Der Mann hat’s ein­fach drauf: Hein­rich Del Core braucht nur das Kraft­werk zu betre­ten, und der Applaus tost. Der ita­lie­nisch-schwä­bi­sche Kaba­ret­tist aus Rott­weil zau­bert eine Charme-Offen­si­ve mal über, mal unter der Gür­tel­li­nie, und am Frei­tag durf­te er das bei sei­nem Heim­spiel in der ehe­ma­li­gen Rott­wei­ler Pul­ver­fa­brik vor vie­len, vie­len Kame­ras: Der Abend wird im kom­men­den Jahr im SWR zu sehen sein.

Hei­ni, der Publi­kums­lieb­ling, ist eigent­lich ein Pech­vo­gel. Stän­dig pas­sie­ren ihm die absur­des­ten Din­ge (oder auch nicht, egal), und die packt er dann in so lus­ti­ge Geschich­ten, dass man aus dem Lachen gar nicht mehr her­aus kommt. Da ist der von der insol­ven­ten Bau­fir­ma ste­hen­ge­las­se­ne Bau­kran, den er bei Ebay nicht los­kriegt und den die Nach­barn schließ­lich als Mai­baum schmü­cken, in der Hoff­nung, dass ihn dann die aus dem Dorf neben­an umsä­gen.

Oder das tie­fer­ge­leg­te Klo, „do sitsch dann wie in ma Fer­ra­ri!“, die Dia­gno­se „Wan­derho­den“, bei der er über­legt, ob die dann mit den Eier­stö­cken sei­ner Frau Nor­dic Wal­king machen. Man erfährt, dass „immer mehr jun­ge Men­schen, so ab 70“ lie­ber auf Kreuz­fahrt statt ins Pfle­ge­heim gehen – ist ja auch bil­li­ger!

Er selbst übri­gens auch, und dann setzt er sich mit sei­nem Notiz­buch an die Rezep­ti­on, weil hier die wit­zigs­ten Din­ge pas­sie­ren. Da beschwert sich dann ein Mit­rei­sen­der, dass sei­ne Innen­ka­bi­ne kei­nen Bal­kon hat, ein ande­rer will wis­sen, wann das Mit­ter­nachts­buf­fet beginnt.

Für Hei­ni ein Platz auch für Come­dy außer­halb der Büh­ne, wenn er auf die Fra­ge, ob er auch eine Kreuz­fahrt mache, ant­wor­tet, nein, er kom­me nur zum Abend­essen aufs Schiff, ansons­ten zie­he man ihn in einem Schlauch­boot hin­ter­her. Und der­je­ni­ge dann erstaunt nach­schaut und fest­stellt, dass da ja gar kein Schlauch­boot ist. Geschich­ten, bei denen selbst der Kame­ra­mann nicht mehr aus dem Lachen her­aus kommt.

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Der Ita­lie­ner in ihm kommt auch ger­ne zum Vor­schein, son­nen­be­brillt und eier­krau­lend, weil das doch so ein Schutz­me­cha­nis­mus für Aber­gläu­bi­sche ist. Und der Ita­lie­ner an sich ist see­ehr aber­gläu­bisch. Nun wur­de das Krau­len in der Öffent­lich­keit aber ver­bo­ten, also langt man halt dem Nach­barn an die Eier – gut zu wis­sen, wenn man mal in Bel­la Ita­lia Urlaub machen will. Socken trägt er jedoch nicht, weiß Hei­ni, hin­ge­gen tra­gen die Deut­schen gern wel­che, am bes­ten hell­braun, und das zu Shorts und San­da­len. Herr­lich, wie er von den aben­teu­er­li­chen Fami­li­en­rei­sen im Opel Asco­na erzählt, von Fens­tern, die sich nicht öff­nen lie­ßen, von klei­nen Geschwis­tern, denen es immer übel wur­de – „und des bei 40 Grad!“, dann über­lei­tet zu dem Schnick­schnack an moder­nen Fahr­zeu­gen, da liest der dann gern mal aus einem Hand­buch für Luxus­ka­ros­sen vor, einem zuge­kleb­ten, denn Wer­bung darf er ja nicht – „aber Sie werdet’s ja doch erken­na, denn die sind eh Klas­se!“.

Der Lade­raum­ma­na­ger hat‚s ihm beson­ders ange­tan, das ist, wenn einer hin­ten drin sitzt, „frü­her war des ja der Wackel­da­ckel!“ Natür­lich geht der gelern­te Zahn­tech­ni­ker Del Core auch zum Zahn­arzt (alles Sadis­ten!)– eine Num­mer zum Brül­len, denn er kann nicht nur pri­ma erzäh­len, son­dern auch schau­spie­lern. Und zau­bern, auch das darf man im Kraft­werk genie­ßen.

Und weil die Rott­wei­ler so ein tol­les Publi­kum sind, gibt’s auch noch eine Zuga­be: Onkel Hei­ni liest sei­ne Ver­si­on der Weih­nachts­ge­schich­te. In der ist Maria allein­er­zie­hend, aber Gott sei Dank mit kos­ten­lo­sem Krip­pen­platz – ein köst­li­cher Abend mit Lach­mus­kel­ka­ter­ga­ran­tie.