Sulgen: Keine gemeinsame Mensa

Sulgen: Keine gemeinsame Mensa

Der Gedanke war naheliegend, doch die Umsetzung scheitert: Es wird auf dem Sulgen doch zwei Mensen für die Schulen geben. Die geplante Mensa für die Berufsschulen des Kreises kann nicht von den Ganztagsgrundschülern mitbenutzt werden. Fachbereichsleiter Berthold Kammerer schilderte dem Verwaltungsausschuss die Gründe:

SCHRAMBERG (him) – Vor drei Jahren habe die Planung begonnen und es habe Gespräche zwischen Stadt und Kreis mit dem Ziel einer gemeinsamen Mensa gegeben. Das Problem: Wegen des Baus des neuen Hallenbads haben die beruflichen Schulen ihren früheren Vortragssaal, in dem auch die Prüfungen stattfanden, verloren. Die neue, bereits von einem Heidelberger Architekturbüro im Detail geplante Mensa soll diesen Saal ersetzen. Das bedeute aber, dass die Mensa an etwa 25 Tagen erst ab 13 Uhr genutzt werden kann, denn 25 Mal im Jahr werden Prüfungen dort abgehalten werden. „Dann ist kein Mensabetrieb möglich“, so Kammerer. Die Stadt müsse aber den Grundschülern, die im Ganztagsbetrieb sind, ein Mittagessen anbieten. Bei den Berufsschülern und den Werkrealschülern besteht diese Pflicht nicht.

Die Stadt habe derzeit an der Grund und Werkrealschule Sulgen (GWRS) eine Mensa in einem umgewandelten Klassenzimmer. In diesem und im nächsten Schuljahr werde dieser raum noch ausreichen. Danach müsse die Stadt eine eigene Lösung suchen, denn dann erwartet Kammerer bis zu 180 Mensa-Essende. Derzeit sind es etwa 50, im kommenden Jahr rechnet er mit 65 „Ganztagskindern“ in der Grundschule.“Beim Vollausbau der Ganztagsschule wird es nicht mehr reichen. Im Rahmen der Schulentwicklung müssen wir eine Lösung finden“, so Kammerer. Mittel- und langfristig rechnet Kammerer gar mit 250 Mittagessen. Das sei bei der jetzt geplanten Mensa des Kreises am vorgesehenen Platz nicht zu schaffen.

Kammerer berichtete weiter, dass der Kreis bereits im Herbst den Neubau ausschreiben und im Frühjahr 2016 mit dem Bau beginnen wolle. Außerdem wolle der Kreis einen zusätzlichen Verwaltungstrakt an der Ludwig-Erhard-Schule schaffen und einen überdachten Übergang zwischen den beiden Schulen errichten.

Vertreter aller drei Fraktionen bedauerten im Verwaltungsausschuss, dass die gemeinsame Mensa wohl nicht klappe. Jürgen Reuter (CDU) bestand darauf, dass Stadt und Kreis nochmals prüfen, ob nicht doch eine gemeinsame Mensa möglich wäre. „Ich habe Bauchweh, wenn teure Infrastruktur auf engstem Raum doppelt vorgehalten wird“, sagte er.

Udo Neudeck (Freie Liste) hätte es auch besser gefunden, wenn man eine gemeinsame Mensa hinbekommen hätte, er erkenne aber den Wunsch der Kreisberufsschulen nach einer Aula an. Ein Sprecher von SPD/Buntspecht wies darauf hin, dass die gemeinsame Nutzung einer Mensa von Erstklässlern und Auszubildenden nicht einfach würde. Außerdem müssten die Kleinen einen recht weiten Weg von ihrem Schulgebäude bis zur Mensa, die zwischen den beiden Berufsschulen auf der anderen Seite des neuen Stadions angesiedelt werden soll, zurücklegen.

OB Thomas Herzog sagte zu, man werde nochmals prüfen, ob nicht doch eine gemeinsame Lösung machbar wäre, betonte aber auch, dass „die spätere Doppelnutzung“ der Kreismensa auch durch städtische Schulen als Aula möglich sei.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 20. Juni 2015 von NRWZ-Redaktion Schramberg. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/sulgen-keine-gemeinsame-mensa/91675