SCHRAMBERG (him) – In der Hauptstraße in Schramberg steht eine Bronzefigur des Rottweiler Bildhauers Siegfried Haas gegenüber der Marienkirche. Ilse und Albert Bäumer von der Haiti-Hilfe-Schramberg haben sich für die NRWZ Gedanken zum Werk, seiner Entstehungsgeschichte und zum aktuellen Bezug gemacht:

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„Siegfried Haas gestaltet neu das traditionelle Motiv der ‚Schutzmantelmadonna‘. Diese Madonnen befinden sich häufig an Pfeilern von Kirchen des Mittelalters oder auf Säulen öffentlicher Plätze, weithin sichtbar als Leitsymbole menschlicher Sehnsucht nach Geborgenheit und dauerhaftem Schutz unterm Mantel der Patrona.

Die ‚Schutzmantelfrau‘ von Siegfried Haas steht zwar in dieser religiösen und rechtlichen Tradition unseres Kulturraums. Sie betont aber andere Lebensperspektiven: intensives Engagement, Entschlossenheit, Selbstbewusstsein, Rettungskompetenz.

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Schutzmantelfrau in Schramberg. Foto: him

Es geht nicht um andächtige Betrachtung und Einpassung in genormte Sittlichkeit, um die Beachtung institutioneller, liturgischer oder dogmatischer Festlegungen und rechtlicher Handlungseinschränkungen. Es geht um Leistungsfähigkeit und Einsatzwillen beim gemeinsamen Überlebenskampf in stürmischer Brandung.

Siegfried Haas schuf diese Figur in der Zeit, wo viele Bootsflüchtlinge aus Haiti in der Karibik ertranken. Zehn Jahre später wurde die Figur in Schramberg aufgestellt. Die Plakette auf dem Stein hat die Inschrift:

‚Gewidmet den Menschen in Not und denen, die ihnen Schutz gewähren.‘

Diese Widmung gilt auch heute – in besonderem Maß den Bootsflüchtlingen im Mittelmeer und all denen, die ihnen Rechtsschutz und Willkommenshilfe gewähren.“

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Inschrift auf dem Sockel. Foto: him
Inschrift auf dem Sockel. Foto: him