Vom Cyber-Mobbing bis Raubkopien

Vom Cyber-Mobbing bis Raubkopien

SCHRAMBERG, 9. Oktober (pm) – Laut Statistik haben nahezu alle Kinder und Jugendlichen Zugang zum Internet, oftmals unbeaufsichtigt. Doch was sie dort zu sehen bekommen, wissen die Eltern meistens nicht. Bei einem Vortrag, der auf Wunsch des Elternbeirates der Erhard-Junghans-Schule in der Aula des Gymnasiums stattfand, klärte Polizeioberkommissar Werner Kaufmann über Gefahren und Kriminalität im Internet auf.

Oberkommissar Kaufmann berichtete über die Gefahren, die im Internet auf Kinder und Jugendliche lauern, und erklärte, wie man diesen als Eltern entgegenwirken kann. Kaufmann ist Jugendsachbearbeiter beim Polizeirevier Schramberg und selbst Familienvater.
<br /><br />
In der heutigen Zeit werden Jugendliche und Kinder in Deutschland durch die Gesetze vor gewaltverherrlichenden und pornografischen Darstellungen geschützt. „Doch leider hört das Internet in Deutschland nicht auf“, so Kaufmann. Mit nur wenigen Klicks landen Kinder auf Seiten aus anderen Ländern wie den USA oder osteuropäischen Ländern, wo es solche Bestimmungen nicht gibt. Immerhin zeige heute jede fünfte Seite Pornografie und eine wirksame Alterskontrolle gebe es häufig nicht.
<br /><br />
Eine große Spielwiese für Pädophile sei beispielsweise der Chat. Seit Jahren beobachtet die Polizei solche Chaträume. Dabei deckten sie zahlreiche sexuelle Missbräuche von Kinder und Jugendlichen auf. „Die Täter tauchen meistens unbehelligt im Schutz der Anonymität des Internets ab.“ In der Regel seien die Eltern die letzten, die von einem solchen Geschehen erfahren. Werner Kaufmann rät: So wenig Daten wie möglich von sich preisgeben und nie einem Treffen mit der Person zustimmen.
<br /><br />
Dasselbe gilt auch für die sozialen Netzwerke wie Facebook und Messenger. Werner Kaufmann rät: „Niemals persönliche Daten angeben.“ Da man als User nie weiß, wer sich hinter den Pseudonymen verbirgt, sei es ratsam, nur Informationen anzugeben, die keinerlei Hinweis auf die eigene Identität geben.
<br /><br />
Ein großes Problem unter Jugendlichen ist das Cyber-Mobbing – Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu Nötigungen und Erpressungen über moderne Kommunikationsmittel. Oberkommissar Kaufmann zeigte anhand eines tatsächlichen Chatprotokolls einen Fall von Cyber-Mobbing. Die jugendlichen Opfer sind diesen Attacken hilflos ausgeliefert, was in Einzelfällen auch schon zum Suizid des Opfers geführt hat.
<br /><br />
Die Schüler sollten sich rechtzeitig an Eltern, Lehrer oder Schulsozialarbeiter wenden und Beweise in Form von Screenshots sichern, rät Werner Kaufmann.
<br /><br />
Wie leicht Jugendliche nicht nur Opfer sondern auch Täter im strafrechtlichen Sinne werden können, wurde beim Thema Raubkopien und Weitergabe von Bild- und Tonmaterial deutlich. Werner Kaufmann zeigte auch auf, wie schnell man in eine Kostenfalle tappt, wenn man AGBs nur flüchtig oder gar nicht liest.
<br /><br />
Zweifelhafte Rollenmuster, Nachahmungsgefahr, Abstumpfung gegenüber Gewalt sowie körperliche Schäden nennt Kaufmann als Folgen von falschem Umgang mit den neuen Medien. Generell würden die Gefahren im Internet immer noch unterschätzt. Daher sei es wichtig, als Eltern selbst den Umgang mit dem PC und Internet zu erlernen, denn nur so könne man die eigenen Kinder zur Medienkompetenz erziehen.
<br /><br />
Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern sowie eine kritische Begleitung der Medienaktivitäten der Heranwachsenden sind wichtig.
<br /><br />
Wichtig sei auch, den Internetzugang der Kinder zu kontrollieren und technische Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Empfehlenswert sei eine Filtersoftware, die es teilweise sogar kostenlos gibt. Laut Kaufmann verschweigen Kinder ihren Eltern oft die Probleme aus Angst vor Strafen und Verboten.
<br /><br />
Generell sollten Eltern den Kindern beim Thema Internet mit Verständnis und Zuwendung begegnen und immer das Gespräch mit ihnen suchen.
<br /><br />

<br /><br />

Seite 1 / 1
Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 9. Oktober 2014 von NRWZ-Redaktion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/artikel/vom-cyber-mobbing-bis-raubkopien/56226