Schüsse in Villingendorf: SEK im Einsatz

Schüsse in Villingendorf. Die Polizei ist im Großeinsatz. Foto: Peter Arnegger

In der Gemeinde Villingendorf (Kreis Rottweil) sind in einem Wohnhaus am Abend Schüsse gefallen. Kurz darauf sind zudem weitere Schüsse in einem nahe gelegenen Waldgebiet gefallen. Die Lage ist im Moment unübersichtlich, die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Ob es Verletzte gibt, ist unklar.

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Die ersten Schüsse im Wohnhaus in der Klippeneckstraße  in Villingendorf sollen gegen 22 Uhr 21.30 Uhr gefallen sein. Deshalb wurde die Polizei gerufen. Später, als die Beamten bereits vor Ort waren, sind zudem weitere Schüsse in einem nahe gelegenen Waldgebiet gefallen. Offenbar einige und in schneller Folge, wie Ohrenzeugen der NRWZ berichtet haben.

Nun rückte die Polizei mit einem Großaufgebot aus der ganzen Region in die ruhige, dunkle Wohngegend aus. Ein Hubschrauber war stundenlang im Einsatz, er überflog das Waldgebiet, in dem die Schüsse gefallen sein sollen. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Niemand durfte durch. Anwohner durften nicht in ihre Häuser. Sie harrten teils leicht bekleidet bei um die acht Grad Celsius in Sichtweite der Polizeiabsperrung aus.

Informationen waren vor Ort zunächst keine zu bekommen. Das zuständige Polizeipräsidium Tuttlingen war für die Presse nicht erreichbar. Allerdings entsandte man einen Sprecher nach Villingendorf, der die beiden anwesenden Medienvertreter gegen 1.30 Uhr über die Lage unterrichtete. Zu diesem Zeitpunkt durften auch die Anwohner heim. Begleitet von bewaffneten Beamten.

Die Lage war in der Nacht, gegen 3 Uhr, weiterhin unübersichtlich, die Polizei blieben zunächst mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Polizeibeamten waren zwischenzeitlich stark angespannt. Ein Polizist sprach gegenüber der NRWZ von einer „flexiblen Lage“, keiner statischen. Es bestehe weiterhin die Gefahr, dass Schüsse fielen. Das war etwa drei Stunden, nachdem die ersten Beamten am Tatort eingetroffen waren. Unklar war, ob weitere Kräfte nachgeordert werden sollen. Es hieß früh, ein Spezialeinsatzkommando sei eingetroffen. Es handelte sich bei diesen Beamten aber um jene, die aus Rottweil ihre Amok-Schutzausrüstung geholt hatten.

Offenbar wurden laut Zeugenberichten auch Autofahrer auf der nahe gelegenen Autobahn 81 Stuttgart-Singen kontrolliert. Zudem waren Streifen an verschiedenen Standorten in Villingendorf postiert.

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Der Bereich um den Tatort ist abgesperrt. Foto: Peter Arnegger

Das Deutsche Rote Kreuz war mit einem Notarztteam dort. Ein weiterer Rettungswagen war am Tatort, hat diesen zwischenzeitlich verlassen. Er hat kurz nach 23 Uhr offenbar die lebensgefährlich verletzte Frau abtransportiert. Sie verstarb später.

Bürgermeister Karl-Heinz-Bucher war ebenfalls vor Ort, ebenso die Feuerwehr Villingendorf, durch die der Bürgermeister in Kenntnis gesetzt wurde. Lange wusste Bucher wie auch die Presse nicht alle Details. Nur, dass es einen Toten gegeben haben soll. Wie die NRWZ erfuhr er dann gegen 1.30 Uhr das ganze Ausmaß des mutmaßlichen Familiendramas. Die Feuerwehrleute sollten Getränke liefern, die Einsatzkräfte versorgen.

Die bereits dunkle Straße sollte zwischenzeitlich wieder beleuchtet werden. Der Bürgermeister und die Feuerwehr sind dazu ins Rathaus gefahren, um die Straßenbeleuchtung einzuschalten. Gegen 1.05 Uhr war die Straßenbeleuchtung wieder an. Weitere Kräfte der Feuerwehr Villingendorf trafen ein. Sie sollen die Versorgung der Einsatzkräfte sicherstellen. Der Hubschrauber, der abgerückt war, kreist wieder über dem mutmaßlichen Tatort.

Begebenheit am Rande: Die Polizei hat in dem Waldgebiet offenbar einen Jäger aufgestöbert. Er schwor den Beamten, nichts mit der Sache zu tun zu haben.