Staufermedaille für Fridolin Traber

Staufermedaille für Fridolin Traber

DEISSLINGEN (mm) – Am Samstag hat Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel die Staufermedaille des Landes an Fridolin Traber verliehen. Traber war Jahrzehnte als Gemeinderat und Kirchengemeinderat engagiert, war Vorsitzender der Jungen Union, des CDU-Ortsverbands und der Kolpingsfamilie.

„Das ist was äußerst Seltenes“, so Bürgermeister Ralf Ulbrich, der den Empfang anlässlich der Verleihung als „Gelegenheit der Gemeinde, Danke zu sagen“, bezeichnete.
Der aus Stetten am kalten Markt stammende Traber war früh politisch engagiert, einst in einer Stettener Wirtschaft war er derjenige, der zu den Lobhudeleien des damaligen NS-Bürgermeisters mit „Ha no, ha no“-Zwischenrufen kommentierte, während die anderen im Saal stumm blieben.

Und so blieb er auch: „Er war nie Parteigänger, sondern jemand, der seine eigene Meinung vertrat“, so Bürgermeister Ulbrich über den Lokalpolitiker Traber. Unverrückbar sei für ihn nur eines gewesen: Die christlichen Werte Achtung, Ehrlichkeit, Mitgefühl, Toleranz und Bescheidenheit.

Umgänglich, humorvoll und warmherzig habe er sich auch für die eingesetzt, „die halt a weng anders sind!“ und sei zudem ein Mann des Kompromisses gewesen, ein Brückenbauer nicht nur im Gemeinderat, sondern auch in der Gesellschaft. Man könne ihn durchaus mit dem legendären Johann Jakob Schäufele vergleichen, den die schwäbisch-alemannische Narrenvereinigung als einen „knorrigen, verschmitzten, auch polternden, mit hintergründigem Humor und spitzbübischer Schalkhaftigkeit gewappneten Heuberger“ bezeichne.

Landrat Michel gab zu, durchaus gern nach Deißlingen zu kommen, in die blühende Gemeinde mit engagierter Bürgerschaft und innovativen Unternehmen. Er skizzierte Trabers Lebenslauf und die Dinge, die in seine Zeit im Gemeinderat gefallen waren: Der Wechsel Deißlingens zum Landkreis Schwarzwald-Baar, die Entscheidung, ein Jahr später wieder zu Rottweil zu gehen, das Zusammenwachsen mit Lauffen, das Anwachsen der Gemeinde um 900 Einwohner, neue Wohngebiete und Infrastruktur, die Verhinderung der Müllverbrennungsanlage.

„Herr Traber bezog auch hier, in den emotional geführten Diskussionen, klar Stellung und traf dabei dennoch immer den richtigen Ton.“ Wichtig sei es ihm immer gewesen, die Bevölkerung für die Kommunalpolitik zu interessieren. „Er vertrat seine politischen Überzeugungen bewusst und uneingeschränkt, trug aber nie Scheuklappen, ließ andere Meinungen gelten und konnte solche auch annehmen.“

Außerdem habe er als Kirchengemeinderat die Gemeinde nachhaltig mitgeprägt. 34 Jahre war er aktiv, engagierte sich beim Bau des Gemeindezentrums und der Erneuerung des Kirchturms von St. Laurentius. „Fridolin Traber gehört zu den verdienstvollen Persönlichkeiten, er hat über fünf Jahrzehnte mit vorbildlichem ehrenamtlichen Engagement die positive Entwicklung Deißlingens mitgeprägt.“ Michel dankte Traber, aber auch seiner Frau Maria und der Familie, „dass Sie ihn haben machen lassen!“ Die Feier wurde umrahmt von einem Quartett des Musikvereins.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 12. Oktober 2015 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/staufermedaille-fuer-fridolin-traber/100185