Schramberg: B462-Baustelle bleibt auch über den Winter

Schramberg: B462-Baustelle bleibt auch über den Winter

SCHRAMBERG, 21. Oktober (him) – Langsam sind die Autofahrer mit ihrer Geduld am Ende: Die Bauarbeiten an der Bundessstraße 462 zwischen Schramberg und Sulgen dauern nun schon seit März an – und werden wohl bis ins kommende Frühjahr weitergehen. Wegen weiterer Steinschlaggefahr wird der Verkehr auch über den Winter nur zweispurig zwischen Sulgen und Glasbachkurve geleitet.

Am Montag hatten die Straßenbauer den Feinbelag aufgebracht, jetzt stehen noch das Fugen schneiden und Markierungsarbeiten an – und dann endlich hätte die vierspurige Strecke frei gegeben werden sollen. Doch daraus wird nichts: Wie das Regierungspräsidium Freiburg mitteilt, ist die Sanierung der B462 zwischen Schramberg und Sulgen zwar abgeschlossen.
„Dennoch muss die momentane Sperrung der hangseitigen Fahrspuren zwischen Schramberg und Sulgen wegen Steinschlaggefahr voraussichtlich bis Frühjahr 2015 bestehen bleiben“, so Pressesprecher Matthias Henrich. Die Länge des gesperrten Bereichs könne aber auf etwa 800 Meter verkürzt werden, versichert Peter Laube von der Straßenbaubehörde in Donaueschingen auf Nachfrage der NRWZ.

Bekanntlich hatten im Frühjahr Forstarbeiter Bäume oberhalb der Straße gefällt. Im Zuge der Sanierung des Asphaltoberbaues der B462 ließ das Regierungspräsidium dann den Bewuchs oberhalb der bergseitigen Stützmauern zum Schutz der Bauwerke zurückschneiden. „Dabei wurde die starke Verwitterung der Böschung sichtbar“, so Laube. Mächtige Steinblöcke waren zum Vorschein gekommen, die stark absturzgefährdet waren. Daraufhin hatte das Landratsamt Rottweil die Hangsicherung mit Vernagelung der Böschungskante als Sofortmaßnahme in Absprache mit dem Regierungspräsidium ausgeschrieben. Spezialisten aus Österreich hatten diese Arbeiten Anfang Oktober abgeschlossen. Doch während den Hangsicherungsarbeiten wurde die gesamte Böschung oberhalb der Stützmauern von Mitarbeitern eines Ingenieurbüros durchstiegen und abgeprüft. „Es liegen sehr viele Steinblöcke in der Böschung, bei denen nur ein geringer Anstoß fehlt, um auf die B462 zu stürzen. Das geht 50 bis 100 Meter den Hang hinauf“, so Laube zur NRWZ.
Das beratende Ingenieurbüro habe deshalb vorgeschlagen, Steinschlagfangnetze oberhalb der zu stabilisierenden Böschung aufzubauen. Dafür sei eine entsprechende Entwurfsplanung und zusätzlich Grunderwerb erforderlich. Bis Ende 2014 sollen diese Planungsleistungen abgeschlossen und die Flächen erworben sein, sodass Anfang 2015 vom Landratsamt Rottweil die Steinschlagschutzmaßnahmen ausgeschrieben und im Frühjahr anlaufen können. Die Gesamtkosten für die Hangsicherung und Steinschlagfangnetze von etwa einer Million Euro trage das Regierungspräsidium.
„Wegen des Gefahrenpotenzials des Steinschlages muss bis zur Fertigstellung der gesamten Hang- und Steinschlagschutzmaßnahme der Verkehr über die Winterzeit auf der B462 im gefährdeten Bereich von etwa 700 Meter Länge auf die zwei talseitigen Fahrspuren beschränkt bleiben“, schreibt das Regierungspräsidium, „dem Verkehr stehen somit weiterhin nur zwei Fahrspuren zur Verfügung.“ Gravierende Verkehrsbehinderungen seien aber nicht zu erwarten. Auch werde das Straßenbauamt die beiden Spuren verbreitern, sobald die Straßenbauer ihre Arbeit beendet haben, so Laube auf Nachfrage. Und die Geschwindigkeitsbeschränkung soll von derzeit 30 auf 70 Stundenkilometer angehoben werden.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 21. Oktober 2014 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/schramberg-b462-baustelle-bleibt-auch-ueber-den-winter/56374