Klimawandel träten Extremwetterlagen verstärkt auf. Diese gelte es nun durch technische und natürliche Schutzmaßnahmen besser in den Griff zu bekommen.

„Welche Lösungen bieten Sie in der Firma für einen verbesserten Hochwasserschutz an?“, wollte SPD-Bundestagskandidat Mirko Witkowski wissen. Diese Frage habe der Geschäftsführer der Firma Glatthaar Starwalls ausführlich aufgegriffen.

2010 sei die Firma als Tochterunternehmen der Glatthaar Fertigkeller von Joachim Glatthaar gegründet worden. Damals sei man mit dem Ziel gestartet, im Landschafts- und Gartenbau nützliche Stützwände aus Fertigteilen mit dem Einbau von echtem Naturstein auch ästhetisch ansprechend zu gestalten. Die Natürlichkeit im Produkt mit den Elementen Stein und Beton sei im Firmenleitbild verankert, so Biesalski. „Heute hat die Firma ihren Schwerpunkt im Infrastrukturbau und fertigt Hangabstützungen und auch viele Hochwasserschutzwände und Gewässerverbauungen.

„Es geht dabei immer um individuell hergestellte Fertigteile. Im Bereich von Ufermauern oder hochwassersensiblen Bereichen können wir Schutzwände stellen, die eine gewisse Grundhöhe und wenig Sichteinschränkungen haben. Innerhalb kurzer Zeit können aber bei steigenden Wasserständen weitere mobile Wände über entsprechend eingebaute Ankerverbindungen draufgesetzt werden“, so Biesalski.

Alle Einzelteile weürden im Werk in Waldmössingen als Fertigelemente gebaut, am Ort direkt aufgestellt und danach werde ein Fundament gegossen. Die Vorteile dieser Bauweise habe Biesalski in der deutlich verkürzten Baustellenzeit und damit verbundenen Kostenreduzierungen gesehen. Vielerorts sei es aufgrund von Fachkräftemangel auch gar nicht mehr möglich, auf der Baustelle direkt alles zu betonieren. „Durch die individuelle Anfertigung haben wir für unterschiedlichsten Situationen Lösungen anzubieten.“

Die Schwierigkeiten beim Hochwasserschutz machte er an mehreren Beispielen deutlich. So seien die bisherigen HQ 100 Hochwasserschutzberechnungen heute nicht mehr aktuell. Derzeit gebe es für die sich häufenden Extremwetterlagen noch keine Berechnungen, aber viele Hochwasserschutzmaßnahmen müssten wohl verändert oder erneuert werden. „Man kann nicht einfach einen Meter auf eine statisch berechnete Schutzmauer draufbauen“ , erklärt der Ingenieur.

Am Beispiel von Passau sei ein anderes Problem deutlich geworden: Vor über zehn Jahren, nach einem schweren Hochwasserereignis,  begann dort die Planung für eine Hochwasserschutzmauer entlang der Bundesstraße an der Donau. Erst im Jahr 2022 kann die Maßnahme fertiggestellt werden. Langwierige Genehmigungsverfahren verzögerten oft dringend erforderliche Infrastrukturmaßnahmen.

Dass das Bauen mit Beton und Zement umweltpolitisch aufgrund der hohen CO2-Bilanz grundsätzlich in einem schwierigen Spannungsfeld stehe spreche Biesalski bewusst an. Aus seiner Sicht gäbe es bauphysikalisch aber viele Möglichkeiten, die bisher durch Ausführungsbestimmungen festgelegten Mauerstärken beispielsweise zu reduzieren und so bei der Zementproduktion wenigstens deutlich einzusparen. Mit dem Wunsch nach einem neuen Vergaberecht sprach er ein weiteres Thema an, dass die Baubranche derzeit beschäftige. Innovative Ideen seien oft nicht ausschreibungsfähig.

In der Forderung nach einem neuen Vergaberecht habe es von Mirko Witkowski Zustimmung gegeben. „Ein solches Regelwerk muss vorher zuerst mit den Praktikern diskutiert werden, bevor es beschlossen wird. Der Wirtschaftsstandort Deutschland hat unheimlich viele innovative Unternehmen. Diese Innovationskraft ist für unsere Wettbewerbsfähigkeit absolut zentral und wichtig. Wir dürfen uns da nicht selbst im Wege stehen“, sei Witkowski überzeugt. Dass die Firma Glatthaar Starwalls genau diese Innovationskraft habe, zeige sich unter anderem an der neuen Fertigungshalle, die 2022 in Betrieb gehe. In ihr werde erstmals ein überdimensionaler 3D-Drucker für filigranere Fertigteile zum Einsatz kommen.

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