Mit Goethe in die Fasnet

Mit Goethe in die Fasnet

SCHRAMBERG (him) – Der guten Tradition folgend versammelten sich Elfer, Obernarren und OB Thomas Herzog bei Zunftmeister Michael Melvin, um sich aufs Abstauben vorzubereiten und gleich bei ihm selbst anzufangen.

Ebenfalls gekommen war Stadtarchivar Carsten Kohlmann, der mit einer Ausstellung in der Stadt auf die Fasnetsgeschichte aufmerksam macht (wir berichten gesondert).
Zunftmeister Melvin berichtete von der Hanselversammlung am Abend zuvor, bei der ein Fasnetsfachmann sehr ausführlich über die Wurzeln der Fasnet berichtet habe. „Das hat die Hanselversammlung aufgewertet.“

Die Schramberger Fasnet brauche keine Rekorde, „wir machen unsere Fasnet, damit hat sich die Laube.“ Das sei im Übrigen leichter gesagt als getan. Es gelte junge Menschen an den Start zu bringen. Deshalb wolle die Zunft auch wieder einen Kleidlesverleih aufbauen. 4000 bis 6.000 Euro für einen Weißnarren seien eben eine Menge Geld für junge Leute. Zwei Kleidle habe die Zunft bereits bekommen eines von der Familie des früheren OB Hank und eines von Ute Renz. Beide bestens erhalten.

Die Narrenzunft werde wegen der sehr kurzen Saison in diesem Jahr nur einmal auswärts auftreten und zwar am 23. und 24. Januar, denn am 10. Februar ist schon wieder alles vorbei. Ein wenig politisierte Melvin auch in diesem Jahr: OB Thomas Herzog, der Gemeinderat und die Verwaltung müssten sparen, weil der Ergebnishaushalt trotz Rekordeinnahmen nicht stimmt.

Melvin bedauerte, dass bei den Freiwilligkeitsleistungen und da bei der Vereinsförderung gespart werde. Dennoch habe die Narrenzunft den „Schimpfbrief“ der Vereine nicht unterzeichnet. Auch wenn der „tendenziell nicht unbegründet“ sei. Aber insgesamt sei Schramberg eine “vereinsfreundliche Kommune.“ Er ließ sich noch über das Ehrenamt aus, das auf schwäbisch bedeute: „Wenn die Obere nit bleche könne, suchet se einen Dackel, ders umsonst macht, nur merken solls keiner.“

Das Motto für den diesjährigen Zunftball laute „Zoo gleich Rathaus“. Bei Kolping „Auszug der Schulen“ und die Bach-na-Fahrer hätten es mit dem „Bad taste.“
Schließlich verkündete Achim Schaub nach langen Zögern und vielen Unterbrechungen das Motto 2016 der Schramberger Fasnet.Narrenzunft Motto 2016 dk 060116 Dabei griff er auf den größten deutschen dichter zurück. Johann Wolfgang von Goethe habe schon 1816 bemerkt: „Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wär‘ dann die Welt?“ Und Achim Rudi nach Schaub ergänzt 2016: „Drum sei Narr und feire Fasnet, so wie sie Dir gefällt.“

Es folgte die Wedelparade, angeführt vom Ehrenzunftmeister Hubert Dold.Abstauben Fasnet dk 060116 (11)

 

Nach einigen geleerten Sekt-, Prosecco- und Tannenzäpfleflaschen hat der Zunftmeister seine Elfer ermahnt, pünktlich ab 18 Uhr in der Braustube zurück zu sein. Melvin:“Die Damen sind für 18 Uhr bestellt.“ Elfer unisono: „Welche Damen???“ – Ehrenzunftmeister Hubert Dold: „Ich gehe davon aus, dass wenn die ‚Damen‘ für sechse bestellt sind, sind alle um halb sechse da.“

Die vom OB spendierte Magnumflasche „Fürs Weltkulturerbe“ sollte für später aufbewahrt werden.

Sekt vom OB.
Sekt vom OB.

Und nach und nach machten sich die Elferräte schließlich auf, um zunächst bei Klaussners weiter zu feiern und danach in den Schramberger Narrenhäusern Larven und Kleidle vom Staube zu befreien.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 6. Januar 2016 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/mit-goethe-in-die-fasnet/106126