Strobl besucht Kripo Rottweil: Cold Case Abteilung bislang einzigartig in Baden-Württemberg

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Anfang des Jahres hatte sich der Rottweiler Landtagsabgeordnete Stefan Teufel mit dem CDU Kreisverband Rottweil bei der Polizei zu einem runden Tisch getroffen. Das Thema Cold Case mit den sogenannten ungelösten Kriminalfällen hatte den Abgeordneten sehr beeindruckt.

Bei der Kriminaldirektion Rottweil werden diese Fälle in einem gesonderten Arbeitsbereich ausschließlich bearbeitet. Dem Polizeivizepräsident Thomas Föhr ist dies ein Herzensanliegen. Teufel, der in Stuttgart, den direkten Draht zum obersten Chef der Polizei, dem Innenminister des Landes hat, konnte Thomas Strobl für einen Vorort-Termin gewinnen.

Dieser konnte sich aktuell ein direktes Bild von der Aufarbeitung des Mordfalles Eva Götz machen. Im Januar wurde dieser Fall in der Sendung Aktenzeichen XY ausgestrahlt. Im Nachgang gingen 450 Hinweise ein, die nun jeweils akribisch aufgearbeitet werden.

Auch wenn es gilt, hinsichtlich der viele vergangenen Jahre diverse Herausforderungen zu meistern, sei es durch den Datenschutz, Verjährung oder die damals begrenzten kriminalteschnischen Möglichkeiten, geben die drei verantwortlichen Kriminalbeamten von Cold Case nicht auf. „Es ist Körnerarbeit“, so Föhr und unterstreicht abschließend die Wichtigkeit, hier weiter zu investieren: „Vielleicht gibt es neue Erkenntnisse oder neue Techniken, vielleicht auch neue Rechtsgrundlagen, weshalb es sich lohnt, einen Fall wieder aufzurollen. Schließlich haben die Angehörigen ein Recht darauf, dass diese Fälle aufgeklärt werden, wenn es eine neue Spur gibt. Wir suchen neue Chancen, nicht alte Fehler“, erläutert der Kripochef.

Die Kriminalpolizeidirektion Rottweil, federführend durch Thomas Föhr, installierte im Dezember 2020 die Arbeitsbereich Cold Case. Kriminalbeamte ermitteln unter Anwendung neuester kriminaltechnischer und forensischer Untersuchungsmöglichkeiten in Kooperation mit dem Kriminaltechnischen Institut beim Landeskriminalamt BW in ungeklärten alten Kriminalfällen, bei denen die Anwendung dieser heute zur Verfügung stehenden, modernsten Techniken noch nicht möglich war. Vor Kurzem konnte ein Fall eines Vermissten aus dem Jahr 2004 aufgeklärt werden.

Derzeit gibt es im Land Baden-Württemberg über 450 ungeklärte Kriminalfälle, teilweise liegen sie schon Jahrzehnte zurück. Mittlerweile arbeitet die Abteilung mit der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen zusammen, wo Studentinnen und Studenten im Rahmen ihres Studiums alte Fälle zur Aufarbeitung erhalten und so einen hautnahen Einblick in die Kriminalarbeit bekommen. „Eine win-win-Situation für alle“, so der Innenminister. Er bekannte sich zur Notwendigkeit der Aufarbeitung dieser vergangenen Kriminalfälle und diskutierte im engsten Führungskreis verschiedene Themen, die momentan zu bewältigen sind.

Auch das Thema Einstellungsoffensive wurde erwähnt, die sich bereits positiv bemerkbar macht. Durch die Digitalisierung könnten nun viele Prozesse vereinfacht bearbeitet werden, was eine Erleichterung im täglichen Alltag für die Beamtinnen und Beamten bringt. „Ich freue mich sehr, mit welchem Engagement und Leidenschaft Sie hier die Arbeit verrichten“ so Strobl und lässt verlauten, dass er gerne zur Einweihung des neuen Polizeigebäudes Anfang nächsten Jahres dabei sein würde.

Auch Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf zeigte sich beeindruckt und bestätigte die hervorragende Zusammenarbeit mit der Polizei Vorort. Teufel freute sich über die konstruktive Diskussion der Experten. „Wir alle haben heute einiges gelernt und werden Sie weiterhin unterstützen“, so Teufel, der gemeinsam mit dem Minister gute Vorschläge mit nach Stuttgart nimmt, für die sie sich einsetzen werden.

 

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